Deutscher Tag

Minderheitenpolitik im Aufwind

Minderheitenpolitik im Aufwind

Minderheitenpolitik im Aufwind

Tingleff/Tinglev
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Hartmut Koschyk in Tingleff. Foto: Karin Riggelsen

Beim Deutschen Tag in Tingleff machte Hartmut Koschyk Hoffnung auf eine starke Minderheiten-Förderung von Seiten der Bundesregierung.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten a. D., Hartmut Koschyk, hat den Einsatz der Schleswigschen Partei (SP) bei den bevorstehenden Kommunal- und Regionalwahlen als wertvoll bezeichnet.

Beim Deutschen Tag in Tingleff, der am Sonnabend unter dem Motto „Vielfalt wählen – SP unterstützen“ stattgefunden hat, sagte Koschyk: „Ich finde es immer gut, wenn eine Minderheit oder Volksgruppe bei Wahlen nicht nur an der Seite steht, sondern aktiv für die Lebensverhältnisse der Mehrheit Sorge trägt. Und ihr habt eine junge Generation, die bei dieser Wahl buchstäblich ihre Haut zu Markte trägt“, so Koschyk mit Blick auf den Nacktkalender der Jungen SPitzen.

Der vor wenigen Tagen aus dem Amt ausgeschiedene Politiker drückte der deutschen Minderheit in Nordschleswig bei seiner Festrede seine Wertschätzung aus. „Nordschleswiger und Südschleswiger im dänisch-deutschen Grenzraum haben wichtige Gestaltungsaufgaben für Europa. Das friedliche Zusammenleben ist heute selbstverständlich“, so Koschyk, wohingegen man täglich in ganz Europa mit ungelösten Minderheitenkonflikten und Spannungen zu kämpfen hat. Das Zusammenleben im deutsch-dänischen Grenzland sei unter diesem Aspekt erst kürzlich von Fachleuten aus der Ukraine erkundet worden, „sie haben sich beeindruckt darüber geäußert, was in dieser Grenzregion alles möglich ist.“

Die Minderheiten sowie die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) sowie das Minderheiteninstitut ECMI in Flensburg trügen dazu bei, Minderheitenpolitik in ganz Europa zu prägen und zu gestalten. Koschyk nannte den geleisteten Einsatz der FUEN für den Schutz der Minderheiten im Rahmen der Minority SafePack Initiative einen „Kampf zwischen David und Goliath“ und warb um Beteiligung an der Unterschriftenaktion. Er habe bereits mit Vertretern der deutschen Minderheiten einen Brief an alle Mitglieder des neuen Bundestages geschickt mit der Bitte, ihre Stimme abzugeben und für die Kampagne zu werben.

Stellenwert guter Minderheitenpolitik

Der deutsche Bundestag sei sich mittlerweile bewusst, welchen Stellenwert eine gute Minderheitenpolitik habe. „In meinen vier Jahren im Amt habe ich immer Rückenwind und nicht Gegenwind verspürt“, so Koschyk, der den Nordschleswigern sogleich Hoffnung machte, dass die für den Umbau des Deutschen Museums in Sonderburg beantragten Mittel ihren Platz im Haushaltsbeschluss des neuen Bundestages finden werden. Es sei „Vorsorge getroffen worden“, dass die Pläne für 2020 auch etatmäßig verankert werden. Er gehe davon aus, dass bei der Minderheitenpolitik für Nordschleswig und mit Blick auf 2020 keine Abstriche gemacht werden, „sondern vielleicht sogar noch der ein oder andere Happen obendrauf gelegt wird.“
Und auch die 500.000 Euro pro Jahr für die FUEN „müssten schon von einer Mehrheit im Bundestag wieder rausgekegelt werden und dann kann ich mir nicht vorstellen“, so der CSU-Politiker.

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, dankte Koschyk in seiner Schlussansprache für dessen anpackende, zuverlässige und konkrete Minderheitenpolitik. Bevor sich die rund 500 Besucher in der deutschen Sporthalle auf den Heimweg machten, nutzte er die Gelegenheit, Werbung für die SP machen. „Ich finde, Bürgermeister Kleinschmidt hört sich nicht schlecht an – oder auch Bürgermeister Popp Petersen!“, so Jürgensen mit Blick auf die beiden SP-Kandidaten Stephan Kleinschmidt in Sonderburg und Jørgen Popp Petersen in Tondern.

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