Deutsche Minderheit

Jürgensen will BDN-Nutzer und Kernwähler der SP mobilisieren

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Hinrich Jürgensen (Archivbild) Foto: Cornelius von Tiedemann

Der Chef der deutschen Minderheit in Dänemark wundert sich darüber, dass Angebote der deutschen Einrichtungen nicht in Stimmen für die Schleswigsche Partei umgesetzt wurden. „Von nichts kommt nichts“, sagt er – und erinnert daran, dass es die SP sei, die sich immer wieder für die Belange der deutschen Einrichtungen stark mache.

„Die Schleswigsche Partei hat übergeordnet 1.000 Stimmen mehr bekommen, hat ein Mandat hinzugewonnen. Übergeordnet ist das alles fein im Vergleich zur vergangenen Wahl, wo wir schon überall kräftig und insgesamt 64 Prozent zugelegt hatten. Aber aktuell sind es ja ausschließlich Stephan Kleinschmidt und sein Team in Sonderburg, die das geholt haben. In allen anderen Bereichen haben wir verloren. Das ist schlecht. Da konnte man sich kaum so richtig über den Sonderburger Erfolg freuen“, so der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Hinrich Jürgensen, auf die Aufforderung des Nordschleswigers, eine kurze Wahlbilanz und eine erste Ursachenforschung zu liefern.

Der frühere Stadtratsabgeordnete in der Großkommune Apenrade wundert sich insbesondere über das Ergebnis in seiner Heimatkommune: „Hier hat die Minderheit das Gros ihrer Institutionen. An der sehr guten Wahlkampagne kann es nicht gelegen haben. Es macht mich stutzig, dass man gerade in Apenrade offenbar nicht gewillt ist, die SP zu wählen. Dass die Nutzer unserer Einrichtungen – unsere Kernwähler – dies nicht tun. Die Angebote kommen ja nicht von allein. Immer wieder müssen wir für die Gleichberechtigung kämpfen – beim kostenlosen Schwimmen, für den Schülertransport etc. etc.“, so Jürgensen.

„Wir haben unsere Nutzer nicht davon überzeugen können, wie wichtig es ist, dass wir politisch stark aufgestellt sind. Das ist auch übergeordnet nicht gelungen, und daher müssen wir zukünftig Nutzer und Kernwähler mobilisieren. Da müssen wir ansetzen und ihnen ganz klar vor Augen führen, dass von nichts nichts kommt“, sagt er.

Jürgensen meint, dass von Ort zu Ort sicherlich verschiedene Gründe vorliegen, wieso die doch generell sehr optimistischen Erwartungen bei der Kommunalwahl am vergangenen Dienstag nicht erfüllt worden sind – wenn man von Sonderburg absieht.

Regionsergebnis okay, aber...

Analysiert werden soll auch, ob die SP in vier Jahren wieder bei der Regionsratswahl antreten soll. Das frühere Amtsratsmitglied Hinrich Jürgensen ist mit dem Einsatz und dem Ergebnis der SP und Spitzenkandidat Gösta Toft durchaus zufrieden: „Flott gemacht und in ganz Nordschleswig Stimmen geholt. Aber wir haben unser Ziel von mindestens 6.000 Stimmen und das Mandat nicht erreicht. Das ist schade, und schade ist auch, dass Nordschleswig im neuen Regionsrat nicht so stark vertreten ist.“

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