Deutsche Minderheit

70 Jahre deutscher Jugendverband – 70 Minuten Generalversammlung

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Kivsberg/Knivsbjerg
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Foto: Friedrich Hartung

Jasper Andresen wurde als Vorsitzender wiedergewählt. Der Jugendverband der deutschen Minderheit hat den Haushalt im Griff.

Jasper Andresen wurde als Vorsitzender wiedergewählt. Der Jugendverband der deutschen Minderheit hat den Haushalt im Griff.

Es war eine lange Reise mit vielen Turbulenzen und finanziellen Schnitzern, doch der Deutsche Jugendverband für Nordschleswig ist wieder obenauf – das bestätigte auch die Generalversammlung des Verbandes am Mittwochabend auf dem Knivsberg.

In nur 70 Minuten wurden nicht nur Berichte und Haushalt des 70-jährigen Verbandes getätigt, sondern auch Satzungsänderungen verabschiedet. „Die Satzungsänderungen sind nötig, wenn wir weiterhin Mittel von Dansk Ungdoms Fællsråd beziehen wollen“ erklärte der Vorsitzende Jasper Andresen, Uk. Und da es sich jährlich um mehrere hunderttausend Kronen dreht, gab es zu den vorgeschlagenen Satzungsänderungen auch keine einzige Gegenstimme.

Neben redaktionellen und sprachlichen Änderungen – jetzt wo man sowieso die Satzungen überarbeiten musste – ging es vor allem darum, der Jugend eine Stimme zu verleihen. Der Jugendverband hatte vor einigen Jahren zum Schutze der Jugendlichen im Vorstand, dass Stimmrecht bei Personalentscheidungen entzogen. „Aber das geht nicht – DUF pocht auf die Mitbestimmung der Jugendlichen in den Vorständen“, erklärte Jasper Andresen. Auch die Aufnahme und den Ausschluss wird neu organisiert. Der Vorstand kann nun selbst neue Mitglieder in den Jugendverband eingliedern, bei Ausschlüssen muss aber weiterhin die Generalversammlung entscheiden.

In einem Jahresbericht (wir berichteten) hatte Jasper Andersen unter anderem Veranstaltungen angesprochen, die mangels Teilnehmer abgesagt werden mussten.
Leif Thomsen aus Pattburg fragte, ob es vielleicht am Preis liegen können. Der Betrag für den einzelnen Teilnehmer sei vielleicht günstig, aber wenn dann eine ganze Familie teilnehmen wolle, dann würde es doch teuer werden.

„Der Preis ist sicher ein Faktor, aber es gab auch viele andere Faktoren wie der Zeitpunkt und die Konkurrenz von anderen Veranstaltungen. Das Wichtigste ist, dass wir einen engen Kontakt zu euch in den Vereinen haben und mit euch ausmachen, was wir in Zukunft anbieten sollen“, sagte Jasper Andresen.

Anja Eggert aus Apenrade sprach die Kommunikation mit den Mitgliedern an. Es würden viele Mails mit Informationen verschickt werden, die die Vereine intern weiterleiten müssten.
„Wir wissen, dass die Ehrenamtlichen in den Vereinen viel Arbeit haben, und dass die Arbeitsbelastung oft zu groß ist. Wenn man dann auch noch dafür sorgen muss, dass jede Mannschaft, jeder Spieler und jedes Mitglied Informationen bekommt, dann ist das mit viel Arbeit verbunden. Daher wünschen wir auch ein Kommunikationssystem, mit dem wir alle ansprechen können“, erklärt Jasper Andresen.
Der BDN musste ein solches System kürzlich wegen der Bedenken von Ortsvereinen „parken“ die keine zentralen Mails wünschten. Die Generalversammlung des Jugendverbandes hatte diese Bedenken nicht.

Jasper Andresen als Vorsitzender bestätigt

Der Vorsitzende des Jugendverbandes, Jasper Andresen, wurde von der Generalversammlung für zwei weitere Jahre wiedergewählt. Vorstandsmitglied Christian Hansen aus Sonderburg wurde ebenfalls wiedergewählt und auch Jugendvertreterin Sofie Schlüter Knauer bleibt weiterhin im Vorstand. Jasper Andersen bedankte sich für das Vertrauen: „Ich finde wir haben langsam ein Team zusammen das etwas bewegt. Wenn wir zusammen sind schaffen wir etwas. Daher freue ich mich auf die Arbeit in den nächsten zwei Jahren.“

Jugendverband im Plus

Die Finanzen des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig werden seit einigen Jahren vom BDN geführt. Daher legte BDN-Generalsekretär Uwe Jessen den Jahresabschluss vor. Der endete mit einem „Überschuss“ von 61.000 Kronen oder wie Jessen sagte: Einen Minderverbrauch der zur Verfügung gestellten finanziellen Zuschüsse. 2015 und 2016 seien durch die Umstrukturierung des Verbandes atypische Jahre für den Jugendverband gewesen. Daher werde unter anderem eine Einsparung, wie im Jahr 2016 bei den Personalmitteln über 450.000 Kronen, nicht zu wiederholen sein.


Ein Finanzüberblick:

Einnahmen (in Mio. Kronen)
Vermietungen (Knivsberg) 1,65
Zuschuss Bundesmittel 7,34
Sonstige Zuschüsse 1,17

Ausgaben (in Mio. Kronen)
Personal 4,57
Bewirtschaftung der Grundstücke und Gebäude 0,7
Unterhaltung der Grundstücke und Gebäude 0,62
Beschaffung Sport- und Spielgeräte 0,53
Tagungen und Veranstaltungen 0,79

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