Coronavirus

Chefredakteur: „Ein Tag, den ich nie vergessen werde“

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Nordschleswig/Sønderjylland
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Enkelkind nummer zwei: Großeschwester Paula mit Hannah. Foto: Niels Tästensen

Tag 3: Chefredakteur Gwyn Nissen befindet sich – gesund und ohne Symptome – immer noch in Heim-Quarantäne. Nachdem er am Freitag seinen Blog vom zweiten Quarantänetag abgegeben hatte, überschlugen sich die Ereignisse.

An meinem dritten Quarantänetag musste ich erst einmal tief Luft holen: Was war da gestern noch einmal alles passiert? Die Grenzen wurden geschlossen, denkst du sicherlich, doch mitten in diesen Coronazeiten und dem Fluss von Breaking News gibt es auch erfreuliche Nachrichten: Ich bin am Freitag zum zweiten Mal Opa geworden.

Der Bescheid kam am Freitagnachmittag digital über Face Time, und damit werden wir Großeltern in Quarantäne uns auch die nächsten neun Tage begnügen müssen. Die kleine ist 51 Zentimeter lang, gesund und trägt schon den Namen Hannah. Mutter und Vater sind ebenfalls wohlauf. Natürlich können wir die Zeit nicht abwarten, Hannah in unseren Armen zu halten. Das ist schon ein wenig hart, denn man möchte für seine Familie da sein.

In diesen Tagen sind Familie und Freunde aber vor allem für uns da. Heute gab es schon wieder viele Angebote, unter anderem mit Chips und Zigaretten vorbeizukommen (Danke, Uffe).

Mor Mettes Hammer

Mitten in der Freude dann am Freitagabend sozusagen die nächste Hiobsbotschaft. Inzwischen haben wir uns daran gewöhnt, dass wenn Regierungschefin Mette Frederiksen – Mor Mette – vor die laufenden Kameras tritt, dann hat sie neue Corona-Maßnahmen im Gepäck. Mittwoch waren es die Schließungen von Schulen, Kindertages- und Bildungsstätten sowie die Aufforderung soziale Kontakte zu unterbinden und von zu Hause aus zu arbeiten.

Freitagabend dann der Hammer: Die Grenzen schließen. Nur wer einen gültigen Grund hat, wird ins Land gelassen. Dänemark tut sein Möglichstes, die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. Man kann einig sein oder nicht, aber Hut ab vor den Entscheidungsträgern die in diesen Tagen rund um die Uhr schwierige Entscheidungen treffen müssen – wohl wissend, dass diese große Konsequenzen für die Bevölkerung und die Wirtschaft haben. Die werden sich die Schul- und Grenzschließungen sicherlich nicht einfach gemacht haben.

Søren Brostrøm ist Kult

Regierungschefin Mette Frederiksen tritt, finde ich, souverän und staatsmännisch auf. Das braucht eine Nation im Ausnahmezustand. Doch noch mehr bin ich von Søren Brostrøm von der dänischen Gesundheitsbehörde angetan. Seine sachliche, fachliche und überzeugende Art mit der Bevölkerung zu kommunizieren ist einzigartig. Søren Brostrøm ist jetzt schon Kult. Abwarten – gleich gibt es T-Shirts und Postkarten mit dem Mann.

Sonnabend as usual

Und womit habe ich den Sonnabend in Quarantäne verbracht? Es ist weiterhin Homeoffice angesagt, und ich habe kurz den fleißigen Kollegen im Newsdienst, Cornelius von Tiedemann, unterstützt.

Ansonsten mache ich das, was viele am Sonnabendvormittag machen – ganz unspektakulär: Ich habe geputzt.

Nachher mache ich vielleicht noch einen Spaziergang im Freien und backe einen Schokoladenkuchen. Falls Gäste... ne, Besuch gibt es in diesen Tagen nicht. Erst wieder in neun Tagen, aber wer gerne face-timen möchte... ich bin zu Hause.

Bis morgen.

Die gute Nachricht des Tages: Enkelkind Hannah ist am Freitag zur Welt gekommen. Foto: Niels Tästensen
Enkelkind nummer zwei: Großeschwester Paula mit Hannah. Foto: Niels Tästensen
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