Wort zum Sonntag

„Das Wort zum Sonntag zum 25. Juli 2020“

Das Wort zum Sonntag zum 25. Juli 2020

Das Wort zum Sonntag zum 25. Juli 2020

Pastorin Sabine Hofmeister
Sabine Hofmeister
Nordschleswig
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Foto: Adobe Stock

Das Wort zum Sonntag zum 25. Juli 2020 von Pastorin Sabine Hofmeister, Fredericia.

Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? (Mt, 5. 13)

Den kleinen Leuten, den Arbeitern, aber auch den Trostlosen und Verzweifelten, Menschen in Elend und auf der Flucht, hat der brasilianische Fotograf Sebastiao Salgado (sein Nachname bedeutet „salzig“) ein Denkmal gesetzt und damit Salz in die Wunden dieser Welt gestreut. Seine Fotos zeigen Arbeiter in den Goldminen Brasiliens und an den Ölquellen in der Wüste, vom Hunger gezeichnete Frauen und Kinder, Flüchtlinge, Kriegsopfer.

Salgados Leben und Werk hat der deutsche Regisseur Wim Wenders in seinem preisgekrönten Film „Das Salz der Erde“ porträtiert. Eindrucksvolle Bilder erzählen von der Härte des Lebens, von mühseliger Arbeit und viel Not. Zugleich aber zeigen sie die Würde, Stärke und Mut dieser kleinen Leute, der Minenarbeiter und Teepflückerinnen.

Ihnen gilt der Zuspruch der Bergpredigt, die – schon, als Matthäus sie aufschrieb – diejenigen ermutigen wollte, die am Rand der Gesellschaft standen. Können wir Mittelschichtchristen diese Worte überhaupt auf uns beziehen? Wenn wir Salz der Erde sein wollen, dann indem wir den Machtlosen den Rücken stärken, für Gerechtigkeit eintreten und uns mit Hunger, Krieg und einem Flüchtlingsheer nicht abfinden, sondern immer wieder Salz in die Wunden streuen und aufmerksam machen auf diejenigen, die so viele sind und so gering geachtet werden. Schließlich sind wir das Salz der Erde.

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