Freizeit

Müllsammeln – die neue Trendsportart?

Müllsammeln – die neue Trendsportart?

Müllsammeln – die neue Trendsportart?

Tondern/Tønder
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Esben Thøstesen und Co mit einem Teil ihrer Beute. Foto: Privat

Unter dem Tenor „Jeder für sich, aber doch gemeinsam“ hat Esben Thøstesen eine landesweite Abfallsammelaktion losgetreten. Die Schutzmaßnahmen werden eingehalten.

Spazieren gehen und gleichzeitig unwillkommenen Hinterlassenschaften in der Natur den Garaus machen: Große Resonanz gibt es für die von Esben Thøstesen aus Tondern auf Facebook angeschobene „kleine Volksbewegung“. Unter dem Hashtag skridtogskrald (frei übersetzt: Schritte und Abfall) animiert er dazu, einen Spaziergang mit dem Sammeln von Abfall in der Natur zu kombinieren.

Thøstesens Aktion: skridtogskrald Foto: Esben Thøstesen

Schutzmaßnahmen werden eingehalten

„Wir folgen den Anweisungen der Behörden und zeigen Zusammenhalt – jeder für sich. Natürlich soll jeder, der unterwegs ist, den Abstand von zwei Metern zu seinen Mitmenschen einhalten und auch Handschuhe oder eine Zange benutzen“, so Thøstesen in Gedanken an die Corona-Schutzmaßnahmen. Er ruft nicht zu Gruppenaktionen auf, sondern spricht Einzelpersonen an.

Routinierte Müllsammler sind Horst Fries und seine Frau Dorte aus Solderup, sie sammeln schon seit Herbst 2018 bei ihren Radtouren. Foto: Archiv privat

Inspiration für Bewegung

Esben Thøstesen ist bewusst, dass er damit keine tiefen Teller neu erfunden hat. „Viele Leute machen es ja schon. In dieser für alle Menschen ungewohnten neuen Alltagssituation kann es jedoch vielleicht manch einem als Inspiration für eine Unterbrechung dienen. Man bewegt sich, bekommt frische Luft, tut etwas für das Klima und bekommt fröhliche Kinder“, so der dreifache Vater, der hinzufügt, dass bei der Aktion auch seine berufliche Funktion als Projektleiter der Initiative „Bevæg dig for livet“ (Bewegung fürs Leben) abfärbt.

Überraschend großer Zuspruch

Daher weiß er, dass alternative Arten der Bewegung bei den Bürgern gefragt sind. „Hiermit können wir mit einer positiven Sache Zusammenhalt zeigen“, so Thøstesen, der dann doch von dem überaus großen landesweiten Zuspruch für die Initiative überrascht ist. Binnen weniger Tage haben sich knapp 6.000 Personen seiner Facebook-Gruppe angeschlossen. Er hat aber ganz und gar nichts dagegen, wenn es weiter ausufert. Ganz im Gegenteil.

Und genügend „Beute" gibt es allemal. Leider.

Unliebsame Hinterlassenschaften gibt es überall. Foto: Monika Thomsen
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