Ernte

Ernte 2019 verspricht trotz Regenpause gut zu werden

Ernte 2019 verspricht trotz Regenpause gut zu werden

Ernte 2019 verspricht trotz Regenpause gut zu werden

Nordschleswig
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Die Ernte – hier in Feldstedtholz/Felstedskov – musste in den ersten beiden Augustwochen ruhen. Foto: Karin Riggelsen

Endlich kann das letzte Korn eingefahren werden: Die Wetteraussichten für die nächsten Tage sagen trockenes und warmes Wetter voraus, und die Landwirte können die restliche Ernte einfahren. Wir haben mit Experten des Landwirtschaftlichen Hauptvereins über die Ernte 2019 und über die aktuelle Lage der Landwirte gesprochen.

Rund 14 Tage lang war es still auf den Feldern Nordschleswigs, am Wochenende werden die Erntemaschinen im Dauerbetrieb auffahren: Das gute Wetter macht es den Landwirten endlich möglich, auf die Felder zu fahren und den Rest der Ernte 2019 einzuholen.

„Es besteht kein Zweifel daran, dass es am Wochenende und in den Tagen darauf zum Dauereinsatz kommen wird“, sagt der Chef der Abteilung Pflanzenbau beim Landwirtschaftlichen Hauptverein für Nordschleswig (LHN), Hans Henrik Post.

Hat der Regen der der Ernte geschadet?

Hat der viele Regen der vergangenen zwei Wochen der Ernte geschadet? „Es sind keine größeren Schäden entstanden, das ist regional aber sehr unterschiedlich, je nach Regenmenge. In einigen Teilen könnte es Einbußen von rund 5 Prozent geben.“

Grund dafür: Werden die Getreidehalme zu weich, sinken sie ein. Außerdem können zu reife Ähren abknicken – oder Körner fallen raus.


Die Ernte 2019 fällt überdurschnittlich gut aus Foto: Karin Riggelsen

Insgesamt scheint es aber eine gute Ernte zu werden, prognostiziert Post. „Die meisten stehen gut da, und das Korn kann bei diesem Wetter gut abtrocknen. Wir gehen davon aus, dass die Ernte 2019 rund 10 bis 15 Prozent über dem Durchschnitt liegt. Es war ein gutes Jahr, es hat zur richtigen Zeit geregnet, sodass die Pflanzen gut wachsen konnten.“

Auf vielen Feldern lag in den vergangenen zwei Wochen das Stroh. Ist es wegen des vielen Regens noch zu gebrauchen? „Ja, das ist aber nicht verloren, es wird getrocknet und gewendet und dann eingeholt“, sagt der Abteilungschef.

Die Stimmung würde ich als beherrscht positiv beschreiben.

Tage Hansen, LHN-Direktor

Wie geht es den Landwirten über die Ernte hinaus? Dazu haben wir den Chef des LHN, Tage Hansen, befragt.

„Die Stimmung würde ich als beherrscht positiv beschreiben“, sagt Hansen. Die Preise für einige Produkte, darunter auch Schweinefleisch, seien derzeit gut.

„Außerdem wurden Betriebe weiter optimiert und die Ausgaben minimiert. Und wenn wir auf die Banken schauen, können wir sagen: Hier herrscht Arbeitsruhe“, so Hansen. Kein Vergleich zum Dezember 2018, als beispielsweise die Sydbank prognostizierte, dass 25 Prozent der Schweineproduzenten im Landesteil ihren Betrieb schließen müssten.

Tendenziell weniger gut laufe es derzeit bei so manchem Ökologen, vor allem in der Eierproduktion, aber auch bei Schlachtscheinen und Pflanzenbau, wo der „erste Schnitt“ der neuen Ökologen gut ausgefallen ist – und es ein entsprechend großes Angebot gibt.

Landwirte müssen flexibel und optimal vorbereitet sein

„Ein typischer Zyklus, wenn es in einer Produktionsbranche gut läuft, kommen weitere hinzu, und das Angebot vergrößert sich. Aktuell ist der Markt etwas übersättigt, langfristig ist der Öko-Markt aber alles andere als gesättigt“, sagt Hansen.

Ebenfalls herausfordernd sei derzeit auch die Lage der Kälber-Produktion. „Aber so ist das nun mal in unserem Gewerbe – es geht sehr dynamisch zu, und die Landwirte müssen flexibel und optimal vorbereitet sein“, so der LHN-Chef zu den unvorhersehbaren Markt- und Preisschwankungen.

Den Landwirten in Nordschleswig und des LHN komme der Standort im Grenzland immer wieder zugute. „Durch unser Netzwerk südlich der Grenze profitieren wir ganz klar. Wir sind dabei, wenn es gilt, neue Sorten Getreide zu testen oder wir präsentieren und vertreiben unsere Pflanzen in Deutschland“, nennt Hansen einige Beispiele.

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