Kommunalpolitik

Realistisch: Weder Frandsen noch Iversen Bürgermeister

Realistisch: Weder Frandsen noch Iversen Bürgermeister

Realistisch: Weder Frandsen noch Iversen Bürgermeister

Tondern/Tønder
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Im Tonderner Stadtrat wird es vielleicht wieder eine neue Sitzordnung gewählt, wenn die Venstre-Fraktion geteilt wird. Dieser Sitzplan ist auf die Corona-Krise zurückzuführen. Foto: Brigitta Lassen

Jørgen Popp Petersen, Abgeordneter der Schleswigschen Partei im Tonderner Stadtrat, geht davon aus oder hofft es zumindest, dass die Arbeit im Kommunalparlament nicht von den Vorgängen bei Venstre beeinträchtigt wird. Der SP-Politiker wird auch als potenzieller Bürgermeisteranwärter ins Gespräch gebracht.

„Es ist gut, dass Klarheit geschaffen worden ist. Die andere Situation war nicht tragbar.“ So kommentiert Jørgen Popp Petersen, Vertreter der Schleswigschen Partei im Tonderner Stadtrat, die Gründung der Tønder Listen und die Spaltung der Venstre-Fraktion. Im Laufe der Monate sei die Spaltung von Venstre immer deutlicher geworden.

„Die zwei Lager in Venstre gab es schon, bevor Bürgermeister Henrik Frandsen die Gründung der neuen Wählergemeinschaft bekannt gab. Für die kommunalpolitische Arbeit glaube ich, übergeordnet gesehen, nicht an Veränderungen. Die wird es aber bei den Fraktionssitzungen von Venstre geben“, ist sich der SP-Politiker sicher. Die Fraktion ist von 14 auf 8 Mitglieder dezimiert worden.

Eintracht herrschte, als alle 31 Mitglieder des Stadtrats einen Haushaltsvergleich unterzeichneten. Foto: Monika Thomsen

Er hoffe mit der gewonnenen Klarheit auf ein Ende der persönlichen Anfeindungen. Sie seien schädlich für die Kommune Tondern gewesen.

Projekte an die Wand gefahren

Dass es so weit gekommen ist, sei auch die Folge von Projekten, die an die Wand gefahren wurden. Als jüngstes Beispiel nannte er die künftige Zusammenarbeit als Feriendestination entweder mit den drei anderen nordschleswigschen Kommunen oder mit den nördlichen Nachbarn Fanø und Esbjerg.

„Es war richtig peinlich, dass es so lange dauern musste, bis wir eine Entscheidung treffen konnten. Die anderen schüttelten nur mit den Köpfen“, bedauert Popp Petersen. Frandsen hatte vor der politischen Diskussion im Stadtrat eine ganz andere Tagesordnung. Er strebte eine Zusammenarbeit mit den nördlichen Nachbarn an.

Frandsen hatte seinen Amtskollegen in Fanø und Esbjerg quasi schon zugesagt, dass sich Tondern gen Norden orientieren werde, bevor der Punkt zur offiziellen Absegnung in den Stadtrat ging. Mehrheitlich entschieden sich die Politiker für die nordschleswigsche Zusammenarbeit (wir berichteten).

Popp als Bürgermeisteranwärter im Gespräch

Dass er immer wieder, sogar von politischen Kommentatoren, als potenzieller Bürgermeisteranwärter genannt werde, wollte Popp Petersen nicht weiter kommentieren. Bei der Wahl 2017 ging er als SP-Spitzenmann als Bürgermeisterkandidat ins Rennen.

„Ich würde eine weitere Kandidatur nicht ablehnen. Aber die Schleswigsche Partei hat noch gar nicht ihre Kandidaten nominiert und parteiintern muss auch diskutiert werden, ob wir überhaupt einen eigenen Kandidaten für das Bürgermeisteramt benennen wollen.“

Spannende Wahl

Nach seiner Einschätzung gebe es aber eine realistische Möglichkeit, dass weder Henrik Frandsen für die Tønder Listen noch Martin Iversen für Venstre Bürgermeister werden. Sicher sei aber, dass die Kommunalwahl in Tondern sehr spannend wird, unterstrich Popp Petersen.

Bislang hat die Dänische Volkspartei (DF) mit Jan Voss Hansen als dritte Partei einen Bürgermeisterkandidaten benannt. Doch auch bei DF kriselt es. Das zeigte der kürzlich vollzogene Austritt von Harry Sørensen, der als fraktionsloser Einzelgänger die politische Arbeit fortsetzt.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Grüne Zukunft“