Ausflugsziele

Unter hohem Himmel auf Schusters Rappen

Unter hohem Himmel auf Schusters Rappen

Unter hohem Himmel auf Schusters Rappen

Tondern/Tønder
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Der Himmel - hier über Nordermühle - ist immer für ein Schauspiel gut. Foto: Monika Thomsen

An der nordschleswigschen Westküste gibt es unter dem charakteristischen hohen Himmel attraktive Möglichkeiten für Wanderer. Der 54 Kilometer lange Marschensteig ist auch mit kleinen Routen ausgestattet. Wer hoch hinaus möchte, der sollte sich durch den Wald auf den Weg zum Wongshoi machen.

Wer eine Vorliebe dafür hat, die Wanderstiefel zu schnüren, der hat dazu im Süden Dänemarks reichlich Gelegenheit und kann getrost Kurs auf die nordschleswigsche Westküste nehmen.

In der Kommune Tondern gibt es vielerorts die Möglichkeit zu wandern. Einige Strecken mögen vielleicht etwas „versteckter“ sein als andere und Insiderwissen erfordern, um zu ihnen vorzudringen.

Einen schnellen, oder langsamen Schritt vor der anderen zu setzen, bietet sich zum Beispiel im Umfeld von Bredebro entlang der Bredeau oder in und um Lügumkloster/Løgumkloster sowie Drawitt/Draved an.

Der Wongshoi kann direkt oder durch eine abwechslungsreiche Route durch den Wald erreicht werden. Foto: Bildschirmfoto

Hoch hinaus

Wer gerne verhältnismäßig hoch hinaus möchte, der sollte drei Kilometer nordwestlich von Lügumkloster aus vom Parkplatz am Koldingvej in Lügumgaard aufbrechen, um durch den dortigen Wald den Aussichtspunkt Wongshoi anzupeilen.

Von dem fünf Meter hohen Turm gibt es 67 Meter über dem Meeresspiegel, insbesondere bei klarem Wetter, eine fantastische Aussicht.

Mal hoch und mal runter. Die Strecke durch den Wald bei Lügumggard ist abwechslungsreich. Foto: Monika Thomsen

Auf zwei Beinen durch die Marsch

Wer es eher flach mag, der sollte den wandernden Fokus auf eine Strecke in der Marsch lenken. In der Tonderner Marsch haben menschliche, wandernde Zweibeiner keinen Seltenheitswert. Im Rahmen der Initiative Tonderner Marsch gibt es seit 2018 die zusätzliche Möglichkeit, auf dem 54 Kilometer langen ausgeschilderten Marschensteig (Marskstien) Bewegung mit frischer Luft zu kombinieren.

Foto: toendermarsken.dk

Nach dem Probelauf folgte im August 2019 die offizielle Einweihung. Mittlerweile ist die Strecke, die durchgehend den Blick auf den hohen Himmel freigibt, auch um verschiedene Schleifen erweitert worden. Diese lassen sich auch in Begleitung von Menschen mit „kurzen“ Beinen bewältigen.

„Damit kommen ungefähr weitere 54 Kilometer dazu“, erläutert Projektleiterin Christa Jørgensen. Sie berichtet, dass die Wanderroute gut frequentiert wird.

Es ist ganz klar unsere Auffassung, dass der Marschensteig sehr viel genutzt wird. Insbesondere in der Ferienzeit.

Christa Jørgensen, Projektleiterin

„Es ist ganz klar unsere Auffassung, dass der Marschensteig sehr viel genutzt wird. Insbesondere in der Ferienzeit“, sagt sie. Die Besucherzahlen werden nicht durch direkte Messungen erfasst, es gibt aber Rückmeldungen von einigen Nutzern oder von dort, wo sie übernachten.

„Dazu gehören auch konstruktive Kritik und Inputs für Verbesserungen“, so die Projektleiterin.

