Museum

Einmal entlang der Grenze

Einmal entlang der Grenze

Einmal entlang der Grenze

Denise Dörries
Christiansfeld
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Das Grenzmuseum Christiansfeld bietet in zwei Ausstellungsräumen eine vielfältige Auswahl an Exponaten an. Foto: Kim Malin Bethke

Das Grenzmuseum Christiansfeld bietet viele Ausstellungstücke zur Grenzziehung und der damit verbundenen Geschichte. „Der Nordschleswiger“ hat sich auf Entdeckungstour begeben und verrät die Besonderheiten des Museums.

In den Ferien auf Tuchfühlung gehen mit der Grenzgeschichte? – Kein Problem im Grenzmuseum Christiansfeld. Hier gibt es eine vielfältige Auswahl an Exponaten aus der Zeit der Grenzziehung von 1848 bis 1920. Diese können in zwei liebevoll hergerichteten Räumen, von dienstags bis sonntags in der Zeit von 10 bis 17 Uhr, begutachtet und bestaunt werden. Der Eintritt für Erwachsene kostet 30 Kronen, für Kinder 15 Kronen.

Ein ganz besonderer Standort

Der Standort des Gebäudes ist ein ganz besonderer, denn hier, praktisch vor dem Fenster des Museums, ritt König Christian X. am 10. Juli 1920 entlang und hob die kleine, weiß gekleidete Johanna auf sein Pferd. Damals war das Museum noch ein ganz gewöhnliches Wohnhaus. Nun bewohnt seit knapp 25 Jahren das Museum unter der Leitung von Kaj Nielsen die Räume des Hauses.

Seit knapp 25 Jahren existiert das Grenzmuseum in Christiansfeld. Foto: Kim Malin Bethke

Das Grenzmuseum wurde von Sponsoren erbaut und bis heute erhalten. Die Arbeit im Museum ist ehrenamtlich und freiwillig. Viele Ausstellungsstücke sind Spenden von Bürgern, die noch Gegenstände aus dieser Zeit besitzen oder erben. Zuletzt wurde beispielsweise eine Dänemarkflagge mit historischem Hintergrund abgegeben. Diese war an einem Auto der königlichen Kolonne, bei einem Besuch 1920 auf Düppel, befestigt und fiel ab. Die Flagge wurde dem Museum von der Urenkelin des Finders gespendet.

Alles rund um die Grenze

Wie es der Name „Grenzmuseum“ schon vermuten lässt, gibt es viele Exponate rund um die Grenzgeschichte. Bilder, Plakate und Kleidung können in den beiden Räumen begutachtet werden. Unter anderem bietet das Museum auch einige originale Ausstellungsstücke an, wie beispielsweise das Plakat mit der Aufschrift: „Forposterne lever i Haabet!“ (Die Außenposten leben in Hoffnung). Mit diesem Schild wurde König Christian X. 1920 bei seinem Ritt in Christiansfeld begrüßt.

Mit besonderen Geschichten führt das Museum in die damalige Zeit zurück und erklärt den geschichtlichen sowie politischen Hintergrund auf Begleittafeln, die neben den Ausstellungsstücken platziert sind.

Das Plakat mit der Aufschrift „Forposterne lever i Haabet!“ wurde zum Empfang von König Christian X. aufgehängt. Foto: Kim Malin Bethke

Deutschsprachige kommen zu kurz

Ein Manko ist, dass alle Beschriftungen und Erklärungen auf dänisch sind. Deutsch- oder englischsprachige Tafeln sucht man hier vergebens. Der Vorteil des „Nordschleswiger“ war eine exklusive Führung, für die ein Mitarbeiter des Museums sich zur Verfügung stellte – ausnahmsweise auch auf Deutsch. Jørn Jespen konnte viele spannende Ereignisse erklären und wichtige Informationen vermitteln. Jespen selbst arbeitet nur einen Monat ehrenamtlich im Museum, bringt aber dennoch viel Freude zur Geschichte mit – und in seiner Zeit im Museum steht er Deutschsprachigen gern zur Seite.

Jørn Jespen und Kaj Nielsen vor dem Museum in Christiansfeld. Foto: Kim Malin Bethke

Nichtsdestotrotz ist das Grenzmuseum für jeden geeignet, der sich in die damalige Zeit zurückversetzt fühlen will. Sicherlich ist ein gewisses Vorwissen angebracht und auch nötig, doch ein Erlebnis ist der Besuch allemal. Wann und wo kriegt man sonst schon so viele Originalstücke zu sehen?

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