Natur

Milliardenprogramm für neue Feuchtgebiete läuft an

Milliardenprogramm für neue Feuchtgebiete läuft an

Milliardenprogramm für neue Feuchtgebiete läuft an

Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
An der Süderau bei Bremsbüll ist ein Überschwemmungsgebiet eingerichtet worden. Es ist ein Paradies für Rast- und Brutvögel, dient dem Hochwasserschutz und der Entfernung von Nährsalzen aus dem Wasser. Foto: V. Heesch

Ab 15. Juni bis zum 5. September Zuschüsse für Wiedervernässung von Flächen zur Entfernung von Phosphor und Stickstoff beantragen

Ab 15. Juni bis zum 5. September Zuschüsse für Wiedervernässung von Flächen zur Entfernung von Phosphor und Stickstoff beantragen

Apenrade/Aabenraa Das jüngste Förderprogramm der Regierung für die Landwirtschaft umfasst eine Reihe von Maßnahmen zur Umweltentlastung auf freiwilliger Basis. Dazu zählt auch die Schaffung und Wiederherstellung von Feuchtgebieten, die von Agrarflächen ausgeschwemmt Nährsalze aus dem Wasser entziehen, bevor diese Küstengewässer und Seen erreichen und dort für Algenvermehrung und Sauerstoffschwund sorgen.
Nachdem im Februar Regierung und Verband der Kommunen ein Abkommen zur Förderung von Feuchtgebieten als Mittel zur Vermeidung der Gewässerbelastung durch 1.200 Tonnen Stickstoffnährsalze und vier Tonnen phosphorhaltige Verbindungen vereinbart haben, können Grundbesitzer jetzt Anträge auf Fördermittel stellen.
In den kommenden fünf Jahren stehen 1,6 Milliarden Kronen für Wiedervernässungsmaßnahmen zur Verfügung, mit dem Ziel, 13.000 Hektar Flächen zu schaffen, in denen vor allem durch biologische Prozesse in den Wurzelbereichen von Schilfgürteln und Aktivität von Mikroorganismen Nährsalze abgebaut oder dem Wasser dauerhaft entzogen werden. Die Projekte zur Phosphateliminierung sollen vor allem Binnenseen entlasten, in denen diese Salze das biologische Gleichgewicht seit Jahrzehnten stören. Vorteil der Maßnahmen zur Verminderung der Gewässerüberdüngung ist, dass die Feuchtgebiete vielen seltenen Tieren und Pflanzen neuen Lebensraum bieten.


Die Förderung, die teilweise durch EU-Mittel kofinanziert wird, kommt in Verbindung mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie und dem dänischen Förderkonzept für den ländlichen Raum zur Auszahlung. Neben EU-Mittel, die 75 Prozent der Kosten decken, werden auch dänische Staatsmittel zur Verfügung gestellt.


In diesem Jahr können von interessierten Grundeigentümern vom 15. Juni bis zum 5. September beantragt werden.
Um genügend Flächen auf freiwilliger Basis für die Umweltentlastungsmaßnahmen des Förderprogramms „Landbrugspakken“ zu bekommen, setzt das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium auch auf die Einrichtung von Mini-Feuchtgebieten. „Die Kommunen können nun geeignete Flächen im Land finden, wo der Nährstoffeintrag in die Gewässer verringert werden muss“, so Umwelt- und Nahrungsmittelminister Esben Lunde Larsen (V). „Wir erwarten, dass wir die gute Zusammenarbeit mit den Landwirten fortsetzen, um geeignete Flächen zu finden“, so der Vorsitzende des Ausschusses für Technik und Umwelt im Verband der Kommunen (KL), Koldings Bürgermeister Jørn Pedersen (V). Landwirte, die Flächen zur Verfügung stellen, können Ausgleichszahlungen erhalten oder bekommen im Zuge von Flurbereinigungen Ersatzflächen. Nordschleswig sind bereits in den vergangenen Jahren Wiedervernässungen u. a. auf Alsen durchgeführt worden, die zur Entlastung der Küstengewässer beitragen.

Das neue Wiedervernässungsprogramm ist so gestaltet, dass die einbezogenen Flächen nicht wieder intensiv landwirtschaftlich genutzt werden dürfen. So müssen Drainagen dauerhaft beseitigt werden.

„Die Kommunen können nun geeignete Flächen im Land finden, wo der Nährstoffeintrag in die Gewässer verringert werden muss.“

Esben Lunde Larsen (Venstre) Umwelt- und Nahrungsmittelminister
Mehr lesen