Während die Mühle in Hoyer sich seit der Neukonzipierung der Ausstellung im vergangenen Jahr als Tor zur Tonderner Marsch präsentiert, läuft derzeit unweit der deutsch-dänischen Grenze die Instandsetzung des Schöpfwerks bei Legan/Lægan, das sich zu einer weiteren Anlaufstelle für die Vermittlung mausern soll.

Das Schöpfwerk in Legan ist die größte der vier Pumpstationen in der Tonderner Marsch. Foto: Monika Thomsen

Der Name „Leg an“ ist mit der Vergangenheit und dem Bau des ersten Deichs 1556 verknüpft. Damit war die freie Passage auf dem Wasser zwischen dem Wattenmeer und Tondern unterbunden. Somit wurde Legan zu dem Hafen, wo die Schiffe anlegten.

Von dort ging es für die Waren auf Rädern oder mit kleinen Booten weiter nach Tondern.

Auch am Turm der Wiedauschleuse in Hoyer ist eine bauliche Operation vorgesehen. „Der Umbau soll 2021 erfolgen. Es liegt noch nichts Konkretes dafür vor“, sagt Christa Jørgensen.

Dem Schleusenturm an der Wiedauschleuse steht noch ein Umbau bevor. Foto: Monika Thomsen

Informationen tanken können die Wanderer an sieben verschiedenen Stellen an zwei Meter hohen und 270 Kilogramm schweren Informationsständern.

Zum Verweilen laden an etwa sieben verschiedenen Stellen speziell designte Holz-Kuben ein.

Im Laufe des Herbstes werden Unterstände (Shelter) an drei Stellen errichtet.

Mit Drehfunktion

„Sie haben eine Drehfunktion. Damit hat man selber Einfluss darauf, ob man eine bestimmte Aussicht haben oder sich vor dem Wind schützen möchte“, erläutert Christa Jørgensen die besondere Funktion.

Ein Modell soll in Emmerleff/Emmerlev platziert werden und ein weiteres in der Nähe von Mögeltondern/møgeltønder. Das dritte Exemplar soll im Raum Uberg/Legan seinen Standort finden.

Ein Päuschen gefällig? Foto: Monika Thomsen

Und was ist es für ein Gefühl, an dem Projekt mit zuarbeiten? „Das ist enorm spannend und toll. Es ist schön mit dem Interesse und die Rückendeckung für das Vorhaben. Damit sind wir auf einen Bedarf bei Touristen und Wanderern gestoßen, die die Möglichkeit gerne nutzen“, sagt Christa Jørgensen, die auch in der Marschenlandschaft auf Schusters Rappen unterwegs gewesen ist.

Ich bin aber nicht die ganze Strecke gegangen.

Christa Jørgensen, Projektleiterin

„Ich bin aber nicht die ganze Strecke gegangen“, sagt sie mit einem Lachen.

Seitens des Projektbüros der Initiative Tonderner Marsch war am 21. Juni zu der Möglichkeit, am längsten Tag den längsten Spaziergang des Jahres zu bewältigen, aufgerufen worden.Mehr als 600 Interessierte hatten sich gemeldet. Coronabedingt wurde die Veranstaltung jedoch auf 2021 vertagt.

Die Mitarbeiter des Projektbüros machten sich am 18. Juni jedoch auf den Weg und hielten den Tag anhand von drei Videos fest.

Weitere lange Strecken

Zu den längsten Wanderrouten in Nordschleswig gehören außerdem der küstennahe Gendarmenpfad von Pattburg/Padborg bei der deutsch-dänischen Grenze bis nach Höruphaff/Høruphav auf Alsen.

An der alsischen Küste gibt es zudem den 65 Kilometer langen „Alsstien“.

An der Ostküste in Hadersleben lädt die Strecke „Camino Haderslev Næs“ dazu ein, zwischen neun Kirchen 106 Kilometer zurückzulegen.

Auch der Ochsenweg/Hærvejen führt auf der Süd-Nord-Achse durch Nordschleswig.

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