Handarbeit

Ein Nähwochenende bei Sybille Gentin

Ein Nähwochenende bei Sybille Gentin

Ein Nähwochenende bei Sybille Gentin

Maylin Adomat
Gjenner/Genner
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Sybille Gentin hat ihr eigenes Nähwochenende bei sich zu Hause in Genner gestaltet. Foto: Privat

Der Sozialdienst Nordschleswig musste das für vergangenes Wochenende im Haus Quickborn geplante Nähwochenende aufgrund der derzeitigen Coronasituation absagen. Sybille Gentin aus Genner gestaltete daraufhin kurzerhand ihr eigenes Nähwochenende.

Alle zwei Jahre findet normalerweise das vom Sozialdienst veranstaltete Nähwochenende im Haus Quickborn statt. In diesem Jahr fiel die Veranstaltung jedoch, wie so vieles andere, Corona zum Opfer.

Für Sybille Gentin aus Genner war dies aber noch lange kein Grund, die Nähaktion ausfallen zu lassen. Sie überlegte sich kurzerhand eine Alternative und gestaltete ihr eigenes Nähwochenende bei sich zu Hause.

Da das Nähen bereits seit Jahren zu ihren Hobbies zählt, hat sie sich in ihrem Haus ihr eigenes kleines Nähzimmer eingerichtet, das ihr, wie sie sagt, auch als Entspannungs- und Rückzugsort diene. Sie besitzt drei Nähmaschinen und bezeichnet sich, was ihre sonstige Nähausstattung angeht, als „gut aufgestellt.“

Das vergangene Wochenende nahm sie sich komplett frei für ihre Handarbeiten. Mit den nötigen Vorbereitungen begann sie am Freitagnachmittag und schnitt auch schon die zuvor ausgesuchten Stoffe zu.

Der Sonnabend stand dann ganz im Zeichen des Nähens. Sybille Gentin hatte Besuch von einer Freundin, die ebenfalls begeisterte Hobby-Näherin ist und gemeinsam machten sich die beiden Frauen ans Werk. Gentin, die dann auch am Sonntag allein weitermachte, nähte an diesem Wochenende eine Fähnchenreihe aus gelbem Stoff, die sich ihre kleine Enkelin zum Geburtstag gewünscht hat, ein T-Shirt für sich selbst, ein Inlett für ihre Feuerholz-Lagerstätte sowie mehrere Mund-Nasen-Schutzmasken.

Eine Fähnchenreihe für ihre Enkelin ist eines von Sybille Gentins Werken, die sie am Wochenende nähte. Foto: Privat

Für Sybille Gentin ist das Nähen nicht nur ein Hobby, sondern auch „ein großes Lernfeld“, daher besuche sie zur Weiterbildung regelmäßig Seminare an Hochschulen und beschäftige sich mit Schnittkonstruktionen und Stoffkunde. Außerdem sei ihr der Aspekt der Nachhaltigkeit ein großes Anliegen: „Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, ein Jahr lang keine Oberbekleidung mehr zu kaufen, sondern alles selbst zu nähen. Mittlerweile mache ich das aber sogar schon länger als ein Jahr“, berichtet die Rentnerin stolz.

Doch auch wenn Sybille Gentin sich ihr Nähwochenende erfolgreich selbst organisieren konnte, würde sie es, wie sie sagt, begrüßen, „wenn Veranstaltungen, die momentan nicht wie geplant abgehalten werden können, in alternativer Form stattfänden, anstatt komplett abgesagt zu werden.“ Dabei verweist sie auf die heutigen Möglichkeiten von Online-Veranstaltungen und hofft, dass in Zukunft mehr Veranstalter von diesen Alternativen Gebrauch machen.

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