Alternative Energien

SP: Genau überlegen – dann handeln

SP: Genau überlegen – dann handeln

SP: Genau überlegen – dann handeln

Tondern/Tønder
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Windkraftanlagen erzeugen umweltschonend Energie; doch sie belästigen häufig die Anwohner in der Nähe. Foto: Ute Levisen

Die Schleswigsche Partei warnt vor der Spaltung der Dörfer wegen Windenergie und weist auf eigene Vorschläge hin, die schon 2017 vorgebracht wurden.

Die Schleswigsche Partei in Tondern macht sich Sorgen, dass Dörfer wegen Windenergieprojekten gespalten werden. Jeder, der die Gewinnung von Windenergie im ländlichen Raum wünsche, müsse sich gut überlegen, wie ein solches Projekt angepackt werden sollte. Dies hat der Verein RVB, der sich um eine positive Entwicklung der Dorfgemeinschaften Reisby, Wodder und Bröns bemüht, nach Ansicht der SP nicht getan.

Sie gibt dem Verein eine Mitschuld an der Spaltung der Dörfer Reisby, Wodder und Bröns im aktuellen Windenergiefall für den Bereich Lundsmark-Haved, wo der RVB die Errichtung von 18 Windenergieanlagen östlich von Reisby befürwortet hat. Der Verein habe die Sache falsch angepackt, sind sich die SP-Vertreter Jørgen Popp Petersen, Louise Thomsen Terp und Leif Hansen sicher.

Anlage zu groß

Das Projekt mit 18 Anlagen sei zu groß, und die Menschen dürften nicht mit viel Geld gelockt werden. Weder Anhänger noch Gegner eines Windenergieprojekts dürften gemobbt werden, so die Meinung der Schleswigschen Partei.

Die SP stimmte im März 2017 für einen Vorschlag, wonach der Stadtrat bis Ende 2019 alle Windmühlenprojekte ruhen lassen solle. Doch dieser Vorschlag war nicht mehrheitsfähig. „Ungeachtet dessen will die SP an diesem Versprechen festhalten. Wir wählen nicht den einfachsten Weg und befürworten nicht ausschließlich Energie von Seewindparks. Auch die Energiegewinnung zu Lande ist machbar, setzt aber einiges mehr voraus: Die Projekte müssen dem Wohl der Bürger dienen und keine Nachteile bringen. Die, die durch die Lage der Windkraftanlagen am allermeisten benachteiligt werden, müssen auch die Vorteile einfahren, so die Standpunkte der SP.

Windparks nach deutschem Vorbild – ohne Profitgedanken

„Wir wünschen keine Spekulanten und Konzerne, die ihre Profite in unserem ländlichen Raum machen wollen. Wir haben Gebrauch für eine Art eines lokalen Bruttonationalprodukts, also Gründe, die es wert sind, nicht wegzuziehen, eine gute Geldanlage sind und den Willen, zum Beispiel in Häuser/Wohnungen zu investieren. Und wir wünschen Bürgerwindparks nach deutschem Vorbild“, so die SP-Vertreter. Die Kommune müsse genau untersuchen, von wo die Proteste kommen.

Im Fall der sechs Windenergieanlagen am Vindtvedter Kanal seien keine Proteste von Bürgern eingegangen, die innerhalb der Abstandsgrenze (6 x Höhe des Windrads) wohnten. Auch dieses Projekt löste heftige Kritik aus und spaltete die Dorfgemeinschaft in Befürworter und Gegner.

Entwicklung der Dörfer: Plan löst Sturm aus

Vor zwei Jahren lehnte es der Stadtrat in Tondern mehrheitlich ab, dass der Konzern Vattenfall 29 Windenergieanlagen im Bereich Lundsmark-Haved bei Reisby errichten durfte. Damals lösten die Pläne heftige Bürgerproteste aus.

Dieses wiederholte sich jetzt, nachdem im Frühjahr ein auf 18 Anlagen reduziertes Projekt veröffentlicht worden ist. Die Pläne werden vom Verein RVB unterstützt, der sich um eine Entwicklung der Dorfgemeinschaften Reisby, Wodder und Bröns bemüht.

Vorsitzender des Vereins ist Scherrebeks früherer Bürgermeister Svend Ole Gammelgaard. Als Lockmittel hatte er u. a. auf die 2,5 Millionen Kronen verwiesen, die für jede der vier Gemeinden (einschließlich Roager in der Kommune Esbjerg) als „Entschädigung“ zugunsten einer Verschönerung/Weiterentwicklung des Dorfes als einmalige Zahlung herausspringen würden.

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