Jugendverwaltung

Rückzahlung wegen schwerer Fehler und Passivität

Rückzahlung wegen schwerer Fehler und Passivität

Rückzahlung wegen schwerer Fehler und Passivität

Brigitta Lassen
Brigitta Lassen Lokalredakteurin
Tondern/Tønder
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Die Kommune Tondern hätte im Falle einer Familie eingreifen müssen. (Symbolbild) Foto: Kristina Flour/Unsplash

Erneut sind in der Arbeit in der Kinderverwaltung schwerwiegende Mängel entdeckt worden. Die Kommune muss 15,2 Millionen Kronen zahlen.

Die Kommune Tondern wird erneut wegen schwerer Fehler, die von ihren Mitarbeitern in der Kinder- und Jugendverwaltung begangen wurden, zur Kasse gebeten. 15,2 Millionen Kronen müssen an die Kommune Herning bezahlt werden.

Dorthin war eine Familie mit ihren Kindern im Mai 2015 gezogen, nachdem sie vorher zweieinhalb Jahre in verschiedenen Orten der Kommune Tondern gelebt hatte. Schon damals hätten die drei Kinder aus ihrem Elternhaus entfernt werden müssen. Bereits zu der Zeit gingen in der Verwaltung besorgte Anrufe verschiedener Seiten ein, die sich um das Wohlergehen der Kinder Sorgen machten.

Doch die Kommune Tondern verhielt sich passiv im Gegensatz zur Kommune Herning, die gleich zu Taten geschritten ist. Die Ausgaben für die Zwangstrennung beliefen sich auf 15,2 Mio. Kronen. Schon im September 2016 wurde eine Rückerstattung der Ausgaben gefordert, was die Kommune Tondern jedoch ablehnte. Eine Klageinstanz hat nun Anfang März zugunsten von Herning entschieden. Gezahlt werden muss ab 1. Mai 2015 und solange die Kinder vom sog. servicelov umfasst sind.

Wir wundern uns, wie das geschehen konnte.

Kim Printz Ringbæk

„Es ist eine unendlich traurige Geschichte, und es tut uns leid, denn es sind ganz eindeutig Fehler begangen worden“, erklärt der Vorsitzende des Ausschusses für Kinder und Schulen, Kim Printz Ringbæk (Soz.). Doch aus unerklärlichen Gründen sei der Fall im System stecken geblieben. „Wir wundern uns, wie das geschehen konnte. Wir wurden informiert, als die Entscheidung der Klageinstanz vorlag.

Die Verwaltung wurde sich erst kurz vor der Entscheidung am 5. März über das Ausmaß des Falls bewusst. Es muss eine unerklärliche Kommunikationslücke entstanden sein. Wie es so weit kommen konnte, ist uns ein Rätsel. Nun haben wir der Verwaltung eingeschärft, dass wir über die zwei noch ausstehenden Fälle ähnlicher Art, aber kleineren Ausmaßes informiert werden wollen. Wir haben in diesen beiden Fälle größere Chancen, dass sie zu unseren Gunsten ausfallen“, so Ringbæk. Sein Ausschuss befasste sich gestern mit der Entscheidung der Klageinstanz, die nur zur Kenntnis genommen werden konnte. Über die Finanzierung der Entschädigung soll der Ökonomieausschuss befinden, „denn 15,2 Mio. Kronen kann der Ausschuss in seinem Haushalt nicht auftun“.

Die Vorgänge ereigneten sich, bevor es aufgrund wiederholter mangelhafter Sachbearbeitung in der Verwaltung zur Einschaltung einer staatlichen Einsatztruppe (Task Force) kam. Zudem wurden Angestellte in führender Position entlassen.

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