Visions-Workshops

Neudenken für Turnerheim-Erhalt

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Tondern/Tønder
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Buntes Leben herrschte bei der Jubiläumsfeier zum 150-jährigen Bestehen der SG West im Juni 2015. Foto: Archiv Thomsen

Da die Vereine und Einrichtungen keinen konkreten Bedarf für die Einrichtung haben, sollen vor dem Verkauf Visionen auf den Tisch.

Mit zwei Visions-Workshops soll ein letzter Versuch unternommen werden, um das Turnerheim in Tondern vor dem Verkauf zu retten, und mit neuem Leben zu füllen. Dieser Wunsch wurde auf dem Zukunftstreffen am Montagabend, zu dem die SG West als Hausbesitzer einberufen hatte, vorgebracht.

Seit dem Treffen Ende September hatten die Vereine ihre Hausaufgaben erledigt. Sie sollten sich überlegen, wie sie zu Aktivitäten vor Ort beitragen könnten, um das Haus lebensfähig zu machen. Die SG West steckt jährlich um die 80.000 Kronen in den Betrieb des Hauses, ohne dass in die Instandhaltung investiert werden kann. Der Vorsitzende Hauke Grella schätzt, dass um die 30.000 bis 40.000 Kronen in die Renovierung investiert werden müssen, damit das Haus nicht an Attraktivität verliere.

Aus der Runde ging hervor, dass kein Verein und keine sonstige Einrichtung Bedarf für die Nutzung des Hauses hatten. Das Außengelände hingegen ist aus der Sicht der Ludwig-Andresen-Schule und des Kindergartens schon für verschiedene Aktivitäten attraktiv. Pastor Achim Strehlke meinte, dass der Gemeinde zwar Rahmen für Aktivitäten für Kinder und Jugendliche fehle, fest könnte man sich jedoch nicht einmieten.

Situation bewusst

„Wir sind uns der Situation in Tondern bewusst. Wir haben mit der Schule und dem Schützenhaus zwei schöne Häuser und hier auch das Turnerheim. Realistisch gesehen, sind drei Häuser wohl zu viel für die Minderheit“, erklärte Grella eingangs. „Die Belastung durch das Haus führt dazu, dass wir irgendwann den Verein an die Wand fahren, wenn wir einfach so weitermachen. Wir möchten gerne unsere Energie in das sportliche Angebot stecken. Es gibt keine Frage, dass wir früher hier eine bessere Situation gehabt haben. Das haben wir aber nicht mehr, und wir müssen weiterkommen“, so Grella mit Blick darauf, dass dort bis Sommer 2015 der Freizeitklub seinen Sitz hatte. Der Vorstand wolle niemandem die Pistole auf die Brust setzen. Der Sportverein sei aber nicht gewillt, als primärer Träger des Hauses weiterzumachen. Die Verantwortung müsse dann von anderen Vereinen mitgetragen werden, so das klare Signal.

„Der Jugendverband schaut schon darauf, wofür wir Zuschüsse geben. Grundlegend sehen wir die SG West nicht als Hausverwaltungsverein. Sondern es ergibt Sinn, dass die SG West wie vom Vorsitzenden erwähnt, die Energie auf den sportlichen Teil richtet“, erklärte der Vorsitzende des Jugendverbands, Jasper Andresen. Nachdem Grella erklärt hatte, dass wegen der fehlenden Nutzung zum Verkauf des Hauses geschritten werden müsse und die Weichen dafür auf der Generalversammlung am 7. Februar gestellt werden könnten, zog LAS-Schulleiterin Bonni Rathje-Ottenberg die Notbremse. Dieser Schritt würde aus ihrer Sicht zu früh erfolgen, und ihr Vorschlag mit Visions-Treffen in breiterer Runde, um ganz neu und größer zu denken, stieß auf Rückendeckung. „Wenn wir die Visionen abklopfen, kann es sein, dass wir den Beschluss zu verkaufen, hinauszögern, es kann aber auch sein, dass etwas entsteht“, so die Schulleiterin.

BDN-Generalsekretär Uwe Jessen hatte erklärt, dass der BDN bei einem Verkauf des Hauses einer Investition des Erlöses in ein relevantes Projekt in Tondern oder in der Kommune Tondern positiv gewogen sei. Vereinsberater Lasse Tästensen regte an, dass sich die Visionsgruppe Gedanken macht, was dies für ein Projekt sein könnte, sollte es nicht möglich sein, das Haus zu halten. „Wir machen auf jeden Fall die Visionstreffen und warten gerne das Ergebnis ab“, erläutert Hauke Grella nachfolgend die Entscheidung des Vorstands.

Die Workshops mit Unterstützung des Jugendverbands/ BDNs finden am 21. Februar und am 14. März von 16.30 bis 20.30 Uhr statt.

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