Kinderstreich

Schon wieder flog ein Briefkasten in die Luft

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Lügumkloster/Løgumkloster
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Mit einem Behälter für Eiscreme hat Tarp erstmal das mitgenommene Exemplar provisorisch ausgebessert. Foto: Monika Thomsen

Ein Dummejungenstreich in Lügumkloster hat den Briefkasten von Familie Tarp zerstört. Die Täter stellten sich kurze Zeit später – unfreiwillig.

Feuerwerk darf zwar nur im Zeitraum vom 27. Dezember bis zum 1. Januar abgefeuert werden, in der Regel wird aber schon vorher in der Gegend herumgeballert. So auch am Donnerstagabend in Lügumkloster.

„Ich glaube unser Briefkasten wurde gesprengt“, erklärte Doris Tarp ihrem Mann Hermann, der in der Küche war, während sie einen lauten Knall gehört hatte. „Nicht schon wieder“, so Hermann Tarps erster Gedanke mit Blick auf den nur zwei Jahre alten Briefkasten in der Einfahrt an der Rådhusstræde, wo das Ehepaar seit elf Jahren sein Domizil hat.

Frau hörte richtig

Dass seine Frau richtig gehört hatte, stellte sich kurz danach heraus. Dies war somit das fünfte Exemplar, das durch Feuerwerkskörper in die Luft gejagt wird. „Während der 42 Jahre, als wir am Straßenzug Ved Dammen gewohnt haben, ist dies nur einmal passiert. Da hatten wir den Briefkasten zwar auch direkt am Haus, dies ist ja nicht mehr erlaubt“, so Tarp. Gerade in dem Jahr, als er zur Vorbeugung eine Backform mit Wasser im Briefkasten deponiert hatte, flog doch alles in die Luft.

Acht Besucher

Als der bald 83-jährige Tarp sich gut zurecht gesetzt hatte, um Nachrichten zu gucken, klingelte es an der Haustür. „Was passiert denn jetzt?“, so Tarps Reaktion, als er acht Leute in der Einfahrt entdeckte. Da standen vier einheimische Bürschchen aus der Klosterstadt und Lügumgaard in Begleitung ihrer Eltern. „Wir wollen es nicht auf uns sitzen lassen, dass unsere Kinder mutwillig Sachen zerstören“, so die Eltern, die zwecks einer Entschuldigung mit den Jungs vorbeikamen.

„Es kam zwar leise, sie haben sich aber entschuldigt“, freut sich Tarp über diesen positiven Ausgang der Geschichte. „Das ist doch auch mal erwähnenswert. Die eine Mutter hat mir zugesichert, dass sie mir einen neuen Briefkasten vorbeibringt“, so Tarp am Freitagmorgen während er das gesprengte Modell provisorisch ausbessert. „Der bleibt erstmal bis nach Silvester sitzen“, kündigt er an.

Auf die Schliche gekommen

Die Eltern waren ihren Sprösslingen auf die Schliche gekommen, als der Truppe während ihrer Aktion ein Fahrrad abhandengekommen war. Während der Suche verplapperte sich dann einer der Schüler.

„Ich denke, sie waren etwa zehn bis zwölf Jahre alt“, so Tarp. „Unser Nachbar an der gegenüberliegenden Straßenseite hat seinen Briefkasten seit zehn Jahren, ohne dass etwas passiert ist. Unser ist aber sehr ausgesetzt“, so Tarp, der sich über die Lehrstunde freute, die die Eltern ihrem Nachwuchs erteilten.

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