Kommunalwahl

Anonyme Anzeige: Gruppierung zieht Nazi-Vergleich und hetzt gegen die Schleswigsche Partei

Anonyme Anzeige: Gruppierung zieht Nazi-Vergleich und hetzt gegen die Schleswigsche Partei

Anonyme Anzeige: Gruppierung zieht Nazi-Vergleich und hetzt gegen die Schleswigsche Partei

Apenrade/Aabenraa
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Neben einer Wahlanzeige der Schleswigschen Partei erschien am Sonntag eine anonyme Anzeige, die Wähler dazu auffordert bei der Kommunalwahl "dänisch zu wählen" und sich gegen die "kriecherische" SP zu wehren. Foto: Anzeige aus JV

Fassungslosigkeit bei der SP: In einer anonymen Anzeige in JydskeVestkysten warnt eine Gruppierung vor der Schleswigschen Partei und der "Stimme der Vergangenheit".

Die Schleswigsche Partei (SP) ist fassungslos: Nach der Veröffentlichung einer Anzeige in der Sonntagsausgabe von JydskeVestkysten: Eine Gruppierung, die sich „ehrliche, freie, dänische Sønderjyder (ærlige frie danske sønderjyder) nennt, ruft dazu auf, eine „dänische“ Partei zu wählen, mit folgendem (übersetzten) Wortlaut: „Wenn sich die deutsche Minderheit als sønderjysk bezeichnet, dann deshalb, weil es dort Stimmen zu holen gibt. Denn Macht mögen sie in dieser kriecherischen Partei. Die Stimme der Vergangenheit ruft. Sei auf der Hut, wenn die Falschheit schreit.“

Als Ruth Candussi, Parteisekretärin der SP, die Anzeige sah, war sie sprachlos. Aber nicht lange. „Jeder, der unsere politische Arbeit nur ein wenig verfolgt, weiß, dass diese Vorwürfe, die dort angedeutet werden, falsch sind. Wir machen kein Geheimnis daraus, dass wir eine Partei der deutschen Minderheit sind, und wir schmücken uns auch nicht mit fremden Federn. Unsere Identität ist historisch gewachsen, sie ist deutsch, dänisch und eben auch sønderjysk“, sagt Ruth Candussi.

Zudem verteidigt sie die Strategie der SP, mit Nordschleswig-Sønderjylland zu werben. Jede Partei, die zu einer Wahl antrete, wolle Stimmen gewinnen, um politisch Einfluss zu erhalten. Dies sei nichts Anrüchiges. Die Schleswigsche Partei werde weiterhin ihren Wahlkampf fortsetzen und ihre politischen Auffassungen vertreten.

Wenig ehrlich findet sie, dass die Anzeige nicht verrät, wer sich hinter den „ehrlichen, freien, dänischen Sønderjyder“ verbirgt.

Eine Internetrecherche seitens des Nordschleswigers ergab auch keinen Hinweis auf die Gruppierung „Diese Anzeige wird unsere gute Laune über den Verlauf des Wahlkampfes nicht dämpfen“, sagt die Parteisekretätin und führt aus: "Wir werden uns nicht verstecken.“

SP-Vorsitzender: Anonyme Ewiggestrige

Der SP-Vorsitzender Carsten Leth Schmidt war schon „etwas erstaunt“, als er die JydskeVestkysten aufschlug und neben der SP-Anzeige, in der Gösta Toft für eine offene und vielfältige Region wirbt, den Aufruf der sogenannten ehrlichen, freien und dänischen Sønderjyder sah, eben diese „kriecherische“ Partei der deutschen Minderheit nicht zu wählen.

Etwas Positives gewinnt er der ganzen Sache doch ab: „Für mich zeigt das nur, dass wir an Einfluss gewinnen. Ewiggestrige, die Anonymität vorziehen, wird es leider immer geben. In den kommenden Tagen überlegen wir uns eine Antwort.“

Anti-Deutsche-Parolen

Es ist nicht das erste Mal, dass die Schleswigsche Partei im Wahlkampf zur Kommunalwahl 2017 auf Anti-Deutsche-Parolen gestoßen ist.

Auch als der Danfoss-Vorsitzende Jørgen Mads Clausen auf den SP-Spitzenkandidaten Stephan Kleinschmidt als seinen bevorzugten Bürgermeister in Sonderburg zeigte, gab es deutschfeindliche Kommentare. Und in Apenrade meinte Ejler Schütt von der Dänischen Volkspartei (DF), dass die Schleswigsche Partei in einer bestimmten Sache nicht hätte abstimmen sollen, weil es eine dänische Angelegenheit sei. Schütt zog später seine Aüßerung zurück.

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