Naturschutz

Vogeltour zu Blaukehlchen und Enten fällt wegen Corona aus

Tour zu Blaukehlchen und Enten fällt wegen Corona aus

Tour zu Blaukehlchen und Enten fällt wegen Corona aus

hee
Bremsbüll/Bremsbøl
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Die Blaukehlchen sind erst vor rund 20 Jahren wieder im Bereich der Tonderner Marsch heimisch geworden. Die seltene Art hat sich inzwischen landesweit in Dänemark ausgebreitet. Foto: DOF/Klaus Dichmann

Der dänische Vogelschutzfonds „Fugleværnsfonden“ muss die für den 14. April geplante Abendtour zum Bremsbüller See südlich von Tondern wegen des erwarteten großen Besucherandrangs absagen. Interessierte können dort Knäkenten, Löffelenten und Schnatterenten von der Beobachtungshütte aus im Alleingang betrachten.

Seit 2013 betreut der dänische Vogelschutzfonds „Fugleværnsfonden“ den im Rahmen eines deutsch-dänischen Naturschutzprojektes durch Wiedervernässung von Flächen entlang der Süderau (Sønderå) wiedererstandenen Bremsbüller See, der südlich von Tondern (Tønder) an der Grenze liegt.

Schutzgebiet an deutsch-dänischer Grenze

Am kommenden Mittwoch, 14. April, hatte der Vogelschutzfonds in der Zeit von 19.30 bis etwa 21.30 Uhr eine kostenlose Vogelsafari an den von der Landstraße kurz vor dem Grenzübergang Seth (Sæd) erreichbaren See vorgesehen. Der Vorsitzende des „Fugleværnsfonden“, der Tonderner Vogelkundler Martin Iversen, wollte dort unter Einhaltung der Covid-19-Abwehrmaßnahmen die in großer Zahl im Bereich des Sees und Überschwemmungsflächen vorkommenden Brut- und Rastvögel vorstellen. Doch angesichts eines zu erwartenden großen Andrangs hat Iversen die Tour abgesagt. Eine Beobachtungshütte am Bremsbüller See ermöglicht, seltene Arten wie das Blaukehlchen aus nächster Nähe zu erleben. Der Vogelschutzfonds lädt dazu ein, in diesen Tagen im Alleingang die Vogelwelt in Augenschein zu nehmen.

Die Blaukehlchen sind im zeitigen Frühjahr am besten zu beobachten, wenn die Weidenbüsche noch keine Blätter tragen. Oft ist nur deren Gesang zu vernehmen, der meist aus Gräben mit Schilf erklingt. Foto: Volker Heesch

Neben dem Gesang des farbenprächtigen Blaukehlchens dürften auch die Stimmen von Rohrammern, Wiesenpiepern und Kiebitzen zu hören sein. Die farbenprächtigen Löffelenten, Knäkenten und Schnatterenten könnten ebenfalls in Sicht- und Hörweite kommen, ebenso verschiedene Watvögel, die sich vielfach auf der Durchreise befinden. Bilder von den teilweise farbenprächtigen Vögeln sind auf Infotafeln zu finden.

Auch „Sort Sol“-Starenschwärme

Rohrweihe und Seeadler zählen zu den Greifvögeln, die sich am Bremsbüller See sehen lassen, möglicherweise auch große Starenschwärme, die für ein „Sort-Sol“-Erlebnis sorgen, wenn sie die Schilfgebiete des benachbarten Hasberger Sees zur Übernachtung anpeilen.

Auf Tafeln werden am Bremsbüller See Informationen zur dortigen Natur geliefert. Foto: Volker Heesch

Die Wiedervernässung des Bremsbüller Sees ist 2012 als Teil einer Maßnahme gegen Überlastung der Wiedaudeiche und drohende Überschwemmungen in der Tonderner Marsch bei starken Niederschlägen durchgeführt worden. Bei der Exkursion sollte neben dem Hasberger See auch der Uberger Koog angepeilt werden. Der Vogelschutzfonds, der in der Kommune Tondern auch die Schutzgebiete Sølstedter Moor (Sølsted Mose) und Stormengene auf der Insel Röm (Rømø) pflegt, wird durch Spenden finanziert. Die Schutzgebiete sind der Öffentlichkeit zugänglich.

Nächste Exkursion ins Söllstedter Moor

Am Sonnabend, 8. Mai, 9 bis 12 Uhr, lädt der Vogelschutzfonds ins Schutzgebiet Storms Enge bei Havneby auf Röm ein. Zu sehen sind dort Meeresvögel, aber auch durchziehende Singvögel.

Ins Söllstedter Moor lädt der Fonds, der Teil des dänischen Vogelschutzverbandes „Dansk Ornitologisk Forening“ (DOF) ist, Interessierte am Sonntag, 9. Mai, von 10 bis 13 Uhr zu einer weiteren öffentlichen Führung ein. Dort stehen der Gesang von Singvögeln, aber auch die Rufe von dort brütenden Kranichen auf dem Programm. Vor den Terminen sollte auf der Homepage des Vogelschutzverbandes dof.dk überprüft werden, ob die Touren durchgeführt werden.

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