Kommunalwahlkampf 2021

Schleswigsche Partei steht Rede und Antwort

Schleswigsche Partei steht Rede und Antwort

Schleswigsche Partei steht Rede und Antwort

Hoyer/Højer
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Während des Frühschoppens der Schleswigschen Partei in Hoyer wurde lebhaft anlässlich der bevorstehenden Kommunalwahlen diskutiert. Foto: Volker Heesch

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Bei einem kommunalpolitischen Frühschoppen im Rudererhaus in Hoyer informierten Stadtratsmitglieder und Kandidatenteam über Aktuelles im Stadtrat und Wahlziele der SP. Initiativen zur Bindung der heimischen Jugend an Westküstenbereich wurden diskutiert.

Die Schleswigsche Partei (SP) ist in der Schlussphase des Wahlkampfs bei vielen überparteilichen Diskussionsveranstaltungen mit eigenen Politikerinnen und Politikern präsent.

Kommunalpolitik aus erster Hand

Am Sonntag hatte die SP in der Kommune Tondern (Tønder) zu einem kommunalpolitischen Frühschoppen ins Rudererhaus an der Wiedau in Hoyer eingeladen. Rund 25 Interessierte nutzten die Gelegenheit, aus erster Hand Neues zur Kommunalpolitik zu hören und mit einer Reihe von Kandidatinnen und Kandidaten zu diskutieren. Neben den beiden SP-Stadtratsmitgliedern Jørgen Popp Petersen und Louise Thomsen Terp waren auch Jakob Tästensen, Christian Andresen, Randi Damstedt und Volker Heesch mit von der Partie. „Wir brauchen Jugendliche und Familien in der Kommune sowie mehr Steuerzahler, damit wir das heutige Serviceniveau aufrechterhalten können“, meinte Randi Damstedt zu aktuellen Herausforderungen in der Kommune Tondern, die während der vergangenen Jahre einen deutlichen Rückgang bei der Einwohnerzahl hinnehmen musste.

Arbeitsmarktprobleme lösen

Stadtratsmitglied Jørgen Popp Petersen erklärte, dass es für viele Unternehmen und Einrichtungen im Raum Tondern schwierig sei, freie Stellen zu besetzen. „29 Prozent des Arbeitskräftepotenzials steht in unserer Kommune außerhalb des Arbeitsmarktes. Wir können und müssen besser werden, mehr Menschen in Gesellschaft und Arbeitsmarkt zu integrieren und auszubilden“, so Popp Petersen und äußerte die Vermutung, dass es künftig nicht mehr so leicht sein werde, Arbeitskräfte aus dem Baltikum, Polen und anderen europäischen Ländern heranzuziehen. „Wir von der SP schlagen vor, dass die Kommune Tondern ein Freikommunenprojekt im Bereich Arbeitsmarkt in Angriff nimmt, um den Arbeitsmarkt zu stärken“, sagte er.

Attraktive Kommune

Louise Thomsen Terp berichtete über ihren Einsatz im Stadtrat, im Kinder-, Jugend- und Familienbereich sowie Freizeitangeboten die Kommune attraktiver zu machen. Zur Kritik Jørn Philipsens am Verfall im Bereich Bürgersteigen und Straßen in der Kommune meinte Jørgen Popp Petersen, dass Tondern als flächenmäßig sehr große Kommune mit relativ geringer Bevölkerungsdichte vor fast unlösbaren Aufgaben stehe. „Rein rechnerisch haben wir nur Mittel, um die Bürgersteige alle 90 Jahre zu renovieren“, meinte er und fügte hinzu, dass den Einwohnerinnen und Einwohnern auch keine unrealistischen Vorstellungen vermittelt werden dürften, was sie vonseiten der Kommune an Investitionen erwarten können und nannte als Beispiel Forderungen nach Autobahnen.

Plädoyer für mehr Ausbildungsangebote

Während der Diskussion wurde dafür plädiert, in Tondern mehr berufliche Ausbildungsangebote zu platzieren, zum Beispiel im Sozial- und Pflegebereich, bei dem es hohen Mitarbeiterbedarf gebe. Ein Thema war auch die erneuerbare Energie, wo bedauert wurde, dass immer mehr Parteien in der Kommune einem angeblichen Wählerwillen folgten, dass keine Windkraftanlagen mehr an Land gebaut werden sollten. „Wir setzen uns für Bürgerwindparks ein, die der heimischen Bevölkerung wie bei den Nachbarn in Nordfriesland Einnahmen verschaffen könnten“, so Popp Petersen.

Bei Hoyer mahnen die Sturmflutsäule und Sturmfluten zu Maßnahmen zum Klimaschutz, um Gefahren durch den steigenden Meeresspiegel abwenden zu können. Foto: Volker Heesch

Volker Heesch erinnerte an die Herausforderungen der sich abzeichnenden Klimakatastrophe, die es gerade in einem Küstenbereich wie am Wattenmeer mit Sturmflutgefahren fahrlässig erscheinen lässt, Windräder abzulehnen, die sich vor wenigen Jahrzehnten gerade im Bereich Tondern noch großer Beliebtheit erfreuten. Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer meinten, dass es sich in der Kommune Tondern und auch im kleinen Hoyer sehr gut leben lässt. Wichtig sei es, einem negativen Image der Kommune entgegenzuwirken.

Bahnverbindung und „Lichtverschmutzung“ Thema

Weitere Themen der Versammlung waren der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und des Radwegenetzes in der Kommune auch als Beitrag zum Klimaschutz. Die SP erinnerte an ihr jahrzehntelanges Engagement für die erfolgreiche Wiedereröffnung der Bahnverbindung Tondern-Niebüll, die durch Einsatz von Batteriezügen und Ausbaumaßnahmen für kürzere Fahrzeiten zwischen Tondern und Ripen (Ribe) sowie Esbjerg noch viel mehr durch Einheimische und Urlauber genutzt werden könnte. Eine Teilnehmerin kritisierte die „Lichtverschmutzung“ durch die viel zu hellen und Spaziergänger und Radler blendende neuen LED-Leuchten in der Kommune. Es müssten wie in vielen anderen Orten dringend Lampen eingesetzt werden, die Licht erzeugen, das weder zur Insektenfalle wird noch Passanten und Anwohnerschaft stört.

Treffen in Osterhoist

Zu einem weiteren Dialog lädt die SP am Donnerstag, 11. November, im Krug in Osterhoist (Øster Højst) ein. Veranstaltungesbeginn ist um 19 Uhr. Auch dort werden die Kandidatinnen und Kandidaten Rede und Antwort stehen.

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