Treffen in Brüssel

Jensen: „Vernünftiger Dialog über Interreg“

Jensen: „Vernünftiger Dialog über Interreg“

Jensen: „Vernünftiger Dialog über Interreg“

Vejle
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Foto: dpa

In Brüssel haben deutsche und dänische Vertreter Stellung zu den Interreg-Kürzungsplänen der EU-Kommission genommen. Preben Jensen als Vertreter der Region Süddänemark für deutsch-dänische Zusammenarbeit ist optimistisch, die Fördergebiete zu bewahren.

Bei einem gemeinsamen Auftritt der deutschen und dänischen Akteure in der aktuellen Interreg-Partnerschaft haben Vertreter der Regierungen Dänemarks und Schleswig-Holsteins sowie der Region Süddänemark und der Region Sønderjylland-Schleswig in Brüssel Stellung zu Plänen der EU-Kommission bezogen, die derzeitigen Fördergebiete zusammenzustutzen.

Das von der Kommission veröffentlichte Konzept sieht vor, dass ab 2021 nur noch entlang von Landgrenzen Partnerschaften und grenzüberschreitende Projekte im geplanten Programm Interreg 6a gefördert werden können.

Die Hoffnung ist groß

Der Sonderbeauftragte der Region Süddänemark für die deutsch-dänische Zusammenarbeit, Preben Jensen (Venstre), berichtet nach dem Treffen in Brüssel, dass man „einen vernünftigen Dialog“ mit den Vertreten der EU-Kommission geführt habe. Er habe große Hoffnung, dass es nicht dazu kommt, dass künftig nur noch Interregprojekte von zwei bis drei der bisher elf Partnergebiete Geld aus Brüssel bekommen können, wie von der Kommission in Aussicht gestellt.

„Es ging in der Förderperiode bis 2020 immerhin um 672 Millionen Kronen“, so Preben Jensen, der vor schlimmen Folgen beispielsweise bei der Interregzusammenarbeit der Universitäten Odense, Kiel und Flensburg warnt, wenn, wie vorgeschlagen, keine Partnerschaften mehr zwischen Einrichtugen gefördert werden könnten, die durch Seegebiete voneinander getrennt sind. „Unsere Süddänische Universität hat nun einmal ihren Sitz in Odense auf einer Insel“, so Jensen.

Flensburg und Sonderburg bleiben unberührt

Mit Erleichterung habe man bei den Erörterungen, an denen auch zahlreiche dänische und deutsche Abgeordnete des Europaparlaments teilgenommen haben, zur Kenntnis genommen, dass weiterhin die Stadt Flensburg und die Kommune Sonderburg Interregprojekte durchführen könnten. Sie sollen laut Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) nicht von der Landgrenzen-Regel berührt sein.

„Unsere Sorge ist, dass eine funktionierende Zusammenarbeit unterbrochen wird“, so Preben Jensen und verweist darauf, dass man die Sorgen in Kopenhagen und Kiel teile. „Wir haben eine für viele Gebiete in Europa vorbildliche Partnerschaft erreicht“, betont Jensen und erinnert daran, dass es in der deutsch-dänischen Grenzregion im Gegensatz zu anderen Gebieten stets gelungen ist, die zur Verfügung stehenden Mittel vollständig in Anspruch zu nehmen. Unsinnig wäre es, die Partnerschaft zwischen Schleswig-Holstein und der Region Seeland zu unterbrechen, kurz bevor man mit dem Fehmarnbelt-Tunnel landfest miteinander verbunden wird.

„Es ist klar, dass wegen des Brexit weniger Geld in die EU-Kasse kommt“, so Jensen, deshalb dürfe man nicht ein so nützliches Programm schwächen, das zum Beispiel mit den kleinen Kulturprojekten den Bürgern ein positives Bild der EU vermittelt. Wichtig sei Interreg für beide Seiten im deutsch-dänischen Grenzland.

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