Wirtschaft

Deutsch-dänische Unternehmer: Region lebt von offenen Grenzen

Deutsch-dänische Unternehmer: Region lebt von offenen Grenzen

Deutsch-dänische Unternehmer: Region lebt von offenen Grenze

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Flensburg/Apenrade
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Kein Durchkommen: Wie hier in Pattburg waren die Grenzübergänge über Monate dicht – die meisten sind noch immer gesperrt. (Archivfoto) Foto: Karin Riggelsen

Apenrades Bürgermeister will, dass die Wirtschaft in der Grenzregion auf eine mögliche nächste Grenzschließung „besser vorbereitet“ ist. Viele Unternehmen haben laut Verbänden unter den geschlossenen Grenzen gelitten.

Die deutsch-dänische Region lebe von offenen Grenzen, so der Tenor eines Treffens von Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Politik im Grenzland im Rahmen des „Deutsch-Dänischen Businessforum“.

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Flensburg, Rolf-Ejvind Sörensen, sagte im Anschluss an das Treffen: „Unser eng verflochtener Wirtschaftsraum ist auf den grenzüberschreitenden Verkehr ohne jegliche Hürden und Hemmnisse angewiesen.“

Im Vorstand des Businessforums treffen sich regelmäßig die Spitzen des nordschleswigschen Wirtschaftsverbandes UdviklingsRåd Syd (URS) und der IHK Flensburg.

Grenzschließung hat viele Unternehmen schwer getroffen

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand laut Pressemitteilung der IHK diesmal der Austausch zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die gemeinsame Grenzregion. Beide Seiten betonen die Bedeutung offener Grenzen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Einwicklung des gemeinsamen Wirtschaftsraums.

Monatelang waren die Grenzen zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark wegen der Corona-Pandemie nahezu dicht. Überqueren durfte sie nur, wer einen triftigen Grund hatte. Möglich war die Einreise zum Beispiel für den Gütertransport oder für Berufspendler.

„Wir freuen uns sehr, dass die Grenzen nun wieder offen sind und unsere dänischen Nachbarn hier wie gewohnt ungehindert einkaufen, einkehren und länger verweilen können“, so Sörensen, der darauf hinweist, dass Maschinen teilweise über Monate stillgestanden hätten, weil Monteure nicht einreisen konnten und dass Aufträge liegen geblieben seien.

Besonders auch der regionale Handel, Tourismus und das Gastgewerbe hätten unter den Grenzschließungen gelitten.

Apenrades Bürgermeister Thomas Andresen (Archivfoto) Foto: Karin Riggelsen

Apenrades Bürgermeister: Besser vorbereitet sein

Der Bürgermeister der Kommune Apenrade, Thomas Andresen (Venstre), Vorsitzender des URS, meint: „Unsere dienstleistungsorientierte und produzierende Wirtschaft in Sydjylland ist auf Fachkräfte aus Schleswig-Holstein angewiesen.“ Er verspricht: „Für die Menschen und die Unternehmen in den Grenzregionen brachten die Grenzschließungen einschneidende wirtschaftliche und private Belastungen mit sich. URS und IHK werden mit Politik und Verwaltung im Austausch bleiben, um für die besonderen Problemlagen der Wirtschaft bei Grenzschließungen zu sensibilisieren und für die Zukunft besser vorbereitet zu sein.“

Rund 14.500 Menschen pendeln täglich zwischen Nord- und Südschleswig über die Grenze.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Mutiges Museum“