Corona-Regeln

Geringe Nutzung der Notbetreuung sorgt für Sorgenfalten

Geringe Nutzung der Notbetreuung sorgt für Sorgenfalten

Geringe Nutzung der Notbetreuung sorgt für Sorgenfalten

Nordschleswig
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Die Notbetreuung von Schülern der 5. bis 9. Klasse wird landesweit zu wenig genutzt. Foto: Karin Riggelsen

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Nicht nur die Unterrichts- und die Sozialministerin sorgen sich darum, dass so wenige Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 9 derzeit die Notbetreuung nutzen, obwohl viele Probleme mit dem Online-Unterricht haben. Auch an den deutschen Schulen in Nordschleswig hadert man mit der geringen Annahme des Angebots.

„Wenn du dich beim Online-Heimunterricht nicht wohlfühlst und dich nur schwer konzentrieren kannst, melde dich bei deiner Lehrkraft, und die sorgt dann dafür, dass du in die Schule kommen kannst.“

So lautet unter anderem der Appell von Kinder- und Unterrichtsministerin Pernille Rosenkrantz-Theil (Sozialdemokraten) und Sozialministerin Astrid Krag an alle Schülerinnen und Schüler der 5. bis 9. Klasse und deren Eltern, den sie in einem Brief an die Schulen im Land herausgeschickt haben.

Der Hintergrund sind diverse Untersuchungen, die belegen, dass viele Schülerinnen und Schüler Probleme damit haben, sich beim Online-Unterricht zu konzentrieren und diesem zu folgen. Gleichzeitig nutzen laut jüngsten Zahlen des Kommunalverbandes Kommunernes Landsforening (KL) nur wenige Schüler das Angebot der Notbetreuung.

Problem auch an deutschen Schulen

Ein Umstand, der auch an den deutschen Schulen in Nordschleswig zu beobachten ist. Die Schulleiterin der Deutschen Schule Hadersleben, Heike Henn-Winkels, bringt das Problem auf den Punkt „Schüler, die vor Corona bereits gut und lernwillig waren, haben auch beim Online-Unterricht weniger Probleme. Schüler, die allerdings vor der Schulschließung bereits Schwierigkeiten hatten, für die ist es beim Heim-Unterricht noch schwerer, sich zu konzentrieren.“

Sie und ihre Lehrkräfte sprechen regelmäßig Eltern an von Schülerinnen und Schülern, die Probleme haben und verweisen auf die Möglichkeit, die Notbetreuung zu nutzen. Trotzdem ist die Resonanz eher gering. Insgesamt sieben Schüler nehmen das Angebot derzeit wahr.

„Es sind leider sehr wenige. Ich spreche mit Eltern und auch mit Schülern selbst und weise immer wieder darauf hin, dass sie herkommen können, wenn sie Probleme haben, zu Hause dem Unterricht zu folgen. Ich schreibe ungefähr alle 14 Tage einen Brief an alle Eltern, dass sie sich bei Problemen melden sollen. Von den meisten bekomme ich allerdings keine Antwort. Und zwingen kann ich ja niemanden“, so Henn-Winkels.

Nur drei Schüler in Sonderburg

„Wir können niemanden zwingen“, sagt auch Jan Wachtberg Schmidt, stellvertretender Schulleiter der Deutschen Schule Sonderburg. Dort ist die Inanspruchnahme der Notbetreuung noch geringer. Von 134 Schülern aus den Klassen 5 bis 9 nutzen aktuell drei das Angebot.

„Das waren schon mal mehr, aber aktuell sind es wirklich wenige“, sagt er. Auch er berichtet davon, dass die Eltern regelmäßig auf das Vorhandensein der Notbetreuung aufmerksam gemacht werden. „Es ist schwer herauszufinden, wie die Umstände zu Hause sind. Wir können nur immer wieder darauf hinweisen. Letztendlich müssen aber die Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder herschicken“, so Wachtberg Schmidt.

Vom überwiegenden Großteil der Lehrkräfte bekomme er allerdings auch die Rückmeldung, dass der Online-Unterricht gut funktioniere.

Wenn es Probleme gibt, dann ist dies oft in der Mittelstufe der Fall, sprich bei den Schülern aus den Klassen 5 bis 7. „Für die Jüngsten ist es zum Teil wirklich schwierig, dass sie nun schon so lange ihre Klassenkameraden nicht mehr sehen konnten. Ich hoffe wirklich, dass zumindest sie bis spätestens nach Ostern wieder in die Schule kommen dürfen. Das wäre wirklich wichtig“, so der stellvertretende Schulleiter der DSS.

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