Unter einem Dach

Neue Ära mit Schleife besiegelt

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Tondern/Tønder
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Stephanie Lose und Henrik Frandsen mussten kein rotes Band durchtrennen, sondern als symbolisches Zeichen der Zusammenarbeit gemeinsam eine Schleife binden. Und es gelang ihnen. Foto: Elise Rahbek

Region, Kommune und Bürger feierten gestern die Betriebsgemeinschaft Samdrift Tønder im Tonderner Krankenhaus. Dort sind kommunale, regionale und private Angebote unter einem Dach angesiedelt.

„In diesem Haus gibt es durch Jahre eine stolze und gute Tradition für eine Zusammenarbeit quer durch die verschiedenen Sektoren“, erklärte Eva Nielsen, Direktorin für Krankenpflege, Sygehus Sønderjylland, gestern in ihrer Begrüßung im Tonderner Krankenhaus.

Dort, wo kommunale, regionale und private Angebote unter einem Dach angesiedelt sind, haben die Kommune Tondern und die Region Süddänemark ihre Zusammenarbeit intensiviert. Tür an Tür mit der von Krankenschwestern der Region bedienten Notaufnahme im Parterre ist seit einigen Monaten auch die kommunale Klinik für Krankenpflege für den östlichen Stadtteil ansässig. Die Region und die Kommune feierten die räumliche Nähe und ihre Betriebsgemeinschaft mit dem Titel „Samdrift Tønder“. „Wir bauen die bestehende gute Zusammenarbeit aus. Wir wissen noch nicht, wo wir landen, wir sind aber sicher, dass es zum Nutzen der Bürger und Mitarbeiter wird“, so Eva Nielsen.

Wir asphaltieren, während wir fahren.

Regionsvorsitzende Stephanie Lose (Venstre)

Die kommunale akute Pflegeabteilung, das Kurzzeitcenter in Leos Pflegecenter, soll ebenfalls ins Krankenhaus umziehen, um eng mit der dortigen Tagesklinik der Region zusammenzuarbeiten. Ein Verschmelzen der Angebote ist langfristig angestrebt. Dabei gibt es jedoch noch gesetzliche Hürden zu überwinden, wie sowohl die Regionsvorsitzende Stephanie Lose (V) als auch Bürgermeister Henrik Frandsen (V) betonten. „Anstatt einer Strukturreform, für die niemand Bedarf hat, wünschen wir uns von Christiansborg Hilfe, um die Hürden aus dem Weg zu räumen. Wir befinden uns als Entdeckungsreisende auf dem Weg in neues Fahrwasser. Man könnte auch sagen, dass wir asphaltieren, während wir fahren“, so Lose.

Henrik Frandsen erinnerte daran, dass die Idee für diese Kooperation 2016 im Gegenzug zu den Schließungsplänen der Region für das Tonderner Krankenhaus entstanden sei. Das Angebot im Lokalbereich richte sich vor allem an ältere Menschen, chronisch Kranke und Bürger mit psychischen Erkrankungen. „Es handelt sich nicht um ein Projekt, sondern um einen Prozess. Wir befinden uns auf einem neuen Weg in Richtung integriertes Gesundheitswesen und betreten ein bisher unbekanntes Land“, so Frandsen.

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