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Nordschleswigklima hat sich leicht geändert

Nordschleswigklima hat sich leicht geändert

Nordschleswigklima hat sich leicht geändert

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Alle reden über das Wetter, doch keiner kann etwas dagegen tun, lautet eine alte Weisheit. Die Jahresdurchschnittstemperatur ist leicht angestiegen und der Meeresspiegel auch. Foto: Paul Sehstedt

Seit 1920 ist die Niederschlagsmenge im Jahresschnitt um 93 Millimeter gestiegen, Küstenbereiche sanken um 100 Millimeter ab, die Temperatur kletterte um 0,7° C hinauf.

Der Klimawandel ist seit Jahren in aller Munde. Er ist schuld an mehr Stürmen, einem erhöhten Meereswasserspiegel, stark ansteigenden Jahresdurchschnittstemperaturen und flutartigen Niederschlägen, die die Niederungen sowie Städte betreffen. Die Szenarien sind uns allen aus den Medien bekannt.

Wie sieht im Rückblick auf die vergangenen 100 Jahre die Wetter-Realität in Nordschleswig aus?

Das dänische Wetteramt Dansk Meteorologisk Institut DMI stellte dem „Nordschleswiger“ die Daten über Temperatur, Niederschlag und Sturmhäufigkeit zur Verfügung.

Landesweit wüteten in den vergangenen 100 Jahren 134 Stürme der Klasse 1 bis 4 mit mindestens 21 bis 28,5 Metern pro Sekunde über Dänemark. 25 von ihnen fegten über Süddänemark hinweg. Zum Jahreswechsel 1978/79 konnten die Wetterfrösche insgesamt acht Schneestürme über Nordschleswig verzeichnen, und damit ist dieser Zeitraum der stürmischste in den vergangenen hundert Jahren. Von 1980 bis 2020 wurden zwölf Stürme über Nordschleswig registriert.

Anstieg unter dem Landesdurchschnitt

Regen bringt Segen, und in den vergangenen 100 Jahren betrug die durchschnittliche Niederschlagsmenge 699 Millimeter jährlich. Lediglich die Jahre 1999 und 2019 liegen mit 905 mm bzw. 905,3 mm an der Spitze, während die Jahre 1947 und 1996 mit nur 466 mm bzw. 505 mm die Schlusslichter bilden.

Teilen wir jedoch die vergangenen zehn Dekaden in drei Abschnitte auf, ergibt sich ein interessantes Bild: Von 1920 bis 1940 fielen insgesamt 13.288 Millimeter oder durchschnittlich 664 Millimeter Niederschlag per anno, von 1940 bis 1980 wurden total 27.048 oder 676 Millimeter im Schnitt gemessen, und von 1980 bis 2020 wurden komplett 30.286 oder 757 Millimeter jährlich abgelesen. Der Anstieg von 1980 bis 2020 von jährlich 2,02 Millimeter liegt ein wenig unter dem Landesdurchschnitt, der laut DMI-Vorhersage bei 2,43 Millimetern liegt.

Land sinkt ab

An den Küsten Nordschleswigs ist der Meeresspiegel seit 1920 um 100 Millimeter angestiegen, doch das hängt laut Professor Morten Pejrup, Prodekan an der Natur- und Biowissenschaftlichen Fakultät der Universität Kopenhagen, nicht mit dem Klimawandel, sondern mit dem Absacken des Untergrundes zusammen. Dies erklärte der Wissenschaftler dem „Nordschleswiger“ in einem Interview im Februar 2020.

Von Eiszeit keine Spur

Als Jahresdurchschnittstemperatur konnten 7,7° Celsius registriert werden, doch diese Zahl trügt. Von 1972 bis 1977 wurde weltweit darüber diskutiert, ob eine neue Eiszeit die Erde erfasst hatte. Die Medien druckten Schreckensszenarien in Wort und Bild. Mitten in der damaligen Klimahysterie vermeldeten Forscher der Universität Kopenhagen 1974, dass ab 1980 bis 1985 die Temperatur wieder steigen werde, um ab 2020 bis 2025 erneut zu fallen.

Aus den Messdaten des DMI geht hervor, dass in Nordschleswig die Jahresdurchschnittstemperatur in den vier Dekaden vor 2020 mit 8,4° Celsius um 0,8° Celsius höher lag als von 1940 bis 1980. Von 1920 bis 1940 wurde ein Jahresmittel von 7,7° Celsius verzeichnet. Das kälteste Jahr war 1940 mit nur 6,1° Celsius, während 2014 mit 10,0° Celsius das wärmste war.

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