Wandern

Lehrender Küster, Findlinge, Landschaftsveränderungen und Zukunftspläne

Lehrender Küster, Findlinge, Landschaftsveränderungen und Zukunftspläne

Lehrender Küster, Findlinge, Landschaftsveränderungen und Zukunftspläne

jrp
Apenrade/Aabenraa
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Die Heimatwanderclub-Gruppe in der Heide bei Quars Foto: Privat

Quars liegt in einer spannenden Landschaft und hat eine ebensolche Geschichte. Zwei gute Gründe für einen Besuch des Heimatwanderclubs.

Wie kam der „Degnegård“ zu seinem Namen, und warum sah es vor knapp 100 Jahren um Quars noch ganz anders aus? Diese Fragen bekamen die Mitglieder des Heimatwanderclubs und auch Gäste bei ihrem Besuch in Quars beantwortet.

An der Quarser Kirche trafen sich die wanderlustigen Teilnehmer und wurden vom früheren Quarser Schulleiter Gert Conradsen in Empfang genommen, der sie in die Geschichte des „Degnegårds“ einweihte.

„Der Küster von Quars heiratete im Jahr 1776 eine wohlhabende Frau und konnte deshalb einen Dreiseitenhof bauen lassen. Dadurch entstand der Name des Hofes – ,Degnegård’. Und da der Küster damals gleichzeitig das Unterrichten der Dorfkinder übernahm, gab es auch ein Schulzimmer im Gebäude“, berichtet Wanderclubvorsitzende Gudrun Struve.

Ein Hof geht auf Wanderschaft

„Knapp 200 Jahre später, 1974, gab es keinen Erben für den inzwischen heruntergewirtschafteten Hof. Das schleswig-holsteinische Freilichtmuseum Molfsee war jedoch auf der Suche nach einem Haus im für die damalige Zeit typischen Baustil. Der Hof wurde verkauft und Stein für Stein abgebaut, um in Molfsee wieder aufgebaut zu werden. Seither kann der strohgedeckte Dreiseitenhof, inklusive Schulstube, im Museum besichtigt werden“, erzählt sie weiter.

Außerdem erklärte der frühere Schulleiter den Wanderern, wie die drei großen Findlinge auf den „Degnegårdsplads“ kamen. „Sie wurden bei der Lehmgewinnung gefunden, und einige Bürger setzten sich dafür ein, die Fundstücke als geschichtsträchtige Ausstellungsstücke – immerhin sind sie von Gletschern vor etwa 10.000 Jahren in der Eiszeit hierhergetragen worden – auf den Platz zu stellen. Auf einer Schautafel gibt es heute Informationen über die Findlinge und ihre Herkunft“, erzählt Gudrun Struve.

Ehemals ausschließlich Heide

Anschließend ging es, angeführt von Frau Conradsen, der Gattin des Schuldirektors, auf die Wanderung durch das sandige Gebiet westlich von Quars. „Ein schmaler Pfad führt durch ein dichtes Wäldchen und am Feldrand entlang bis zur Plantage mit ihren heidebewachsenen Dünen“, erinnert sich Gudrun Struve.

Hier erfuhren sie, dass das ganze Gebiet zwischen Lundtoft, Quars und Hockerup vor dem 20. Jahrhundert ausschließlich mit Heide bewachsen war. Ab 1900 begannen die Menschen, die Gegend mit Fichten und Kiefern zu bepflanzen. Dadurch veränderte sich die Landschaft sehr, allerdings wurde mit der Maßnahme den Sandverwehungen Einhalt geboten. „Der Besuch der Plantage gab uns einen guten Eindruck davon, wie karg und unwirtlich es hier in früheren Zeiten ausgesehen haben muss“, berichtet die Apenraderin.
Viele der Wanderer wollen im August wiederkommen, wenn die Heide in Blüte steht, hieß es aus den Reihen der Teilnehmer.

Die nächste Tour des Heimatwanderclubs findet am Dienstag, 26. Juni, ab 18.30 Uhr von Enemark bei Hans Heinrich Matzen aus statt.
Jeder Mitwanderer ist herzlich willkommen.

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