Gesundheitswesen

Implantate: Region ist vorsichtig

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Rode Joachim/ Ritzau-Scanpix

Nach der Aufdeckung eines internationalen Journalisten-Netzwerkes über den verbreiteten Pfusch bei Implantaten, spricht sich der Direktor der Region Süddänemark für eine vorsichtige Verwendung neuer Produkte aus. Die Arzneimittelbehörde beschwichtigt.

Eine Vielzahl medizinischer Implantate kommt auf den Markt und in den Mensch, ohne dass die Implantate ausreichend geprüft sind. Wie reagieren Verantwortliche im Land auf die Recherchen des internationalen Journalisten-Netzwerkes?

Der Region Süddänemark, zuständig für regionale Gesundheitsversorgung, ist das Problem bekannt, das unter dem Titel „The Implant Files“ von den Journalisten veröffentlicht wurde.

„Die Berichte zeigen, dass die Konsequenzen ernst sein können, wenn Implantate nicht so funktionieren, wie sie sollten“, sagt Kurt Espersen, Direktor der Region Süddänemark. Er betont, eine klinische Erprobung sei sehr wichtig; zudem sollten neu auf dem Markt kommende Implantate mit großer Vorsicht in Gebrauch genommen werden.

Die Region Süddänemark verfolge die Nachrichten der Gesundheitsbehörde zu Implantaten. Kämen neue Implantate auf den Markt, würden die einzelnen klinischen Abteilungen sie genau anschauen, wenn diese Verwendung finden sollen.

In Dänemark nur wenige Patienten betroffen

Die dänische Arzneimittelbehörde spricht gegenüber dem Nordschleswiger von „relativ wenigen Personen, denen Implantate geschadet haben“.

„Es ist sehr wichtig, sich daran zu erinnern, dass medizinische Produkte Leben retten und vielen Menschen helfen“, so Thomas Wejs von der Arzneimittelbehörde. Er verweist mit Blick nach vorne auf die schärferen EU-weiten Regeln, die 2020 in Kraft treten und die dazu dienen, den Markt besser zu überwachen.

Zudem, so Wejs, würden in Dänemark die Kontrollen bereits ab dem kommenden Jahr verbessert, wenn die Behörde mehr Ressourcen erhalte.

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