Deutscher Tag 2018

Bernd Fabritius: „In Offenheit und Dialog“

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Tingleff/Tinglev
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Bernd Fabritius im Interview mit dem Nordschleswiger. Foto: Lana Riedel

Er ist der direkte Draht der deutschen Minderheit zur Bundesregierung: Bernd Fabritius. In der Festrede auf dem Deutschen Tag 2018 versprach er den Deutschen in Dänemark: „Ich bin ihr Anwalt!“

In den Tagen zuvor hatte Bernd Fabritius das deutsch-dänische Grenzland erstmals persönlich kennengelernt, nun kehrte er am Sonnabend nach einem Kopenhagen-Abstecher zu Ministerin Mette Bock zurück zur deutschen Minderheit, um die Festrede zum Deutschen Tag 2018 zu halten. Eine Ansprache des neuen Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, die mit Spannung erwartet worden war.

„Ich darf Ihnen die herzlichen Grüße und guten Wünsche der Bundesregierung, insbesondere von Frau Dr. Merkel und von unserem Bundesinnenminister Herrn Horst Seehofer überbringen“, so Fabritius eingangs.

Als Siebenbürger Sachse aus der deutschen Minderheit in Rumänien kenne er die besondere politische, kulturelle, historische und soziale Situation einer autochthonen Minderheit persönlich. Daher freue er sich aus „innerer Überzeugung“ auf die Zusammenarbeit mit der deutschen Minderheit, so Fabritius, der anhand der Aufzählung von Fördermitteln untermauerte, welch Engagement die Bundesregierung für die Belange der Minderheit an den Tag lege.

Interview mit Bernd Fabritius:



Das Gemeinsame betonen – in Offenheit

Der 100. Jahrestag der Grenzziehung in 2020 sei eine Chance, das in den letzten Jahrzehnten vielfältig gelebte friedliche Miteinander in der Grenzregion sowohl den in der Region lebenden Menschen als auch allen anderen Bürgern in Deutschland und Dänemark stärker ins Bewusstsein zu rufen.

Ausgehend vom Motto des Deutschen Tages, Minderheit – Gemeinsam stark!“ sagte der Beauftragte, Gemeinschaft sei wertvoll, gebe Sicherheit und Kraft. Gemeinschaft setze aber auch den Willen zur Kommunikation und Bemühen voraus.

„Gemeinschaft wirft jedoch auch Fragen auf, Fragen, die derzeit viel diskutiert werden: Wer bildet die Gemeinschaft? Wer will und wer darf zu welcher Gemeinschaft gehören - und unter welchen Bedingungen? Welchen Grad von Individualität verträgt die Gemeinschaft?"

Seit Unterzeichnung der Bonn-Kopenhagener Erklärungen würden diese Fragen im deutsch-dänischen Grenzgebiet auf eine Art und Weise beantwortet, die das Gemeinsame der Minderheiten nicht in Abgrenzung zu anderen Gruppen betont, sondern im Miteinander.

Fabritius stellte fest: „Sie alle haben verstanden, dass Sie die Akzeptanz der deutschen Minderheit stärken und deren Interessen besser artikulieren können, wenn Sie das Gemeinsame innerhalb der Minderheit und ihrer Organisationen betonen – jedoch in Offenheit und Dialog mit jenen, die der Minderheit nicht angehören.“

„Ich bin ihr Anwalt“, rief Fabritius den Anwesenden zum Abschluss zu.

Bernd Fabritius

  • 1965 in Agnetheln, Rumänien geboren
  • Rechtsanwalt
  • 2013 bis 2017 CSU-Abgeordneter im Bundestag
  • Präsident des Bundes der Vertriebenen
  • Präsident der Föderation der Siebenbürger Sachsen
  • Seit 11. April 2018 Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten
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