Ortsentwicklung

Vogelhäuser für Menschen sind ein Hit in Seth

Vogelhäuser für Menschen sind ein Hit in Seth

Vogelhäuser für Menschen sind ein Hit in Seth

Seth/Sæd
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Lars Thomsen ist zufrieden, die Starenhäuser sind ein Erfolg und machen Seth bekannt. Foto: Helge Möller

Weil Windkraftanlagen errichtet wurden, bekam der Ort Seth nahe der Grenze Geld, das die Bewohner in eine ungewöhnliche Idee steckten – offenbar mit Erfolg.

Starenkästen – also die, die nicht blitzen – haben die Einwohner von Seth/Sæd erst nur für Vögel aufgestellt, damit diese ein Zuhause finden. Nun haben die Sether auch Starenhäuser für Menschen bauen lassen und auf dem Gemeinschaftsplatz aufgestellt, damit Naturliebhaber für wenig Geld eine Übernachtungsmöglichkeit finden.

Und die kleinen Holzhäuschen mit den zwei Ebenen werden gut angenommen, weiß Lars Thomsen vom Sether Lokalrat zu berichten. Drei Häuschen und ein Servicehaus mit Toilette und Kochgelegenheit gibt es und Thomsen denkt darüber nach, wie die Buchungen über Facebook automatisiert werden können, denn das Buchen und das Schreiben mit den Gästen frisst Zeit und die Starenhotels sind ein Renner.

30.000 Kronen in zwei Monaten

100 Kronen kostet die Übernachtung, für Seths Einwohner ist sie frei. Lars Thomsen schätzt, dass in den Monaten Juli und August jedes „Hotel“ 10.000 Kronen erwirtschaftet hat. Mit der pfiffigen Idee hat es Seth geschafft, auf dem Radar der Shelter-Nutzer aufzutauchen, also auf dem Radar von Menschen, die gern draußen in der Natur sind und eine primitive Übernachtungsmöglichkeit schätzen.

Katarine Klint ist mit ihrer Familie aus Kopenhagen angereist. Sie engagiert sich bei den dänischen Pfadfindern (spejder), ist in Lügumkloster geboren und möchte den Kindern die Gegend zeigen, aus der sie stammt. Gebucht hat die Familie zwei Übernachtungen und zwar über Facebook. Dort finden Shelter-Freunde in den entsprechenden Gruppen Anregungen für Ausflüge und genau da kamen die Starenhotels richtig gut an.

Katrine Klint gefällt ihr kleines Starenhotel Foto: Helge Möller

Nistkästen populäre Vögel als Vorbild

Lars Thomsen berichtet, wie alles angefangen hat: „Seth hat als Ausgleichszahlung für Windkraftanlagen Geld bekommen, auf einer Bürgerversammlung hatte ein Sether die Idee mitgebracht.“ Und diese lautete: Warum nicht in einem Ort, in dem der Stare so populär sind (Stichwort Sort Sol) nicht in ähnlicher Form, also mit Widererkennungswert, primitive Übernachtungsmöglichkeiten aufstellen.

Eine Architektin konzipierte die Häuschen, ein Tischler fertigte die Häuser – mit Tür, anders als bei vielen Shelter in der Natur. Für Katrine Klint ist das ein echter Pluspunkt. Für Lars Thomsen ist es das runde Fenster im Obergeschoss, das den einzelnen Holzhütten ihren Wiedererkennungswert geben und Besucher an Vogelkästen denken lässt.

„Shelter sind populär in Dänemark. So haben wir hier mehr dänische als deutsche Gäste.“ Lars Thomsen zeigt auf einen Facebookeintrag eines Gastes und freut sich. Der Gast zeigt sich rundherum zufrieden. „Bessere Werbung gibt es nicht“, sagt Thomsen. Was die Automatisierung der Buchung wahrscheinlich noch dringlicher werden lässt.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Dänemark entdeckt“