Windtwedt-Projekt

Sechs Windräder dürfen kommen

Sechs Windräder dürfen kommen

Sechs Windräder dürfen kommen

Tondern/Tønder
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Im stummen Protest hatten die Gegner Aufstellung genommen. Foto: Brigitta Lassen

Das Windtwedt-Projekt spaltete die Bürger und Stadtratsparteien. Die Gegner standen vor der Tür, die Anhänger saßen im Trockenen, als entschieden wurde.

Das Windtwedt-Projekt spaltete die Bürger und Stadtratsparteien. Die Gegner standen vor der Tür, die Anhänger saßen im Trockenen, als entschieden wurde.

Die Gegner mussten aufgrund Platzmangels – oder waren sie zu spät gekommen – vor der Tür stehen. Überwiegend Befürworter des Windtwedter Windenergie-Projekts saßen im Saal, als der Stadtrat nach längerer Diskussion mehrheitlich für die Umsetzung des umstrittenen Plans stimmten, wonach sechs Windkraftanlagen (jede 150 Meter bis zur Flügelspitze) an der Süderau aufgestellt werden können.

Doch das Projekt teilte nicht nur die Bevölkerung in zwei Lager, sondern auch die Politiker. In drei Fraktionen (Venstre, Sozialdemokraten und Schleswigscher Partei) wurde intern unterschiedlich abgestimmt. Bis auf Matthias Knudsen stimmte die Venstre-Gruppe für das Vorhaben, bei den Sozialdemokraten scherten Henrik Mehlsen und Flemming Gjelstrup aus, während sich die beiden Politikerinnen der Schleswigschen Partei, Marit Jessen Rüdiger und Louise Thomsen Terp, der Stimme enthielten. Die Befürworter kamen somit auf 20 Stimmen, die Gegner auf neun. Die große Mehrheit unterstützte den Antrag auch mit dem in Aussicht gestellten Geldsegen für die Dörfer Jeising/Rohrkarr, Seth-Uberg und Lüdersholm nach dem Prinzip: Wer die Nachteile hat, soll auch die Vorteile haben. Die Verwirklichung ist nur unter der Voraussetzung möglich, dass die Auszahlung der versprochenen Zuwendungen zu den geltenden Regeln für 2017 geschieht. Am 20. Februar 2018 sollen neue Richtlinien für die Nutzung von Windenergie in Dänemark eingeführt werden.

Marit J. Rüdiger begründete ihre Stimmenthaltung mit dem Streit, der in der Lokalbevölkerung entfacht sei. Bei Streitigkeiten könne sie nicht für ein Projekt stimmen. Ihr Parteikollege Jørgen Popp Petersen legte Bürgermeister Henrik Frandsen nahe, bei künftigen Windenergieprojekten in Grenznähe Kontakt zu den deutschen Behörden aufzunehmen. Wenn er dies nicht tue, würde die SP es in die eigene Hand nehmen. Das Sether Projekt sei ganz und gar nicht ein Wunschprojekt der SP, räumte er ein. Preben Linnet (V) meinte, das Projekt hätte die Bevölkerung reell in drei Lager geteilt. Die Befürworter, die Gegner und Neutralen. Der Vorsitzende des Technischen Ausschusses, Bo Jessen (V), wollte diese zu den Befürwortern zählen, sonst hätten sie sich ja wohl gemeldet. Die, die am dichtesten an Windkraftanlagen wohnten, seien positiv gestimmt, die meisten Gegner wohnten weiter weg, meinte er.

Gegner sind sehr enttäuscht

„Wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass die 20 Stadtratspolitiker einfach das Ding durchziehen, obwohl sie vor einigen Jahren sagten, dass hier keine Windmühlen aufgestellt würden. Auch an ihre frühere Vorgabe, dass ein Windenergieprojekt nur mit Unterstützung der Bürger gutgeheißen wird, halten sie sich nicht“, erklärt Uwe Petersen, Grøngårdmark, im Namen der Gruppe der Gegner.
„Wir meinten, gute Karten auf der Hand zu haben und auch, dass wir ganz leicht in der Mehrzahl waren“, so ein enttäuschter Petersen. „Und dass die Politiker wirklich meinen, dass die neutralen Bürger, die sich in der Anhörungsphase nicht geäußert haben, zum Lager der Befürworter gerechnet werden können, ist wohl auch ein Ding. Ist das etwa auch so bei den Wahlmuffeln bei Folketingswahlen?“, fragt sich Uwe Petersen. Ein weiteres Vorgehen ihrerseits gegen die Entscheidung des Stadtrats sei wohl aussichtslos, meinte er weiter.

So wurde abgestimmt

Eine Mehrheit (20-Ja-Stimmen, 9 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen) bahnt den Weg für das Windenergieprojekt.
Für das Projekt stimmten Venstre (bis auf Matthias Knudsen), die Sozialdemokraten (bis auf Henrik Mehlsen und Flemming Gjelstrup), Jørgen Popp Petersen (SP) und Henrik Møller (Alternativet).
Drei DF-Mitglieder und die obengenannten Politiker sowie Holger Petersen (Enhedslisten), Henning Schmidt (Kons.) und Bente Frikke (Liberal Alliance) votierten dagegen.
Marit Jessen Rüdiger und Louise Thomsen Terp enthielten sich der Stimme.

Einige Argumente der Fürsprecher
• Förderung der grünen Energie
• Geldsegen für Dörfer für ihre weitere Entwicklung
• Mehrheit der Bürger sind Befürworter

Einige Argumente der Gegner
• Gesundheitsrisiken
• Streit bei den Bürgern
• Windmühlen in dieser Größe gehören aufs Meer
• Mehrheit der Bürger sind Gegner

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