Bildung

Tonderner Schülerinnen ließen sich von Elektronik und Design begeistern

Tondern: Schülerinnen von Elektronik begeistert

Tondern: Schülerinnen von Elektronik begeistert

Tondern/Tønder
Zuletzt aktualisiert um:
In Vierergruppen bauten die Schülerinnen in der Mind Factory by Ecco elektronische Bauteile zusammen. Foto: Volker Heesch

SDU-Studentinnen leiteten beim „Girls‘ Day in Science“ an der Mind Factory by Ecco Workshops mit praktischen Übungen. Eine angehende Elektronik-Ingenieurin hofft auf mehr Kolleginnen an ihrer Ausbildungsstätte in Sonderburg.

Bereits zum sechsten Mal sind Schülerinnen aus Tondern der Einladung der Bildungsstätte Mind Factory by Ecco zu einem „Girls‘ Day in Science“ in der Wiedaustadt gefolgt. Die Leiterin der im Tønder Campus beheimateten Einrichtung, Anne-Sofie Dideriksen, hatte während der ganztägigen Veranstaltung mit 15 Schülerinnen aus dem Tønder Gymnasium die angehende Elektronik-Ingenieurin Mihaela Gruita von der Süddänischen Universität (SDU) vom Campus Sonderburg und die angehende Designerin Kamilla Mikkelsen von der SDU in Kolding an ihrer Seite.

Ergebnisse in Präsentationsrunde erläutert

Zunächst widmeten sich die in Gruppen aufgeteilten Gymnasiastinnen Designaufgaben in Anknüpfung an ein Alltagsgerät wie das Smartphone. In einer Präsentationsrunde mit Kamilla Mikkelsen wurden Ideen wie eine drahtlose Aufladung der Smartphones erklärt. Anschließend standen Arbeiten mit elektronischen Bauteilen auf dem Programm. Angeleitet von Mihaela Gruita wurden an Lego-Steine erinnernde Elemente zu elektrischen Gerätschaften zusammengebaut. Es ging lebhaft an den Tischen zu, denn einige Bauteile gaben elektrisch erzeugte Töne von sich. Lichtsensoren wurden ebenso wie Steuerungselemente verbaut.

Unterricht in englischer Sprache

Eine besondere Herausforderung gab es für die vielleicht angehenden Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen, ihre Wortbeiträge in englischer Sprache zu liefern. Mihaela Gruita stammt nämlich aus Rumänien und absolviert ihr Studium in Sonderburg/Sønderburg in englischer Sprache. Sie stammt aus dem südlichen Rumänien und lebt seit zwei Jahren in Nordschleswig. Sie berichtet, dass sie als Studentin in ihrer Ausbildung im Sonderburger Alsion gegenüber den männlichen Studierenden klar in der Minderheit ist.

Nur weibliche Lehrkräfte waren beim „Girls' Day“ in Tondern im Einsatz: (v. l.) Kamilla Mikkelsen, Anne-Sofie Dideriksen und Mihaela Gruita. Foto: Volker Heesch

„Ich würde mir gerne mehr Kolleginnen wünschen“, so Mihaela Gruita, die bereits zum zweiten Mal an einem „Girls‘ Day“ in Tondern teilnimmt. „Die jungen Mädchen können über einen anderen Zugang als bei Jungen für Technik und Ingenieurwissenschaften interessiert werden“, berichtet sie.

Getrennt von Jungen lernen

Es sei auch gut, dass die Mädchen in Abwesenheit von Jungen mit Technik experimentieren können. Jungen seien oft von klein auf in den Umgang mit Autos und technischen Gerätschaften herangeführt worden. „Bei den heutigen Mädchen ist eine Motivation mit Bezug zu deren eigener Lebenswelt wichtig“, so Mihaela Gruita, die nach Abschluss ihres Studiums gerne in Dänemark arbeiten möchte. Sie kann den Schülerinnen nur empfehlen, ein Ingenieurstudium anzupeilen. Viele der in Nordschleswig ansässigen Unternehmen hätten gute Jobs und attraktive Arbeitsbedingungen für Ingenieurinnen ebenso wie Ingenieure im Programm.

Berufliche Bildung stärken

Anne-Sofie Dideriksen unterstreicht, dass die Mind Factory by Ecco allen Ausbildungsstätten in Tondern und Umgebung zur Verfügung steht. Die „Girls' Days in Science“ werden landesweit von der Einrichtung „Naturvidenskabernes Hus“ gefördert. Ein Ziel der vielen Angebote unter dem Dach der Einrichtung sei es, bei den Schülerinnen und Schülern, die dort ab der 5. Klasse willkommen sind, vor allem auch für berufliche Bildungsangebote zu interessieren. Dabei gehe es auch darum, den Nachwuchs für die heimische Wirtschaft zu sichern.

Mehr lesen

Leserbericht

Claudia Knauer, Büchereidirektorin
„Schulunterricht wie früher: Fräulein Lehrerin, heißt es!“