Schulanfang

Mit Abstand ins neue Schuljahr

Mit Abstand ins neue Schuljahr

Mit Abstand ins neue Schuljahr

Kim Malin Bethke
Apenrade/Aabenraa
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Der Abstand muss auch im Klassenraum eingehalten werden. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

In allen Schulen der deutschen Minderheit laufen die Vorbereitungen fürs neue Schuljahr auf Hochtouren. Im Vordergrund stehen dabei natürlich die Corona-Richtlinien und wie diese umzusetzen sind. „Der Nordschleswiger“ hat bei einigen Schulen nachgefragt.

So schnell sind sechs Wochen um, und der Schulalltag steht wieder vor der Tür. Sowohl die Deutsche Schule Pattburg (DSP) als auch die Deutsche Schule Hadersleben (DSH) und die Ludwig-Andresen-Schule Tondern (LAS) bereiten sich auf das neue Schuljahr vor – die Corona-Regeln stellen dabei eine besondere Herausforderung dar.

Ein einheitliches Konzept für die Schulen gebe es nicht, da die Schulen unterschiedlich ausgestattet und die Räumlichkeiten für eine einheitliche Umsetzung nicht überall gegeben seien. Deshalb werde der Schulalltag an jeder Schule individuell gestaltet, so Anke Tästensen, Dienststellenleiterin und Schulrätin beim Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV).

Abstand, Desinfektion und Bewusstsein schaffen

Was aber in allen Schulen gleich ist und bleibt, ist die Aufforderung zum regelmäßigen Händewaschen und -desinfizieren. Auch die Abstandsregeln werden strikt eingehalten.

Der Ansatz ist, dass es zunächst so weitergeht wie vor den Ferien geendet wurde. Im Fall der Deutschen Schule Pattburg heißt das zum Beispiel, dass die Sitzordnungen in den Klassenräumen bestehen bleiben.

Auch in der Ludwig-Andresen-Schule Tondern wird auf Abstand geachtet. Dafür sorgen beispielsweise die versetzten Pausen, sodass sich Schüler verschiedener Klassen nicht begegnen.

„Außerdem kennzeichnen wir die Eingänge und warten noch auf Pfeile, mit denen wir die Wege kennzeichnen können, sodass die Kinder sich in den Gängen nicht entgegenkommen. Zusätzlich kleben wir Kontaktpunkte auf“, erzählt Schulleiterin Bonni Rathje-Ottenberg.

Kontaktpunkte sind rote Aufkleber. Wenn die Kinder diese sehen, sollen sie sich überlegen, ob sie das Gekennzeichnete jetzt wirklich anfassen müssen. Damit wird ein Bewusstsein für die mögliche Übertragung des Coronavirus geschaffen.

Schulstart und Einschulung

Der reguläre Schulbetrieb startet am 10. August.

Die 17 neuen Schüler in Hadersleben werden schon am Mittwoch, 12. August, zur Einschulung in der Turnhalle begrüßt.

In Pattburg/Padborg und Tondern/Tønder bleibt noch ein wenig mehr Zeit, bis die neuen Schüler dazustoßen. Dort finden die Einschulungen erst am Freitag, 14. August, statt.

Die neuen Schüler sind jetzt schon in der Schulfreizeitordnung und lernen dort die Corona-Regeln kennen.

Susanne Haupt, Schulleiterin Deutsche Schule Pattburg

An der Deutschen Schule Pattburg werden 14 neue Kinder willkommen geheißen. „Die neuen Schüler sind jetzt schon in der Schulfreizeitordnung und lernen dort die Corona-Regeln kennen“, erzählt Schulleiterin Susanne Haupt. Bei der Einschulung in der Turnhalle dürfen dann pro Kind zwei Begleitpersonen mitkommen – so hatte die Schule es auch bei der Abschiedsfeier vor den Ferien geregelt.

Die Ludwig-Andresen-Schule bekommt in diesem Schuljahr 15 neue Vorklässler. Wie die Einschulung genau ablaufen wird, wird am 7. August in einer Konferenz besprochen. „Je nachdem, wie viele Anmeldungen es gibt, müssen wir entscheiden, ob wir die Menge an Besuchern begrenzen“, erklärt Bonnie Rathje-Ottenberg. „Ich gehe aber davon aus, dass wir die Einschulung in der Turnhalle feiern werden.“

Evaluation – aus der Krise lernen

„Wir haben einen Fragebogen für Kinder, Eltern und Lehrer erstellt, den wir aktuell evaluieren“, berichtet Susanne Haupt von der Deutschen Schule Pattburg. Dieser Fragebogen steht unter dem Motto „Was wir aus Corona lernen und mitnehmen können“. Die ausgefüllten Fragebögen sollen dabei helfen, den Online-Unterricht und generell die Handhabung im Falle einer erneuten Schulschließung zu erleichtern. „Wir können mit den Ergebnissen individuell auf die Bedürfnisse der einzelnen Klassen eingehen“, erklärt sie.

Vom 12. bis zum 13. August wird auch beim alljährlichen Schulleiterseminar im Haus Quickborn mit allen Schulleitern evaluiert, welche Maßnahmen in Bezug auf das Coronavirus gut umgesetzt wurden und welche noch konsequenter umgesetzt werden müssen. Auf Basis der durchgeführten Evaluation soll dann ein gemeinsamer Notfallplan erstellt werden, der im Falle einer zweiten Welle in Kraft treten soll.

Ausblick

„Im Moment orientieren wir uns an den Richtlinien vom 1. August“, berichtet Bonni Rathje-Ottenberg, LAS Tondern. „Wichtig ist vor allem, dass wir Flexibilität bewahren. Außerdem bleibt abzuwarten, wie es jetzt mit der vierten Phase weitergeht.“

Anke Tästensen betont, dass die Richtlinien sich natürlich jederzeit ändern können. „Das läuft alles situationsbedingt“, erklärt sie.

Wichtig ist vor allem, dass wir Flexibilität bewahren.

Bonni Rathje-Ottenberg, Schulleiterin Ludwig-Andresen-Schule Tondern

Was jedoch bei allen Gesprächen ganz klar wird: Der Schulalltag soll so normal wie möglich gestaltet werden. Nicht nur für die Kinder und Eltern, sondern auch für die Lehrer.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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