Deutsche Minderheit

Das Turnerheim ist verkauft

Das Turnerheim ist verkauft

Das Turnerheim ist verkauft

Tondern/Tønder
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Das Turnerheim der SG West liegt attraktiv in Innenstadtnähe, aber zugleich direkt am Wiedaudeich mit Ausblick auf die Tonderner Marsch. Lange war es ein Treffpunkt der deutschen Minderheit. Foto: hee

Der neue Besitzer des Turnerheims, zu dem der Nordschleswiger Kontakt gehabt hat, möchte vorerst anonym bleiben. Auch über Pläne mit dem Haus äußert er sich nicht öffentlich.

„Das Haus ist weg“, erklärte am Mittwoh der Vorsitzende des Sportvereins SG West, Hauke Grella, zum gerade vollzogenen Verkauf des Vereinshauses, des Turnerheims. Zum Verkaufspreis und Namen des Käufers ist Stillschweigen vereinbart worden, berichtete Grella, der mit einem Unterton der Erleichterung aber durchblicken ließ, dass für den deutschen Sportverein mit der Transaktion eine große finanzielle Entlastung verbunden ist. „Es gab für den Verein Kosten in Höhe von jährlich 80.000 bis 90.000 Kronen allein für Heizung, Versicherungen und Unterhalt ohne eigentliche erforderliche Renovierung“, berichtet der Vereinsvorsitzende, der hinzufügt, dass man sich jetzt bei der SG West endlich auf die eigentliche Vereinsarbeit konzentrieren könne.

„Finanziell kann die SG West ohne Belastungen durch das Turnerheim in die Zukunft blicken“, heißt es zur finanziellen Lage nach dem Verkauf, der in Tondern von vielen heutigen und früheren Vereinsaktiven mit Wehmut quittiert wurde, zu dem es aber keine Alternative gab, nachdem Einnahmen durch Nutzung bei Kinder- und Jugendbetreuung entfallen waren.

Grella berichtet, dass das Gebäude Baujahr 1938 eine überbaute Fläche von rund 400 Quadratmeter besitzt. Die unbebaute Außenfläche ist nach seinen Angaben gar nicht so groß. Dem Sportverein und den pädagogischen Einrichtungen, die bis 2015 das Turnerheim genutzt haben, standen überwiegend gepachtete Flächen zur Verfügung. In Tondern wurde das Turnerheim oft auch Bootshaus genannt, denn ursprünglich befand sich auf dem Gelände direkt neben der Wiedau das bereits vom Kaufmännischen Turnverein errichte Bootshaus, das 1947 abgebrannt ist.

Bei Bildung der SG West aus dem Turnerbund Tondern und dem Turnverein Hoyer wurden die Ruderaktivitäten aus Tondern nach Hoyer zum dortigen Ruderverein verlagert. Hauke Grella berichtet, dass noch Inventar wie alte Eichenmöbel mitgenommen werden, diverse historisch wertvolle Erinnerungsstücke sind im Deutschen Museum Nordschleswig in Sonderburg gesichert worden.

Der neue Besitzer des Turnerheims, zu dem der Nordschleswiger Kontakt gehabt hat, möchte vorerst anonym bleiben. Auch über Pläne mit dem Haus äußert er sich nicht öffentlich, da für bauliche Vorhaben kommunale Genehmigungen erforderlich seien.

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