Medien und Museen

Deutsche Minderheit hofft auf einen neuen Finanztopf für Information

Deutsche Minderheit hofft auf einen neuen Finanztopf für Information

Deutsche Minderheit hofft auf einen neuen Finanztopf für Information

Apenrade/Aabenraa
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Mette Bock und Hinrich Jürgensen
Hinrich Jürgensen begrüßt Ministerin Mette Bock im Sitzungssaal des Medienhauses. Foto: Helge Möller

Kontaktausschuss des Folketings hat im Haus der Medien in Apenrade getagt: Gelder für Museums-Modernisierung und Infoprojekt im Gespräch. Ministerin begrüßt Wunsch nach mehr Online-Präsenz der Minderheit.

Der Kontaktausschuss des Folketings hat am Montag im Apenrader Medienhaus getagt. Die deutsche Minderheit in Nordschleswig gab den Politikern konkrete Wünsche mit auf den Weg: Gelder für die Modernisierung des deutschen Museums in Sonderburg und für ein Medien-Informationsprojekt. Die politische Herausforderung: Für beide Projekte gibt es bislang noch keinen Topf, sodass der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) die Einrichtung eines Kontos vorschlägt, über das entsprechende Projekte finanziert werden.

„Wir hoffen, dass solch ein Topf im kommenden Finanzhaushalt noch in diesem Herbst eingerichtet wird“, sagt Hinrich Jürgensen, BDN-Hauptvorsitzender. Der Hintergrund: Laut der von Dänemark ratifizierten Sprachencharta stünde der Minderheit ein eigener Radio- und Fernsehsender zu. „Das fordern wir gar nicht ein“, sagt Hinrich Jürgensen, „wir wünschen uns stattdessen Geld für Projekte, mit denen wir Wissensvermittlung über die Minderheit betreiben können, das modernisierte Museum oder ein vom Nordschleswiger in unserem Auftrag ausgeführtes Projekt, das über den Online-Auftritt Informationen für und über die Minderheit liefert.“

Neben Kulturministerin Mette Bock (LA) waren nur die Ausschussmitglieder Jesper Petersen (Soz.) und Christian Juhl (Einheitsliste) zur Sitzung gekommen – normalerweise sind Mitglieder aller Parteien im Ausschuss vertreten, doch der Weg nach Nordschleswig schien so manchem Politiker zu weit.
„Wir werden das mal besprechen müssen, für die Politiker ist es natürlich einfacher, wenn wir uns in Kopenhagen treffen“, so Jürgensen. Die drei Politiker zeigten sich gestern sehr offen für die Einrichtung eines neuen Finanztopfes und versprachen, sich für eine Umsetzung einzusetzen.

Mette Bock: „Wir müssen sehen, welche Möglichkeiten es gibt“

Kulturministerin Mette Bock (LA) zeigt für die Wünsche der deutschen Minderheit nach Geld für Wissensvermittlung „volles Verständnis“. „Dass man nicht auf einen Fernseh- oder Radiosender besteht, sondern den Weg über ein modernes Online-Medium gehen will, zeigt, dass die Minderheit die beste Lösung sucht. Jetzt nehmen wir die Wünsche mit nach Hause und dann müssen wir sehen, welche Möglichkeiten es gibt.“

Wie realistisch ist es, dass die Politik auf Christiansborg tatsächlich einen neuen Topf aufmacht? „Das ist schwer zu sagen. Wir haben jetzt einen Einblick in die Pläne erhalten und werden das in Kopenhagen besprechen. Wann und wie und in welcher Form dann eine Entscheidung fällt, das kann ich jetzt nicht sagen. Ich treffe diese Entscheidung ja nicht alleine.“

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