Grenzland-Feierlichkeiten

Folketing gibt 8 Millionen für 2020-Feierlichkeiten frei

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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150 Jahre nach der Schlacht um Düppel wurde der Jahrestag 2014 von Tausenden in den Schanzen begangen. 1920 wurde die Angliederung Nordschleswigs an Dänemark dort gefeiert. Foto: Cornelius von Tiedemann (Archiv)

Dänemarks Kulturministerium bezuschusst die Geschichtsvermittlung und volksnahe Feierlichkeiten rund um 2020.

Mit acht Millionen Kronen wollen Kulturministerium und Folketing Verständnis und Bewusstsein für die Grenzziehung von 1920 fördern. Um Geld bewerben können sich Vereine und Kulturinstitutionen sowohl aus Dänemark als auch aus Schleswig-Holstein.

„Ich hoffe, dass die Feiern zum 100. Jahr der Grenzziehung das Wissen der Dänen darüber vergrößern, was für eine große Bedeutung die Wiedervereinigung für die Geschichte unseres Landes hatte – sowohl kulturell, wirtschaftlich und politisch“, so Dänemarks Kulturministerin Mette Bock (Liberale Allianz).

Simon Faber, Projektleiter des regionalen 2020-Sekretariates in Apenrade, nennt die Unterstützung durch das Folketing „eine richtig gute Neuigkeit“, die für Präsidium und Sekretariat aber nicht überraschend gekommen sei, da man eng zusammenarbeite. „Der Fördertopf legt den Fokus auf Themen (siehe Infokasten, Red.), die das Jahr 100 nach der Grenzziehung im ganzen Land relevant machen. Wir erwarten, dass dies bei so manchen Akteuren extra Schwung für ihre Vorbereitungen bedeutet“, so Simon Faber. Es sei erfreulich, dass das Folketing unterstützend dabei sei und dass es die Möglichkeit gebe, bereits 2018 und 2019 beachtliche Mittel zu erhalten.

Ministerin: Kenntnisse stärken

Mit den Fördermitteln will das Folketing gezielt „vermittelnde und für die Bevölkerung aufklärende Aktivitäten“ fördern. Projekte die dazu beitragen, „die Kenntnisse der Bevölkerung über die Bedeutung der Wiedervereinigung, sowohl aktuell sowie historisch, zu stärken“, heißt es in der Begründung des Kulturministeriums. Das Jubiläum zur Wiedervereinigung soll nicht nur eine regionale, sondern eine nationale Begebenheit sein, so der offizielle Wunsch, der mit den acht Millionen in die Tat umgesetzt werden soll.
Über die Anträge entscheidet das Kulturministerium in Zusammenarbeit mit einer staatlichen Arbeitsgruppe. Die Schloss- und Kulturbehörde verwaltet den Topf.

Auch die Region Süddänemark hat bereits einen Fördertopf für 2020-Projekte geöffnet, der 700.000 Kronen umfasst. „Insgesamt sind wir vom Sekretariat aus richtig zufrieden und hoffen auf gute Initiativen“, so Simon Faber.

2020 ist es hundert Jahre her, dass der Landesteil Nordschleswig per Volksabstimmung wieder an Dänemark angegliedert wurde.

Bewerbungsrunde

• Um Gelder bewerben können sich „ Vereine und kulturelle Institutionen in Dänemark und Schleswig-Holstein, die Erfahrungen mit der Vermittlung historischer Themen, u. a. der Geschichte des deutsch-dänischen Grenzlandes, haben.

• Es gibt vier Hauptthemen,für die man sich bewerben kann:
1. Das Recht der Bevölkerung auf Selbstbestimmung
2. Die gute Nachbarschaft zu Deutschland und Schleswig-Holstein
3. Dänemarks Werdegang als Nationalstaat – und in Zukunft
4. Die Prägung dänischer Kunst durch das Grenzland

• weitere Informationen unter slks.dk

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