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Tondern macht einen großen Sprung nach vorn

Tondern macht einen großen Sprung nach vorn

Tondern macht einen großen Sprung nach vorn

Tondern/Tønder
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Die Hydrobetriebe zählen zu den wichtigsten Arbeitsplätzen der Kommune Tondern. Foto: Jydske Vestkysten

Die örtlichen Unternehmen bescheinigen der Kommune generell gute Arbeit und Wirtschaftsfreundlichkeit. Aber das Image der Westküstenkommune ist stark angeknackst.

Mit einem Sprung von Platz 64 auf den 49. Platz landet die Tonderner Kommune nach der jüngsten Erhebung vom Verband Tønder Industri (DI) jetzt im Mittelfeld der 93 dänischen Kommunen, wenn es um Wirtschaftsfreundlichkeit geht. Während sich 2020 in einigen Bereichen starke Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr bemerkbar machten, gibt es andere Fragenkomplexe mit beträchtlichen Einbußen.

Ganz schlecht ist es um das Image der Kommune bestellt. Dort liegt die Kommune immer noch mit einem 91. Platz am absoluten Tabellenende. In dieser Kategorie geht es darum, wie es die Kommune schafft, ihre jetzigen Bürger von einer Abwanderung abzuhalten, aber auch gleichzeitig, Neubürger und neue Firmen anzulocken. „Das ist schade, und es ist eine Aufgabe, die sich alle in der Kommune stellen müssen. Das ist wirklich eine Herausforderung“, so Tonderns Bürgermeister Henrik Frandsen (Tønder Listen).

So schneidet die Kommune Tondern im Vergleich zum Landesdurchschnitt ab. Foto: Dansk Industri

Dass die Kommune aber ein gutes Pflaster für Firmen ist, würde die Stabilität der vielen kleinen, mittelständischen und großen Unternehmen zeigen. „Aber in Bezug auf die Infrastruktur sind wir als flächenmäßig große Kommune herausgefordert, und eine Autobahn werden wir auch nie kriegen“, erklärt das Stadtoberhaupt, das sich aber über den Sprung im Endergebnis von Platz 64 auf 49 freut.

Die Wirtschaft ist mit der „effektiven und kompetenten Sachbearbeitung der kommunalen Verwaltung“ zufrieden. Das ist ein Ergebnis, dass Henrik Frandsen umso mehr freut. In diesem Bereich gelang ein Sprung von Platz 47 auf den 16. Platz. In dieser Kategorie ist es sonst seit 2015 stets bergab gegangen.

So schnitt die Kommune in den vergangenen zehn Jahren ab. Foto: Dansk Industri

Der Vorsitzende von DI, Kreis Nordschleswig, Hans Olling bezeichnet das Abschneiden der Kommune als beachtlich. „Wenn ein so markanter Anstieg verzeichnet wird, muss man am Ball bleiben. Selbst wenn eine Kommune, die geografisch nicht unbedingt im Zentrum des Geschehens liegt, sehen wir doch viele Beispiele in ganz Dänemark, dass sich Wirtschaftsfreundlichkeit für eine Kommune lohnt.“

Lob gibt es aus seinem Mund für die Schulpolitik der Kommune. Sie will, dass ihre Volksschüler besser abschneiden – ein Ziel, das in einer Zusammenarbeit zwischen Schule, Eltern und Kommune gelinge, so Frandsen. „Wir haben auch viel Geld in den Bau einer neuen Schule und eine Renovierung der bestehenden Schulen investiert, sodass die baulichen Rahmen in Ordnung sind, um besser lernen zu können“, erläutert Henrik Frandsen.

Weit besser müsse die Kommune werden, die jungen Leute, die wegen einer weiterführenden Ausbildung die Kommune verlassen, wieder zurückzuholen. „Wir würden es begrüßen, wenn noch mehr Jugendliche eine berufsbildende Ausbildung machen. Denn für sie gibt es künftig noch bessere Jobmöglichkeiten“, so Olling.

Tondern unter den Top 10

Die absolut beste Platzierung erreicht Tondern in Bezug auf die Privatisierung kommunaler Aufgaben. In diesem Bereich zählt sie mit einem 9. Platz zu den Top-10-Spitzenreitern.

Auch in den Kategorien Steuern, Abgaben und Gebühren hat die Kommune beträchtlich an Land dazugewonnen, und springt von einem 41. Platz im vergangenen Jahr auf Platz 18 in diesem Jahr.

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