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Grenzgeschichte neu verpackt – Ausstellung im Schloss Sonderburg

Grenzgeschichte neu verpackt – Ausstellung im Schloss Sonderburg

Grenzgeschichte neu verpackt

Kim Malin Bethke
Sonderburg/Sønderborg
Zuletzt aktualisiert um:
Diese Straßenschilder weisen Einschusslöcher vom 9. April 1945 auf. Foto: Denise Dörries

Mit der neuen Dauerausstellung „100 år med Danmark – Sønderjylland siden Genforeningen“ (100 Jahre mit Dänemark – Südjütland seit der Wiedervereinigung) bietet das Museum Sønderjylland ein breit gefächertes Geschichtsprogramm für Jung und Alt.

Das Angebot der neuen Dauerausstellung im Museum Sønderjylland unter dem Namen „100 år med Danmark – Sønderjylland siden Genforeningen“ (100 Jahre mit Dänemark – Südjütland seit der Wiedervereinigung) richtet sich nicht nur an interessierte Erwachsene, sondern auch an Kinder und Jugendliche, die die Geschichte der Grenze spielerisch entdecken können. Im Vordergrund der Ausstellung stehen dabei die 100 Jahre, seit denen es die Grenze zwischen Dänemark und Deutschland gibt und was während dieser Zeit passiert ist.

Auf 450 Quadratmetern Geschichte erleben

Insgesamt erstreckt sich die Ausstellung mit ihren Objekten, Bildern, Plakaten und digitalen Angeboten über fünf Räume und einer Fläche von 450 Quadratmetern. Von Montag bis Sonntag ist das Museum von 10 bis 17 Uhr geöffnet, ab November dann nur noch von Dienstag bis Sonntag. Erwachsene bezahlen 95 Kronen Eintritt, Kinder unter 18 Jahren müssen nichts bezahlen, und Studenten erhalten 20 Prozent Rabatt.

Details in jeder Ecke

Was besonders auffällt, ist die Detailverliebtheit, die hinter der Ausstellung steckt. Die Gestaltung der Räume und Auswahl der Ausstellungsobjekte wirkt liebevoll und durchdacht.

„Die Mainzelmännchen“ waren in den 1960er Jahren auch in Südjütland sehr beliebt. Foto: Denise Dörries

Es handelt sich natürlich um ein historisches Thema, doch es ist nicht langweilig aufbereitet. Im Gegenteil: Es gibt zum Beispiel einen Film, in dem die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges in Bezug auf die Grenze aufgearbeitet werden. Aber auch an das jüngere Publikum wurde gedacht. Beispielsweise mit dem Spiel „Fang en smugler“ (Fang die Schmuggler), bei dem Autos an der Grenze nach Schmuggelwaren durchsucht werden müssen.

Das Spiel ist leicht verständlich und bringt eine Menge Spaß. Foto: Denise Dörries

Am Ende gibt es sogar eine Bestenliste für diejenigen, die am meisten Schmuggelwaren gefunden haben. Es lohnt sich also, schnell zu sein!

Die richtige Reihenfolge beim Kuchenessen

Außerdem gibt es auch noch das Spiel „Taj en kach“. Dabei sitzt man um eine gemütliche südjütländische Kaffeetafel und wird dazu aufgefordert, die Kuchen in der richtigen Reihenfolge zu nehmen. Wenn der falsche Kuchen ausgewählt wurde, eilt die Stimme von Katja Storch, bekannt vom „Great Baking Contest“, zur Hilfe – allerdings auf Sønderjysk.

Welcher Kuchen kommt als nächstes? Das Spiel bereitet den Besuchern ziemliches Kopfzerbrechen. Foto: Denise Dörries

Alle Kuchen gibt es auch noch mal als Nachbildung in einer Vitrine. Leider nur zum Anschauen und nicht zum Verzehr geeignet!

Interaktiv und digital

Die interaktive Twitterwand fordert die Besucher auf, sich selbst in der Ausstellung zu verewigen. In einem kurzen Tweet (max. 280 Zeichen) kann man seine Verbindung zu Südjütland zusammenfassen.

An der interaktiven Twitterwand kann jeder mitwirken, der Lust darauf hat. Foto: Denise Dörries

So ist man schnell auch ein kleiner Teil der großen Ausstellung.

Insgesamt arbeitet das Museum Sønderjylland in dieser Ausstellung viel mit digitalen und modernen Aspekten, an denen sowohl Erwachsene als auch Kinder Spaß haben. Jeder kann auf seine Art und Weise sein Wissen erweitern, Neues lernen und entdecken.

Als Deutscher in die Ausstellung?

Gerade wenn man aus Deutschland kommt, ist die Ausstellung wirklich spannend. Wenn in der Schule über den Zweiten Weltkrieg gesprochen wird, dann geht es dabei um Deutschland im Allgemeinen, jedoch nicht um die Minderheiten in Dänemark und Deutschland. Dass diese während des Krieges erneut über den Grenzverlauf abstimmen mussten, ist sicherlich nicht jedem bekannt.

Als 1920 die Wahlen zum Grenzverlauf stattfanden, wurde sowohl in Deutschland als auch in Dänemark Werbung gemacht. Foto: Denise Dörries

Auch die Verbreitung dänischer und deutscher Schulen im Laufe der 100 Jahre ist spannend zu betrachten. Auf einem Bildschirm kann man die Verbreitung auf einer Karte verfolgen und Erklärungen zu den jeweiligen Jahren lesen.

Alle Schilder sind auf Dänisch, Deutsch und Englisch beschriftet, sodass es bei der Verständigung keinerlei Probleme gibt.

Bei einem Besuch in Sonderburg sollte die neue Dauerausstellung definitiv nicht ausgespart werden. Zusätzlich dazu kann natürlich auch noch der Rest des Museums besichtigt werden.

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