Kultur

„Æresrummelpot 2020“ an Eva Kjer Hansen vergeben

„Æresrummelpot 2020“ an Eva Kjer Hansen vergeben

„Æresrummelpot 2020“ an Eva Kjer Hansen vergeben

Apenrade/Aabenraa
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Eva Kjer Hansen erhielt den diesjährigen Æresrummelpot von Redakteur Gunnar Hattesen (rechts im Bild). Im Vordergrund sitzend Verfasser H. E. Sørensen sowie Zeichner Ole Weile (stehend dahinter). Foto: Nils Baum

Knapp zwei Wochen nach Vorstellung der 75. Ausgabe von „Æ Rummelpot“ wurde die Politikerin Eva Kjer Hansen am Mittwoch mit dem „Æresrummelpot“ 2020 ausgezeichnet. Die Preisträgerin erhielt die Ehrung unter dem Motto „Farvel, Eva Kærre Hansen“.

„Liebe Eva, oh nein! Nun passiert es! Du verlässt uns!“ Mit diesen Worten leitete Gunnar Hattesen, Redakteur von „æ Rummelpot“, seine Laudatio an Eva Kjer Hansen ein.

In seiner Laudatio ging Gunnar Hattesen vor allem auf die lange Verbindung ein, die zwischen „æ Rummelpot“ und Eva Kjer Hansen besteht. Foto: Nils Baum

Und damit spielte er gleich zu Beginn darauf an, was den Anlass für die Zeremonie am Mittwochvormittag in der Apenrader Versammlungsstätte „Folkehjem“ gab: Eva Kjer Hansen war im Oktober zur Spitzenkandidatin von Venstre bei der Bürgermeisterwahl in Kolding nominiert worden und steht somit davor, Nordschleswig zu verlassen.

Das allein wäre vielleicht noch kein besonderer Anlass für eine Auszeichnung, doch Eva Kjer Hansen diente „æ Rummelpot“ seit 1982 als eine Quelle der Inspiration für humoristische Zeichnungen. Und deshalb fühle es sich für die Rummelpot-Redaktion ein bisschen so an, als würde das Nesthäkchen jetzt flügge werden, so Gunnar Hattesen.

In seiner Rede unterstrich er deshalb die besondere lokale Verankerung Eva Kjer Hansens: „Du bist auf alle erdenkliche Art und Weise eine Nordschleswigerin und die Frau, die den Ehrenrummelpot 2020 verdient hat.“

Eva Kjer Hansen entlockte dem Æresrummelpot gleich nach den ersten Versuchen die charakteristischen Laute. Foto: Nils Baum

Karikaturist Ole Weile zeichnete die Politikerin über all die Jahre hinweg. Er hatte deshalb eine Zeichnung von 1994 mitgebracht, die er seinerzeit angefertigt hatte, als Eva Kjer Hansen ins Europaparlament einzog und dort seiner Interpretation nach wie eine First Lady aufgenommen wurde.

Zeichner Ole Weile mit einer Zeichnung aus dem Jahre 1994, auf der Eva Kjer Hansen als First Lady dargestellt ist. Foto: Nils Baum

„Und ich hatte auch die Freude, die letzte Zeichnung anzufertigen“, sagte Ole Weile mit einem Lächeln an Eva Kjer Hansen gewandt.

Und auch die letzte Zeichnung von Eva Kjer Hansen entstammt der Feder von Ole Weile. Foto: Nils Baum

Danach überreichte er ihr beide Zeichnungen im Original, worüber sich die frisch ausgezeichnete Ehres-Rummelpotterin sichtlich freute.

Ole Weile überreichte beide Zeichnungen im Original an Eva Kjer Hansen. Foto: Nils Baum

Die Ausgezeichnete bedankte sich unter anderem mit den Worten: „Es bedeutet mir sehr viel, Nordschleswigerin zu sein. Hier wird man sich seiner Identität bewusst. Ich bin stolz auf unseren Zusammenhalt, darauf, dass wir uns gegenseitig unterstützen und zusammenstehen.“

In ihrer politischen Arbeit sei sie stets dem guten Rat ihres Vaters gefolgt, der da lautete: „Mache es so, wie du es für richtig hälst. Kämpfe für das, woran du glaubst.“

„Jetzt überquere ich eine alte Grenze“, sagte Eva Kjer Hansen abschließend in Anspielung auf die Grenze von 1920 und die zwischen den Kommunen Apenrade und Kolding. „Aber wenn ich Heimweh bekomme, dann kann ich ja einfach eine Fahrradtour nach Nordschleswig unternehmen, das wird schon helfen.“

Venstre-Politikerin Eva Kjer Hansen mit Karikaturen aus „æ Rummelpot“ aus den Jahren 1994 und 2020. Foto: Nils Baum

Der jährlich verliehene „Æresrummelpot“ wird seit 1950 verliehen. Frühere Preisträger sind unter anderem Königin Ingrid, Schiffsreder Mærsk McKinney Møller, der ehemalige Minister Bertel Haarder und Danfoss-Chef Mads Clausen.

Die Auszeichnung wird einer Person oder Institution verliehen, der/die dazu beigetragen hat, dass es lustiger, besser und interessanter ist, in Nordschleswig zu leben und die den Landesteil bekannt gemacht hat.

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