Ansiedlung

Kommune Sonderburg wirbt mit Minderheit um deutsche Zuzügler

Kommune Sonderburg wirbt mit Minderheit um deutsche Zuzügler

Kommune Sonderburg wirbt mit Minderheit um deutsche Zuzügler

Nordschleswig
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Stephan Kleinschmidt
Stephan Kleinschmidt Foto: Karin Riggelsen

Um Bürger in Nordschleswig anzusiedeln, wird auch auf die Minderheit verwiesen. Das war nicht immer so.

Die Kommune Sonderburg hat in dem sozialen Medium Facebook eine Werbung geschaltet, in der gezielt Deutsche angesprochen werden. Die Kommune bewirbt neue Baugrundstücke in Rinkenis/Rinkenæs und zählt nicht nur gute Einkaufsmöglichkeiten auf, sondern weist auch auf die Förde-Schule in Gravenstein hin, eine Schule der deutschen Minderheit – zur Freude von Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN).

„Jahrelang haben wir die Kommunen darauf hingewiesen, dass die deutsche Minderheit ein Mehrwert ist, auf den man hinweisen sollte. Immer wieder haben wir geraten, unsere Kompetenzen zu nutzen“, so Jürgensen. Lange Zeit seiner Erfahrung nach ohne Erfolg, dass die Minderheit mehr als zuvor als eine Bereicherung angesehen wird, freut Jürgensen sehr.

In der Nachbarkommune Apenrade/Aabenraa betont Bürgermeister Thomas Andresen (Venstre) die Zweisprachigkeit der kommunalen Mitarbeiter. „Wir haben immer gute Erfahrungen mit den deutschen Mitarbeitern gemacht, die als Grenzpendler in den Unternehmen arbeiten. Wir würden aber lieber sehen, sie würden sich bei uns ansiedeln“, so Andresen in „Flensborg Avis“.

Laut Makler Ole Jepsen von Nybolig in Pattburg/Padborg steigt die Zahl der Deutschen, die auf dänischer Seite ein Haus kaufen, kräftig an. „Es ist sehr viel teurer, ein Haus in Flensburg zu kaufen als hier“, so Jepsen in „Flensborg Avis“.

Seiner Erfahrung nach sind es zum einen jüngere Menschen, die Wohneigentum erwerben möchten, zum anderen auch ältere, die vielleicht ein größeres Haus veräußert haben und nun auf der Suche nach etwas Kleinerem sind.

Teil einer Strategie

Die Annonce schaltete die Kommune Sonderburg kurz vor Beginn der Sommerferien, einen deutschen Interessenten gibt es, laut Marianne Tychsen, Wohneigentumsberaterin der Kommune Sonderburg, bereits.

Dass die Kommune Sonderburg ähnlich wie die Nachbarkommune Apenrade gezielt Deutsche anspricht, hat eine Vorgeschichte, von der Stephan Kleinschmidt (Schleswigsche Partei), Vizebürgermeister von Sonderburg, erzählt.

Seinen Worten nach hatte eine Befragung im Rahmen einer Ansiedlungsstrategie ergeben, dass Sonderburg bei Deutschen angesehen ist und ein „Zuzugspotenzial“ hat. Als Mitglied der Minderheit sieht er nicht nur die deutschen Bildungseinrichtungen als Mehrwert für Zuzügler, sondern auch die vielen deutschen Vereine. Kleinschmidt sieht aber nicht nur Deutsche als Zielgruppe.

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