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Zweiter Versuch: Gründung von Lokalrat für Tondern vorbereitet

Zweiter Versuch: Gründung von Lokalrat vorbereitet

Zweiter Versuch: Gründung von Lokalrat vorbereit

Tondern/Tønder
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Tondern ist eine Stadt, die reich an kulturhistorischen Gebäude ist. Foto: Brigitta Lassen

Jedes kleine Dorf hat ein kleines unpolitisches „Parlament“, das die Interessen der Gemeinschaft auch gegenüber der Kommune Tondern vertritt. Noch fehlt die Wiedaustadt auf der Liste.

Vor einigen Jahren wurde bereits ein Versuch unternommen, einen sogenannten Lokalrat für den Tonderner Stadtbereich zu gründen. Die Initiative verlief aber im Sand. 27 Gremien dieser Art gibt es wiederum in der ganzen Kommune.

Jetzt soll das Vorhaben bei einem zweiten Anlauf klappen. Hinter der Initiative steht Anne Mette Pedersen, frühere Leiterin des Mitbürgerhauses in Tondern und heutige Vorsitzende des Kulturellen Forums (Dachverband für kulturelle Aktivitäten).

Anne Mette Pedersen hat viele Eisen im Feuer. Foto: Archiv

Sie will mehr Bewegung in die Stadt bringen, die reich an kulturhistorisch wertvollen Gebäuden sei. „Es gibt auch gute kulturelle Institutionen, gute Schulen, tüchtige Geschäftsleute, eine schöne Natur, freundliche Menschen, gute Sportanlagen, starke Netzwerke und das Tønder Festival. Aber jeder macht sein Ding und weiß nicht, was der andere macht. Dabei können wir gemeinsam mehr bewegen“, bedauert die Initiatorin.

Sie lobt zwar auch die Stärke der Stadt, Zusammenhalt zu beweisen, zuletzt als das Tonderner Krankenhaus von der Schließung bedroht war. „Aber wir arbeiten nicht in die gleiche Richtung und es gibt keinen roten Faden, dem man folgen kann. Zwischen den verschiedenen Netzwerken gibt es keine Korrespondenz oder Abstimmung. Viele trauern nach so vielen Jahren noch der Schließung des Lehrerseminars und der Kaserne nach. Ich meine, wir sind gezwungen, gemeinsam nach vorne zu blicken, um auch neue Bürger nach Tondern zu locken. Wir verstehen es auch nicht, uns und unsere Stadt positiver zu verkaufen“, unterstreicht Anne Mette Pedersen.

Auch in der sozialen Frauenoprganistaion Soroptimister Tønder ist Anne Mette Pedersen Vorsitzende gewesen. Rechts ihre Nachfolger Joan Sommer Hansen Foto: DN-Archiv

Daher hatte sie in der vergangenen Woche Vereine, Organisationen und Einrichtungen und Freiwillige zusammengetrommelt, die auf verschiedenen Ebenen und Bereichen aktiv sind und die Stadt bereichern. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zu stärken. 25 Personen folgten ihrem Aufruf, was sie positiv stimmt.

Wir müssen den roten Faden finden. Das kann ein übergeordnetes Thema oder eine übergeordnete Idee sein, die uns den Weg weist. Wir müssen auch planen, damit die Stadt ein noch attraktiverer Wohnort wird.

Anne Mette Pedersen, Initiatorin

„Wir sind breit aufgestellt. Daher glaube ich, dass die Gründung des Rats diesmal glücken wird. Wir müssen die Sache in die eigene Hand nehmen. Als es noch keine Großkommune gab, waren wir es gewohnt, dass wohl die anderen etwas machen würden oder die Kommune. So ist es nicht mehr. Wir müssen uns daher einig sein, welchen Weg wir gehen wollen. Dadurch können auch ärgerliche Terminüberschneidungen vermieden werden“, erzählt die Initiatorin.

Suche nach dem roten Faden

„Wir planen, eine Dachorganisation zu bilden. Über ihren Namen wird noch diskutiert. Daher kann es ein Lokalrat oder Entwicklungsrat werden. Damit gibt es eine Plattform, sich miteinander zu unterhalten, sich gegenseitig Impulse zu geben und gemeinsam ans Werk zu gehen. Wir müssen den roten Faden finden. Das kann ein übergeordnetes Thema oder eine übergeordnete Idee sein, die uns den Weg weist. Wir müssen auch planen, damit die Stadt ein noch attraktiverer Wohnort wird“, schließt Anne Mette Pedersen ihre Pressemitteilung ab.

Das Eisen schmieden, solange es noch heiß ist

Auf Nachfrage erklärt sie, dass alle Bürger Anfang September zu einer Informationsveranstaltung eingeladen werden. „Wir machen das nicht schon jetzt, da viele zurzeit an ihre Ferien denken. Aber wir haben seit der vergangenen Woche schon einen ersten Satzungsentwurf erarbeitet. Man muss das Eisen schmieden, solange es noch heiß ist“, meint Anne Mette Pedersen mit einem Lächeln.

Von der deutschen Minderheit waren auch die frühere Familienberaterin Karin Müller und Dirk Andresen (auch als Vertreter des Kirchengemeinderats) vertreten.

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