Umwelt & Natur

Seltener Fisch vermehrt sich

Seltener Fisch vermehrt sich

Seltener Fisch vermehrt sich

Söllstedt/Sølsted
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Die Schlammpeitzger werden in Reusen gefangen. Foto: Kommune Tondern

Der vom Aussterben bedrohte Schlammpeizger fühlt sich im renaturierten Söllstedter Moor sehr wohl.

Der kleine Fisch Schlammpeitzger (Dyndsmerling), der in Europa zu den bedrohten Arten zählt, fühlt sich im Söllstedter Moor sehr wohl. Eine neue Untersuchung der Kommune Tondern weist eine steigende Anzahl der Fische mit Seltenheitswert auf, die zur Gattung der Schmerlen gehören.

Der schwimmende Zuwachs ist dem umfassenden Renaturierungsprojekt im Moor zuzuschreiben, das von 2011 bis 2015 lief. In diesem Zusammenhang wurden in dem 40 Hektar großen Moor zugunsten des Schlammpeitzger etliche Kilometer von neuen Gräben gezogen. Mit der Renaturierung zum Kostenpunkt von 15 Millionen Kronen wurden die Bedingungen zum Schutz des bedrohten Hochmoores verbessert. Diese seltenen Landschaftselemente, die ausschließlich von Regenwasser aufgefüllt werden und auch als Regenmoor bezeichnet werden, sind mit einem vollgesogenen Schwamm vergleichbar. Nieder- oder Flachmoore werden im Gegensatz dazu aus mineral- und nährstoffhaltigem Grundwasser gespeist.

„Unmittelbar nach Projektabschluss 2015 gelang es uns nur, drei Stück zu fangen und zu erfassen. Vier Jahre später haben wir im Laufe einer Woche 20 Schlammpeitzger gefangen. Daher deutet alles darauf hin, dass es von dieser Art jetzt bedeutend mehr Exemplare als vor dem Moorprojekt gibt“, erläutert der kommunale Umweltarbeiter Ole Ottosen mit Blick auf den Einsatz mit Reusen.

Auch der Vorsitzende des Technischen Ausschusses, Bo Jessen (V), freut sich über die positive Entwicklung. „Das Schaffen von optimalen Bedingungen für seltene und bedrohte Tierarten gehörte zu den Zielen des Projektets. Der Zuwachs bei den Schlammpeitzgern ist ein deutliches Indiz dafür, dass das Projekt im Söllstedter Moor ein Erfolg ist. Damit können wir sehr zufrieden sein“, so Jessen.

Fisch im Kommen

Der Süßwasserfisch kann bis zu 25 Zentimeter lang werden. Vor dem Zweiten Weltkrieg war der Schlammpeitzger an der nordschleswigschen Westküste in Auen, Gräben und Moorgebieten sehr verbreitet. Die intensivere Nutzung der Landschaft mit Drainage, Entwässerung und dem Zuwachsen von Feuchtgebieten führte dazu, dass der Fisch nahezu verschwand. Die Experten gehen davon aus, dass er in Dänemark nur im Söllstedter Moor aufzuspüren ist. Während er auf sønderjysk „pifål“ genannt wird, ist er südlich der Grenze regional auch als Furzgrundel oder Gewitterfurzer bekannt. Dies hängt damit zusammen, dass die Schlammpeitzger Luft schlucken und diese wieder über den Anus abgeben.

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