Kommunalwahl 2025

Röm und die Energiewende: Diese Themen könnten die Kommunalwahl in Tondern entscheiden

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Viele Menschen zieht es nach Röm. Auch deutsche Investoren wissen das und wollen Hotels bauen für die Gäste, die nicht im Wohnmobil oder Campingwagen anreisen (Archivfoto).

Wind- und Solarparks sorgen noch für reichlich Redebedarf in der Kommune Tondern, und auch die Hotelprojekte auf Röm lassen die Bürgerinnen und Bürger „rotieren“. Lokaljournalistin Brigitta Lassen analysiert und kommentiert die zu erwartenden Themen der bevorstehenden Kommunalwahl im kommenden Jahr.

Beim im November 2021 gewählten Kommunalrat ist im Gegensatz zum arg zerstrittenen Stadtrat Ruhe eingekehrt. Ein primärer Grund für die Streitigkeiten war die Venstre-Fraktion, der Ausbruch und die Gründung der Tønder Listen um den geschassten Bürgermeister Henrik Frandsen.

Seit dem Dienstantritt seines Nachfolgers Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) ist Ruhe eingekehrt. In den ersten drei Jahren der Wahlperiode hat es keine großen Knackpunkte gegeben, die zu langen Diskussionen bei den Kommunalratssitzungen geführt haben. Nur bei Allan Svendsen, erst Neue Bürgerliche, dann Fahnenwechsel zur Dänischen Volkspartei, blitzte gelegentlich Unzufriedenheit auf.

Dennoch hat sich der Stadtrat in stürmische Gefilde in Bezug auf drei Hotelprojekte begeben. Die zwei sind noch in der Amtszeit von Henrik Frandsen (Havneby und Kongsmark auf Röm) angeschoben worden.

32 Sommerhäuser – sogenannte Ferienhütten – wurde am Småfolksvej gebaut. Ein Hotelkonzept machte es möglich.

Nicht nur die Besitzerinnen und Besitzer von Sommerhäusern auf der Insel sind aufgebracht, sondern viele, die ihren Urlaub gerne ungestört ohne den großen Touristenrummel auf Röm verbringen wollen.

Viele wohnen nicht in der Kommune Tondern

Die in der Öffentlichkeit aktivsten Kritikerinnen und Kritiker besitzen dort zwar ihr Feriendomizil, wohnen aber außerhalb der Kommune Tondern und haben daher nichts mit dem Wahlausgang in der Westküstenkommune zu tun.

Mit dem Kongsmarker Ferienhaus-Komplex, der als Hotelmodell genehmigt und gebaut wurde, hat sich der amtierende Stadtrat keinen Gefallen getan. Es haperte an der Fähigkeit zu kommunizieren bei beiden Seiten. Die Diskussionen wurden zur Schlammschlacht, was in geharnischten Leserbriefen und Bürgertreffen mit der Kommune zum Ausdruck kam. Der Ton macht die Musik.

Das Lakolker Hotelprojekt scheint nach dem abschlägigen Bescheid der vergangenen Woche vorerst gestrandet, könnte aber wieder brisant werden. Das könnte geschehen, wenn ein Bebauungsplan für das ursprüngliche Modell ohne Überschreitung der Küstenschutzlinie in die Anhörung und damit auch in das letzte Jahr der Legislaturperiode weitergeht und damit zum Wahlthema wird. Bislang haben sich nur vier Stadtratsmitglieder gegen das Projekt ausgesprochen.

16 Meter soll das Badehotel in Lakolk hoch sein.

Das bislang noch nicht so stark in die Kritik geratene geplante Hotel in Havneby könnte auch für Sprengstoff sorgen. Es wird von den Dreien als geringstes Übel aufgefasst.

Kaum ein anderes Thema erregt die Bürgerinnen und Bürger so sehr wie Wind- und Solarparks. Die Diskussionen finden nicht mehr im Stadtrat statt, sondern in der Bevölkerung. Nach der erfolgreichen Abwehr der gigantischen Testwindmühlen am Wattenmeer geht es für die Kommune jetzt daran, die eigenen ins Visier genommenen Projekte in Angriff zu nehmen.

Der neue Stadtrat auf einer Wellenlänge

Die wenigsten wünschen sich Solar- und Windparks als Nachbarn (Archivfoto).

Der amtierende Stadtrat hat sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger kurze Zeit nach seinem Dienstantritt auf eine gemeinsame Marschroute geeinigt und Richtlinien abgesteckt, wie die Kommune zur grünen Wende beitragen kann. Zwischen 100 und 125 neue Windkraftanlagen sollen gebaut werden. Auf maximal 1.500 Hektar Fläche darf Sonnenenergie gewonnen werden.

Sogar Volksabstimmungen für die Menschen, die nahe den Wind- und Solarparks leben, sollen durchgeführt werden. Zwei dieser Meinungsbekundungen fanden bereits statt. Ob das tatsächlich für mehr Wohlwollen in der Bevölkerung führen sollte, besonders wenn es um neue Anlagen zur Produktion von Windenergie geht, bleibt mehr als dahingestellt. Dazu wird es aus der Wählerschaft bestimmt viele kritische Fragen geben.

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