Deutsche Minderheit

Ein neuer Blick in die Vergangenheit

jt
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Hans Schultz Hansen Foto: jt

„Gedenkstätte des Friedens“ oder doch ein Mahnmal? Innerhalb der Deutschen Minderheit herrschte Diskussionsbedarf über die Gedenkstätte auf dem Knivsberg.

„Wir werden jetzt erst einmal die Veranstaltung im Hauptvorstand Revue passieren lassen. Aber viele Vorschläge zur Gedenkstätte sind auf den Tisch gekommen“, erklärt der BDN-Hauptvorsitzende Hinrich Jürgensen am Montagabend nach der Diskussionsveranstaltung „Gedenken wir der Richtigen?“ im Haus Nordschleswig. Sein Stellvertreter Olav Hansen hatte vorweg schon angekündigt, dass an diesem Abend keine Entscheidungen getroffen werden, sondern nur diskutiert und debattiert werden sollte.

Rund 40 Teilnehmer hatten sich versammelt um anfangs zwei Vorträge der beiden Historiker Hans Schultz Hansen und Harald Schmid zu hören und abschließend ihre Meinungen und Haltungen bezüglich der Gedenkstätte zu äußern. Schultz Hansen präsentierte drei Vorschläge mit jeweiligen Vor- und Nachteilen, wie die Minderheit in Zukunft weiterarbeiten könnte und sollte. Darunter auch der Vorschlag die Namen stehen zu lassen und die bestehenden Infotafeln mit mehr geschichtlichen Hintergründen zu ergänzen. Schmid fiel zudem auf, dass sich die Minderheit seiner Meinung nach zu sehr an juristische Beweise und Vorgehensweisen klammere und sich stattdessen nicht selbst die Frage stellte, wie man eigentlich erinnern wollte.

„Gedenkstätte des Friedens“

Dass ein Diskussionsbedarf zu diesem Thema in der Minderheit herrscht, zeigten die vielen Beiträge der Anwesenden. Unter anderem schlug Rainer Naujeck vor, nach der Umbenennung von Ehrenhain in Gedenkstätte einen Schritt weiterzugehen und die Gedenkstätte in die „Gedenkstätte des Friedens“ umzubenennen. Auch der Vorschlag eines Mahnmals, das auch in der Gegenwart eine Rolle spiele, wurde mehrfach von den Anwesenden erwähnt.

Jürgensen selbst sei ein Befürworter des Vorschlages, alle Namen in der Gedenkstätte stehen zu lassen, aber mit mehr Infotafeln zur kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte zu ergänzen.

„Digital hätten wir dort viele Möglichkeiten, die Gedenkstätte informativer zu gestalten und unsere Geschichte zugänglicher zu machen. Insbesondere für die Jugend wären QR-Barcodes zur Informationserfassung per Smartphone vielleicht nicht schlecht“, so Jürgensen und ergänzt: „Das wird natürliche eine Menge Geld kosten. Doch möglicherweise könnte man ein solches Vorhaben auch mit dem Jubiläumsjahr 2020 kombinieren und dort ein paar finanzielle Zuschüsse beantragen.“

Der erste Schritt könne ihm zufolge das Errichten eines Arbeitsausschusses sein, der sich mit den präsentierten Vorschlägen beschäftigt. „So ein Ausschuss könnte man natürlich mit vielen verschiedenen Akteuren aus er Minderheit besetzen. Doch erst werden wir im Hauptvorstand darüber entscheiden, wie wir weiter machen. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Lösung finden“, so Jürgensen.

Mehr lesen