Geschichte

Geschichtsverein ruft Wahlkampf vor Volksabstimmung 1920 in Erinnerung

Geschichtsverein ruft Wahlkampf vor Volksabstimmung 1920 in Erinnerung

Geschichtsverein ruft Wahlkampf vor Volksabstimmung 1920 in

Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Auf Notgeldscheinen, die in Städten und Gemeinden Nordschleswigs angesichts der Inflation in Deutschland ausgegeben wurden, war auch Werbung für die Volksabstimmung am 10. Februar 1920 zu finden. Abgebildet ist ein Notgeldschein aus Tingleff, wo sich eine Mehrheit für den Verbleib bei Deutschland ausgesprochen hatte, was aber nichts an der Abtretung an Dänemark änderte, da nur das Gesamtergebnis der Abstimmungszone ausschlaggebend war, das eine klare dänische Mehrheit aufwies. Foto: Historisk Samfund for Sønderjylland

„Historisk Samfund for Sønderjylland“ lädt am Dienstag, 14. Januar, zu erster Veranstaltung anlässlich des Grenzziehungsjubiläums in die Musik- und Theaterhochschule in Toftlund ein. Historische Plakate aus deutsch-dänischer Werbung um Stimmen der Menschen in den Abstimmungszonen werden vorgestellt.

In wenigen Wochen jähren sich die Volksabstimmungen im heutigen deutsch-dänischen Grenzland zum 100. Mal. Aus diesem Anlass lädt der nordschleswigsche Geschichtsverein „Historisk Samfund for Sønderjylland“ am kommenden Dienstag, 14. Januar, zu einer ersten von drei Veranstaltungen zum Wahlkampf und anderen Gegebenheiten vor 100 Jahren ein.

Plakate als Propagandamittel

In der Musik- und Theaterhochschule in Toftlund, Herrestedgade 6-8, beginnt um 19 Uhr der Vortragsabend, bei dem der Wahlkampf in Form von Plakaten und das spannungsgeladene Ringen um die Wählerstimmen besonders in der Stadt Flensburg in der zweiten Abstimmungszone, in der am 14. März die Entscheidung fiel, nachdem bereits am 10. Februar in der Zone 1, dem heutigen Nordschleswig, eine dänische Mehrheit ausgezählt worden war.

Referenten aus Flensburg und Aarhus

Als Referenten werden Klaus Tolstrup Petersen von der Schleswigschen Sammlung der dänischen Zentralbibliothek in Flensburg und Elsebeth Aasted Schanz vom Plakatmuseum in Aarhus erzählen, wie man vor 100 Jahren versuchte, die Menschen für ein Votum zugunsten Dänemarks oder Deutschlands zu beeinflussen. Vorgestellt wird auch, wie man auf Notgeldscheinen, Flugblättern und Plakaten die Botschaften gestaltet hatte.

Dänische Seite versprach Ende materieller Not

Da in Nordschleswig wegen der Zuschneidung der Abstimmungszone eine Mehrheit für Dänemark so gut wie feststand, war er Ausgang in Mittelschleswig mit Flensburg als Metropole offen. Die dänische Seite war u. a. mit Propaganda, die den Menschen ein Ende der materiellen Not nach der deutschen Kriegsniederlage in Aussicht stellte, im Wahlkampf aktiv. Weitere Veranstaltungen finden am 10. Februar in Apenrade und am 13. Februar in Sonderburg statt.

Mehr lesen