Hotelprojekt

Tonderns Traditionshotel bald mit Tapas-Bar und weißer Fassade

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Tondern/Tønder
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Hinter und vor der Fassade wird das Traditionshotel komplett renoviert. Foto: Sara Wasmund

Fußböden, Mauerwerk und Fassaden: Bauunternehmer Lars Svensen renoviert Hostrups Hotel von Grund auf neu. Die Eröffnung ist noch vor dem Sommer geplant.

Da steht es, bröselig und hinter Gerüsten versteckt, im hellen Licht der Januarsonne, und lässt die Schönheits-OP geduldig über sich ergehen: Tonderns altehrwürdiges Traditionshotel Hostrups. Der Lack ist längst ab – und die Tapeten sind es mittlerweile auch. Das Projekt liegt in den Händen von Lars Svensen.

„Es ist schon ein bißchen verrückt“

Normalerweise baut er auf Amager und anderswo in Kopenhagen Luxuswohnungen. Doch dieses lokale Liebhaberprojekt ließ sich der Bauunternehmer nicht nehmen. „Es ist schon ein bisschen verrückt und kostet viel Geld. Aber das Hotel hat viel zu lange eine liebevolle Hand vermisst und als der Hotelbetrieb Konkurs anmelden musste, haben wir den Entschluss gefasst, es zu übernehmen.“

Das Restaurant ist komplett entkernt worden, der Fußboden kürzlich erst gegossen. Foto: Sara Wasmund

Svensen ist gebürtiger Hoyeraner, seine Frau Kirsten gebürtige Scherrebekerin. Beide leben in unmittelbarer Nähe des Hotels, das aufwendig instand gesetzt wird. Der Boden des Restaurants, auf dem Svensen an diesem ersten Mittwochmorgen des Jahres steht, ist erst vor Kurzem gegossen worden. Wie alles andere auch am Haus ist er höchst energiefreundlich beschaffen.

Der Eingangsbereich: Die bisherige Zimmeraufteilung und Mauersetzung wird beibehalten. Foto: Sara Wasmund

Bei den Renovierungsarbeiten, verrät Svensen, habe er durchaus einige Überraschungen gegeben. „Es wird sozusagen alles ausgetauscht, die Wände müssen isoliert und das Dach renoviert werden“, so der Bauunternehmer. Im Hotel werden sämtliche Fenster ausgetauscht, das Dach auf dem Festsaal wird komplett mit neuem Naturschiefer eingedeckt, Fassade von Saal und Hotel werden gänzlich überarbeitet.

Schmuckstück für die Bürger

Warum er sich ein so teures und aufwendiges Projekt ans Unternehmerbein gebunden hat? „Es ist ohne Frage ein ganzes Stück Lokalpatriotismus dabei“, sagt er. „Die Stadt soll ihr Schmuckstück wiederbekommen, ein Hotel für die Bürger.“

So wird Hostrups Hotel mit seinen 24 Zimmern in Zukunft weit mehr sein als nur ein Hotel. Im Restaurant sorgt in Zukunft ein „sehr guter und angesehener Koch von der Ostküste“ für das leibliche Wohl der Gäste, den Namen von Koch und Restaurant will Svensen aber noch nicht verraten. „Wir setzen auf regionale Lebensmittel. Das Angebot reicht vom Traditionsessen bis zu feiner Küche.“

Dieser Raum mit Blick auf den Teich wird zur Tapas-Wein-Bar. Foto: Sara Wasmund

Er wünscht sich, dass noch mehr auswärtige Gäste zum Essen kommen, nicht nur Hotelkunden. Aus diesem Ansinnen heraus wird es im Raum rechts von der Rezeption eine Tapas-Wein-Bar geben. Im Hinterhof die Möglichkeit, „einen Kaffee zu trinken“ und natürlich wird der Bereich vor dem Hotel als Sitzecke mit Seeblick aufgehübscht.

Das ganze Konzept soll von hoher Qualität und gehobenem Standard, aber nicht zu fein sein, sagt der Besitzer. „Jeder soll hier reinkommen und sich wohlfühlen. Die Tapas-Bar soll wie ein zweites Wohnzimmer sein, in dem man sich einfach gerne aufhält.“

Eröffnung vor den Sommerferien geplant

Verpachten wird Svensen das Hotel nicht. Stattdessen werden die Geschäftsführer Jannie Andersen und Torben Kjer das Tagesgeschäft am Laufen halten. Und wann wird der Betrieb eröffnet? „Vor den Sommerferien, das ist das Ziel“, sagt der Unternehmer.

Das Äußere des Traditionshotels erhält übrigens ebenfalls ein Makeover – und zwar im alten Stil: mit weißer Fassade und dunklen Fenstern. „So hat Hostrups einmal ausgesehen, und so soll es wieder sein“, verrät der Besitzer.

Der Boden im gesamten Innenbereich ist neu gegossen worden. Foto: Sara Wasmund
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