Marsch-Initiative

Realdania kauft historischen Warftenhof in der Marsch

Realdania kauft Warftenhof in der Marsch

Realdania kauft Warftenhof in der Marsch

Mögeltondern/Møgeltønder
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Der Hof Nørre Sødam bei Mögeltondern wurde 1767 gebaut. Foto: Realdania By & Byg

Früher gab es viele Höfe in der Tonderner Marsch, die auf Warften gebaut wurden, um Mensch und Tier vor Sturmfluten zu schützen. Die Anzahl dieser Gehöfte ist stark rückläufig. Um der Nachwelt diese historische Bauwerke zu erhalten, hat Realdania By & Byg den 250 Jahre alten Hof Nørre Sødam bei Mögeltondern gekauft.

Der unter Denkmalschutz stehende Hof Nørre Sødam westlich von Mögeltondern ist von der Gesellschaft Realdania By og Byg gekauft worden, die schon im Rahmen der Tonderner-Marsch-Initiative mehrere Häuser in Hoyer aufgekauft und restauriert hat. Realdania By og Byg, eine Tochtergesellschaft des Vereins Realdania, hat bereits mit großem Erfolg, viel Geld und Akuratesse nach alten Handwerkerprinzipien das frühere deutsche Pastorat in Hoyer restauriert. Im kommenden Jahr ist der 1767 gebaute Nørre Sødam im Rahmen der Marsch-Initiative an der Reihe. Er wird in die Baumasse von mehr als 50 historischen Bauten von Realdania eingehen.

Älter als 250 Jahre

Der mehr als 250 Jahre alte Vierseiten-Hof zählt zu den seltenen auf einer Warft gebauten Anwesen, die noch erhalten sind. Entsprechende Anlagen, von denen es früher viele gab, findet man nur an der Westküste. Heute ist die Anzahl der 60 Warften und nur wenige Höfe auf diesen künstlich aufgeschütteten Hügeln zum Schutz von Mensch und Tier vor Sturmfluten zurück gegangen.

Direktor Peter Cederfeld von Realdania By & Byg bei der Einweihung des neurestaurierten Hoyergaard in Hoyer. Er freut sich über den Kauf eines weiteren Hofs. Foto: Elise Rahbek

Einige der ältesten Warftenhöfe aus dem 12. Jahrhundert liegen am Straßenzug Ved Åen in der Tonderner Marsch. Auf den künstlich aufgeschütteten Anhöhen wurden früher zum Teil mehrere Gehöfte mit äußerst stabilen Mauern und einer selbst tragenden Dachkonstruktion aus Holz gebaut und bildeten eine kleine Dorfgemeinschaft, was auch der Furcht vor Überschwemmungen geschuldet war. Das Reetdach lag auf soliden Pfählen und Balken. Selbst bei Sturmflut blieb diese Konstruktion stehen, obwohl die Mauern schon den Wassermassen nach gaben.

Holz war Mangelware

Gelernt hatten man diese Bauweise von den eingewanderten Friesen. Da es an der Westküste kaum Wald gab, war Holz Mangelware. Daher bediente man sich dieser Bauweise, während in anderen Teilen des Landes kaum so widerstandsfähige Fachwerkhäuser gebaut wurden.

„Wir freuen uns über den Kauf dieses Hofes, der ein äußerst seltener Vertreter dieses charakteristischen Baustils im Westküstenraums ist, der wiederum zu den schönsten Naturflächen der Welt zählt“, erklärte Peter Cederfeld, Direktor von Realdania By & Byg.

Das Gehöft Nørre Sødam ist ein stattliches Anwesen. Foto: Historisk Atlas
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