Zusammensein im Vordergrund

Achtklässler auf dem „Berg“

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Knivsberg/Knivsbjerg  
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Kontakte knüpfen und zugleich Techniken der Selbstverteidigung erlernen – das gehörte zum Programm. Foto: Karin Riggelsen

Beim Lehrgang auf dem Knivsberg steht vor allem das Zusammensein mit Gleichaltrigen im Vordergrund.

Auf dem Knivsberg klettern, rudern, tanzen, kochen, basteln, zeichnen und spielen seit vergangener Woche die Achtklässler der deutschen Schulen Nordschleswigs. Sie treffen sich dort nämlich zum obligatorischen 8.-Klasse-Lehrgang. Der führt die Schüler seit vielen Jahren dort zusammen, damit sie sich kennenlernen, denn so ist es zum Beispiel später einfacher, auf das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig zu wechseln. Man kennt dann dort schon jemanden. Den Schülern gefällt es, wie sie in Berichten schreiben.

Das ist jedoch nur ein Grund für die fünftägige Veranstaltung. Natürlich sollen die Schüler dort auch lernen und Erfahrungen sammeln. Dass der Knivsberg dafür die richtigen Voraussetzungen mitbringt, spricht für sich, denn Haus, Gelände und die Umgebung laden dazu ein. Die Mannschaft vom „Berg“ hat sich ein buntes Programm ausgedacht, aus dem die Schüler sich schon vorher ihre Favoriten aussuchten.

Für jeden etwas dabei

Für jeden ist etwas dabei. So können die jungen Leute an Workshops wie Klettern, Kreativität, Angeln, Mannschaftssport, Jugger (Ballspiel), Selbstverteidigung teilnehmen – je nach Geschmack. Den Kreativworkshop leitet übrigens Jana Surkus, die Jugendkulturkonsulentin des Bundes Deutscher Nordschleswiger. Andere Angebote wiederum werden vom Knivsberg-Team abgedeckt. So übernimmt der Jugendhofleiter René Schneider als passionierter Outdoor-Fan das Angeln und Bogenschießen. Eine FSJ´lerin (FSJ steht für Freiwilliges Soziales Jahr; Anm. d. Red.), die Fußballtrainerin ist, hat sich des Mannschaftssports angenommen. Der Deutsche Ruderverein Hadersleben steht für das Ruderangebot.

Diese vielen Aktivitäten machen jedoch nur einen Teil des Gesamtprogramms aus. „Die Jugendlichen haben auch Freizeit, in der sie miteinander etwas machen und sich besser kennenlernen. Dafür bieten wir nur den Rahmen mit Tischtennisplatte, Billardtisch usw.“, berichtet Elisabeth Simon, Projektmitarbeiterin auf dem Knivsberg.

Mannschaftsgeist war gefragt. Foto: Karin Riggelsen

Doch nicht nur aus den eigenen Reihen wird das Lehrgangsprogramm unterstützt. Es kommen unter anderem auch die jungen Botschafter von „ung til ung“, die mit den Schülern über das Thema Sexualität sprechen und Fragen beantworten. Da nicht alle 8. Klassen der deutschen Schulen gleichzeitig in der Bildungsstätte Platz finden, kommen an den jeweils fünf Tagen je zwei bis drei Klassen dort unter.

In der vergangenen Woche waren das die Apenrader und Sonderburger Schüler, die zusammen über 50 Betten belegten. In dieser Woche leben dort über 60 Schüler von der Ludwig-Andresen–Schule in Tondern sowie der Deutschen Schulen Tingleff und Hadersleben.
Ein großer Erfolg ist die Disco, die am Donnerstag, dem letzten Abend stattfindet. Dort treffen sich nochmals alle, um einige nette Stunden zu verbringen, zu tanzen und zu schnacken.

Die Schüler finden den Aufenthalt gut. So berichten zum Beispiel Teilnehmer eines Dokumentationsworkshops von den Lehrgangsangeboten und bemerken, dass „alle mit Interesse teilnehmen und dabei andere Leute kennenlernen, um später, in der Freizeit, gemeinsam etwas zu unternehmen“.

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