Kampf gegen die Einsamkeit

Besuchsfreunde: Gute Kommunikation ist das A und O

Besuchsfreunde: Gute Kommunikation ist das A und O

Besuchsfreunde: Gute Kommunikation ist das A und O

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Apenrade/Aabenraa
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Karin Müller, Hans Grundt, Elke Hußmann und Ursula Krämer (v. l.) vom Koordinationsteam. (Archivbild) Foto: dodo

Die Initiative Besuchsfreunde geht in ihr viertes Jahr. Viele „Paare“ konnten bereits zusammengebracht werden. 2019 steht die Verbesserung der internen Kommunikation im Fokus.

Wer eine Geschichte zu erzählen hat, der braucht auch einen Zuhörer. Da dies in der Realität allerdings immer seltener der Fall ist – vor allem für ältere Mitmenschen – haben der Sozialdienst Nordschleswig und die Nordschleswigsche Gemeinde vor drei Jahren das Projekt „Besuchsfreunde“ ins Leben gerufen. Es soll Älteren, die allein sind, dabei helfen, einen „Partner“ für ein paar gemeinsame Stunden in der Woche zu finden. 15 Besuchsfreundepaare treffen sich derzeit regelmäßig. Doch die Vermittlung ist nicht immer leicht, sagt Karin Müller. Die Familienberaterin in der Kommune Tondern koordiniert die Besuchsfreunde-Initiative gemeinsam mit dem Abteilungsleiter des Sozialdienstes, Hans Grundt, Ursula Krämer von der Deutschen Bücherei Nordschleswig sowie Elke Hußmann und Elke Lorentzen von der Nordschleswigschen Gemeinde.

„Das Zusammenbringen von zwei potenziellen Besuchsfreunden kann eine Herausforderung sein, man muss manchmal schon einige Kandidaten in der Hinterhand haben, um ein passendes Paar zu bilden. Aber wenn es dann klappt, freut man sich umso mehr, und alle Mühen sind vergessen“, sagt Karin Müller.

Gewinn für beide Seiten

Denn wichtig ist: Bei den Besuchsfreunden geht es nicht darum, dass einer nur gibt und der andere nur nimmt. „Beide Seiten sollen einen Gewinn für sich durch die Besuche haben, sonst funktioniert es auf Dauer nicht“, so die Familienberaterin.

Bei den möglichen Kandidaten haben die Koordinatoren mit regionalen Unterschieden zu kämpfen. Während an der Westküste einige ältere Menschen noch auf jemanden warten, der sie gerne besuchen möchte, gibt es in Apenrade einen Überschuss an Leuten, die gerne besuchen möchten.

Der Grund dafür ist vor allem, weil das Koordinationsteam der Besuchsfreunde im vergangenen Jahr das Deutsche Gymnasium mit ins Boot geholt hat. „Wir haben am DGN unsere Initiative vorgestellt – und die Rückmeldungen waren echt super. Einige Schüler haben sich bereits angemeldet und wir konnten auch schon Besuchsfreundepaare zusammenbringen“, sagt Hans Grundt. In der kommenden Woche sollen bei einem Treffen mit Verantwortlichen vom DGN weitere Schritte geplant werden.

Foto: DN

Eine besonders wichtige Rolle für die Besuchsfreunde spielen die Familienberatungen vor Ort, berichtet Karin Müller. „Sie sind der Dreh- und Angelpunkt, weil sie besonders nah dran sind, die Leute kennen und am besten einschätzen können, wer vielleicht von der Initiative profitieren könnte.“

Vorsätze für 2019

Vorsätze für das neue Jahr gibt es auch: Die Zusammenarbeit mit den Verbänden verbessern, um diese noch aufmerksamer auf die Initiative zu machen, und die interne Kommunikation verbessern.

„Wir haben in den vergangenen Jahren schon viel gelernt, vor allem, wie wichtig der Informationsaustausch untereinander ist. Daran wollen wir weiter arbeiten, um noch effektiver Besuchsfreunde-Paare zusammenzubringen“, sagt Karin Müller.

Alle Interessierten sind willkommen

Wie die Kommunikation weiter optimiert werden kann, darüber wollen sich die Besuchsfreunde am Sonnabend, 2. Februar, bei ihrem jährlichen Treffen unterhalten. Alle Interessierten, die sich näher über die Initiative informieren möchten, sind eingeladen. Unter anderem wird Dr. Hans Gert Jakobsen aus Rothenkrug einen Vortrag über den Umgang mit Demenz halten.

„Es ist ein Thema, mit dem viele Familien und vielleicht auch Besuchende unserer Initiative zu tun haben. Es kann einige vielleicht sogar überfordern. Wir möchten, dass sie ein Werkzeug an die Hand bekommen, wie man mit dementen Menschen umgehen muss“, sagt Hans Grundt. Zudem wird Pastorin Cornelia Simon noch über Seelsorge und Gemeindearbeit sprechen. Für eine warme Suppe zum Mittag ist ebenfalls gesorgt. Das Treffen findet von 10 bis 13 Uhr in der Förde-Schule in Gravenstein statt. Zur besseren Planung werden Anmeldungen bis zum 30. Januar in der Geschäftsstelle des Sozialdienstes, per Telefon (74 62 18 59) oder über E-Mail an witte@sozialdienst.dk, entgegengenommen.

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