Dürre

„Wir lassen der Natur ihren Lauf“

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Tondern/Tønder
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Symbolbild Foto: DPA

Die Trockenheit in der Kommune Tondern fordert von Verwaltung und Naturbehörde besonderes Augenmaß und Maßnahmen. Vor allem auf der Insel Röm ist die Lage für einige Tier- und Pflanzenarten bedrohlich.

Die Sportanlagen stauben im heißen Sommerwind vor sich hin, der Rasen harrt gelblich besserer Tage, und in den drögen Rabatten stecken die Sommerblumen ihre schlaffen Köpfchen in den Sandboden: Die anhaltende Dürre stellt auch die kommunale Verwaltung für Wege, Parks und Grünanlagen vor Herausforderungen.

„Wir müssen auch sonst in den Sommermonaten ab und zu bewässern. Aber der Umfang hat in diesem Sommer sicherlich zugenommen“, sagt Danni Demant Juul Poulsen vom kommunalen Team zur Pflege der Außenanlagen und Parks. „Vor allem die Sportanlagen in Lügumkloster kriegen extra Wasser ab. Dort ist der Boden besonders sandig, und das staubt schon sehr, wenn wir nicht bewässern.“ Mit der Besprenkelung ist ein Unternehmen beauftragt. „Da wird immer wieder neu bewertet, und je nach Lage wird gewässert“, erklärt Danni Poulsen.

Auch sein Kollege Lasse Kristensen von der Abteilung Wege und Park stellt fest, dass die Grünanlagen in diesen Wochen den ein oder anderen Extra-Liter schlucken. „Am Ribe Landevej haben die neu gepflanzten Bäume einen Wasserbeutel, um zu überleben, und die Sommerblumen in den öffentlichen Beeten werden ordentlich bewässert. Allerdings ist es nicht enorm viel mehr als ansonsten auch.“ Eine Arbeitsersparnis bringt die Hitze ebenfalls mit sich: „Ganz klar müssen wir derzeit sehr viel weniger Rasen mähen. Das Gras wächst ja einfach nicht mehr. Zumindest kaum noch“, so Lasse Kristensen. Extra bewässert, so der kommunale Mitarbeiter, werden die Rasenareale der Kommune nicht. „Das wäre kaum zu schaffen. Da müssen wir jetzt einfach Geduld haben und auf Wasser von ganz oben warten. Sobald es regnet, werden die Flächen schon wieder grün.“ Der niedrige Wasserstand im Tonderner Mühlenteich sei noch im Rahmen, so Kristensen. „Das ist noch kein Grund, sich Sorgen zu machen. Das ist der Lauf der Natur. Wir warten, bis es wieder regnet.“

Lage auf Röm bedrohlich

Gegen baldiges Nass vom Himmel hätte Martin Brink ebenfalls nichts einzuwenden. Als Landschaftsverwalter der Naturbehörde ist er für den Bereich Wattenmeer zuständig. Vor allem auf der Insel Röm ist die Lage für einige Tier- und Pflanzenarten bedrohlich. „Während die Heide Hitze gut verträgt, vertrocknen mehrere Kräuter in der Sommersonne. Aber wir lassen der Natur ihren Lauf“, sagt Martin Brink.

„Wir bewässern nichts. Die Natur regiert – und so müssen wir warten, bis es wieder regnet.“
Damit die Trockenheit nicht in einer Katastrophe endet, hat die Naturbehörde auf der Insel Röm nun Schilder aufgestellt, die das Feuerverbot unterstreichen. „Es war ja leider nicht immer so, dass alle Urlauber das Grillverbot respektiert haben. Um den Ernst der Lage zu verdeutlichen, stehen nun an den öffentlichen Feuer- und Grillplätzen Schilder, die das Verbot sichtbar machen“, so Förster Anders Rahbek.

„Jetzt kann man wirklich nicht mehr im Zweifel sein, dass Grillen in der Natur auf der gesamten Insel verboten, absolut verboten ist.“ Für Sommerhäuser, so Anders Rahbek, gelten weiterhin die Vorgaben der Rettungsbereitschaft. Wonach nur auf feuerfestem Grund, also nicht auf Holzterrassen, gegrillt werden darf.

„Die Natur ist wirklich komplett ausgetrocknet. In der Mitte der Insel würde sich ein Feuer rasend schnell ausbreiten, bei all den trockenen Sandböden“, so der Mitarbeiter der Naturbehörde.

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