Schilderfrage

Zweisprachige Ortsschilder in Osterhoist im Fokus

Zweisprachige Ortsschilder in Osterhoist im Fokus

Zweisprachige Ortsschilder in Osterhoist im Fokus

Osterhoist/Øster Højst
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Hinrich Jürgensen fand aufmerksame Zuhörer für seine interessanten Ausführungen. Foto: Monika Thomsen

Hinrich Jürgensen berichtete auf der Generalversammlung des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), dass der Wunsch nach den zweisprachigen Ortsschildern der Basis entspringt. Dazu gab es aber geteilte Meinungen.

Während des interessanten Austausches mit dem Hauptvorsitzenden des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Hinrich Jürgensen, auf der Generalversammlung des BDN Osterhoist-Bedstedt sprach er auch die zweisprachigen Ortsschilder an, die zurzeit im Fokus sind, und für die sich der Hauptverband der deutschen Minderheit einsetzt.

„Man kann sagen, der Zeitpunkt ist schlecht gewählt. Wir haben ihn aber nicht gewählt“, so Jürgensen mit Blick darauf, dass der Europarat darauf hingewiesen hat, dass Dänemark die Schilder noch nicht eingeführt hat, obwohl das Land laut dem vor Jahren ratifizierten internationalen Vertrag dazu verpflichtet ist.

Ein Auftrag der Delegierten

„Es wird oft gesagt: Das ist ein Beschluss von oben. Alle Ortsvereine waren aber 2012 in Ruttebüll zu einem Treffen eingeladen, wo es um die Sprachpolitik ging. Die dort auf 12 bis 14 Stück runtergekochten Themen wurden dann dem Hauptvorstand vorgelegt und 2014 von den Delegierten abgesegnet. Somit ist es 100 Prozent von unten nach oben gegangen und hat immer noch Gültigkeit“, sagte Jürgensen.

Seit den Debatten 2007 und 2014 sieht er generell einen positiven Wandel im Zuspruch. „In den Stadträten in Apenrade und Hadersleben sehe ich eine Mehrheit für die zweisprachigen Ortsschilder.“ In Tondern und Sonderburg sei dies nicht der Fall.

„Wir sind nicht umgezogen"

„Es wird gesagt, dass 2020 ein denkbar schlechter Zeitpunkt ist wegen Genforeningen. Ich habe großen Respekt vor Gefühlen. Wir haben aber auch Gefühle. Wir sind nicht umgezogen, sondern wir waren immer in der Region, und die Grenze ist umgezogen“, so Jürgensen, der in einigen der Kommentare in der öffentlichen Debatte auf Geschichtslosigkeit stößt.

Das gemeinsame Kulturerbe sichtbar machen

„Es ist ein Kulturerbe, das wir hier haben. Die zweisprachigen Ortsschilder gibt es überall in Europa. Nur nicht hier und in Litauen. Wir wollen das gemeinsame Kulturerbe gerne sichtbar machen“, so Jürgensen, für den eine vernünftige Diskussion zu dem Thema wichtig ist.

Der Stadtratsvertreter der Schleswigschen Partei, Jørgen Popp Petersen, sicherte bei den Ortsschildern seine Unterstützung zu und wies darauf hin, dass die Argumentation ganz wichtig sei.

Diskussion in den Ortsvereinen wird vermisst

Hans-Jürgen Schmidt Meyer war kein Befürworter und vermisste eine Diskussion über die Ortsschilder in den Ortsvereinen. „Wir diskutieren im Allgemeinen zu wenig in den Ortsvereinen und im Bezirk“, so sein kleiner Stoßseufzer.

Karl-Uwe Berdiin hielt auch nichts von zweisprachigen Ortsschildern, die aus seiner Sicht total überflüssig sind.

Ich bin gar nicht mit dir einig. Ich halte die Schilder für überflüssig.

Karl Uwe Berdiin, Versammlungsteilnehmer

„Wir können gerne ein bisschen selbstbewusster sein und ruhig die Ortsschilder verlangen, da wir als deutsche Minderheit ein Mehrwert für ganz Nordschleswig sind“, meinte Karin Hansen Osmanoglu.

Auch das Ende der Papierversion des „Nordschleswigers“ im Februar 2021 und der Museumsneubau in Sonderburg gehörten zu den Themen, in die Jürgensen einen Einblick vermittelte.

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