Gesundheitsreform

Venstre-Frauen: Nicht nur Lob

Brigitta Lassen
Brigitta Lassen Lokalredakteurin
Tondern/Tønder
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Stephanie Lose machte sich auch in Tondern für den Erhalt der Regionsräte stark. Foto: Elise Rahbek

Auf einer Podiumsdiskussion in Tondern wurde deutlich: Regionspolitiker sehen das Gesundheitswesen bei den gewählten Volksvertretern besser aufgehoben.

Während Bürgermeister Henrik Frandsen (V) im Zuge der neuen Gesundheitsreform keine Gefahr für das Tonderner Krankenhaus sieht, blicken seine beiden Parteikolleginnen in der Region Syddanmark, Regionsvorsitzende Stephanie Lose und Mette Linnet, Montagabend nicht ganz bedenkenlos in die Zukunft. Lose wies bei der von Venstre durchgeführten und von ca. 130 Zuhörern besuchten Podiumsdiskussion auf gewisse Gefahrenmomente, wenn die Entscheidungskompetenz nicht mehr bei volksgewählten Politikern, sondern in den Gesundheitsverwaltungen liege.

Der Regionsrat, in dem Politiker aus der ganzen Region vertreten seien, hätte Rücksicht auf bestimmte Schwerpunkte wie z. B. geografische demografische Verhältnisse genommen. „Ob die neuen Entscheidungsträger das auch tun werden, weiß ich nicht“, so die Venstre-Politikerin. Sie würde sich als Vorsitzende aller Regionen für den Erhalt der Regionsräte starkmachen, unterstrich sie.

Auch Mette Linnet, die zweite Vizebürgermeisterin in Tondern ist, teilte diese Ansicht. „Wir sind nicht darauf aus, unsere Plätze im Regionsrat zu sichern“, meinte die Politikerin. „Ich würde meinen Posten behalten, da die Regionsvorsitzenden den neuen Gesundheitsverwaltungen vorstehen sollen“, ergänzte Lose. „Die Intentionen der Regierung teilen wir, denn es gibt Probleme, die gelöst werden müssen mit Mangel an Krankenschwestern, Ärzten und Pflegepersonal und der Besetzung freier Mediziner-Stellen“, unterstrich sie.
Henrik Frandsen sah weder jetzt noch in der Zukunft Probleme, beispielsweise für das Krankenhaus in Tondern. „Wir haben im südlichen Teil Dänemarks wohl das beste Gesundheitswesen von allen“, lobte der Bürgermeister.

Frandsen: Reform keine Übung für Zentralisierung

Stephanie Lose gab zu bedenken, dass es in der Region auch Probleme gebe. Grundlegend hätte man aber trotz Kritik ein gutes Gesundheitswesen. „Wenn wir aber so weitermachen wie jetzt, wird es Probleme geben. Die vom Minister vorgenommene Besetzung der Plätze in der neuen Oberetage im neuen Gesundheitswesen entspricht einer Zentralisierung. Wir sind stolz, die Verantwortung für diesen Sektor zu haben. Dass Verwaltung/Beamte und nicht die Politiker Entscheidungen treffen, halte ich nicht für gut. Der Sektor liegt bei den Politikern in guten Händen.“

Die Reform dürfe nicht eine Übung für eine Zentralisierung sein, warnte Henrik Frandsen. Sonst wäre es unbefriedigend. Die Gemeinschaften sollten reellen Einfluss haben. „Bekommen wir das nicht in den Griff, wird es zur Zentralisierung kommen.“

Venstre-Folketingskandidat und Kommunalpolitiker Philipp Tietje aus Apenrade bezeichnete das dritte Glied des neuen Gesundheitswesen als Trug und Schein (narresut). Die Politiker waren sich einig, dass es keine großen Änderungen geben wird, wenn das Reformpaket verabschiedet werden soll.

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